Die schöpferische Kraft der Zerstörung

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Sieben Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Zuletzt habe ich darüber gebloggt, wie das neue Jahr mit einem Traum begann sowie Zuversicht im neuen Jahr.

In meinen guten Momenten kann ich Verbindungen herstellen, die auf den ersten Blick nicht naheliegend sind. Heute möchte ich über die schöpferische Kraft der Zerstörung bloggen.

Ich erinnere mich daran, wie ich im Grundstudium mit der Idee der schöpferischen Zerstörung als Teil des des Schumpeterschen Unternehmers Bekanntschaft machte. Nach dem Ökonomen Joseph Schumpeter zerstört ein Unternehmer das bisherige volkswirtschaftliche Gleichgewicht durch Innovation. Die Zerstörung ist dabei offensichtlich gut!

Dass das Zerstören des Altbekannten entscheidend für Neuerungen ist, habe ich zuletzt erneut im Zusammenhang mit Befreienden Strukturen (Liberating Structures) erlebt:

In der Struktur Ökozyklus-Planung (Ecocycle Planning) gibt es die Rigiditätsfalle: Man hält am Althergebrachten fest. Hier ist die kreative Zerstörung notwendig, um etwas Neues schaffen zu können und tatsächlich voranzukommen.

Viele Jahre lang ist mir jedoch ein ganz anderes Beispiel in Erinnerung geblieben – und zwar aus der Geschichte „Jim Knopf und die Wilde 13“. Der goldene Drache der Weisheit erklärt, wie „Jamballa“ und „das Land, das nicht sein darf“ zusammenhängen: Damit eines wiederauferstehen kann, muss das andere untergehen.

Die Piraten namens „Die Wilde 13“ durchleben derweil eine schwere Identitätskrise: Sie stellen fest, dass sie gar nicht die sind, die sie immer dachten! Wer sind sie, wenn sie nicht mehr die Wilde 13 sind?

Ich finde es beeindruckend, wie stark sich in einer Geschichte für Kinder einige Charaktere ändern können. Die Piraten versenken ihre eigene Festung Sturmauge, weil sie erkennen, dass es notwendig ist.

Dass solche „erwachsene“ und optimistische Elemente in der Erzählung vorkommen, ist allerdings kein Zufall: Michael Blume schrieb schon vor Jahren über die Verbindung zu Charles Darwin und wie Michael Ende in „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“ ganz ernste Hintergründe verarbeitete.

Sowohl die Bücher als auch die Version die Version der Augsburger Puppenkiste haben mich als Kind so gefesselt, dass ich einmal zu Karneval unbedingt ein Pirat der Wilden 13 sein wollte. An die Verkleidung erinnere ich mich noch sehr gut – unter anderem eine gelbe große 13 auf einem dunkelblauen Hemd.

Wie das Leben so spielt: Derzeit fühle ich mich wieder ein wenig wie Wilde 13, denn auch ich frage mich, wer ich bin, wenn ich nicht mehr der bin, der ich immer zu sein glaubte – oder sein zu müssen glaubte. Über 25 Jahre dachte ich, Softwareentwickler zu sein sei meine Bestimmung. Aber jetzt erlebe ich, dass ich die Sachen, die mir immer wichtig waren – lebenslanges Lernen, auf das große Ganze zu schauen, Brücken zwischen den Welten zu bauen – vielleicht auf ganz andere Art und Weise noch viel besser erleben kann. Das ist gleichzeitig erschütternd und faszinierend.

Ich habe auch nicht die Lektion aus der Geschichte vergessen: Damit ein neues Leben beginnen kann, muss das alte erst untergehen. Die Zerstörung des Althergebrachten ist nicht ziellos oder negativ, sondern ein notwendiger und bewusster Schritt, um wieder Platz für Neues zu schaffen. Ich habe soviel Lust auf ein neues Leben, dass ich bereit bin, jeden Teil meines derzeitigen Lebens darauf zu prüfen, ob er noch etwas taugt.

Ich hatte letzte Woche schon geschrieben, wie ich meinen Lebenslauf aktualisiert hatte. Ich hatte mir dazu noch einmal Rückmeldung von einigen Kollegen eingeholt und ihn noch einmal komplett überarbeitet. Interessanterweise musste ich dabei keinen inneren Widerstand überwinden – anders als bei früheren Gelegenheiten der Selbstfürsorge. Es ist auch das erste Mal seit meinem Studium, dass mir mein Lebenslauf gefällt und ich ihn mir gerne ansehe. Das ist ein sehr positives Zeichen!

Zuversicht im neuen Jahr

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Sieben Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Zuletzt habe ich darüber gebloggt, wie das neue Jahr mit einem Traum begann.

Es gibt weitere Anzeichen dafür, dass dieses Jahr besser wird als das letzte. 2021 war es bereits toll, dass ich vor Ablauf des ersten Halbjahres meine zweite Impfung bekam. Meine nun fällige Auffrischungsimpfung habe ich hingegen bereits hinter mir! Und das kam so:

Auch während meiner Zeit in Nordwalde verfolgte ich die niederländischen Nachrichten. Nach und nach durften sich die Jahrgänge Termine zur 3. Impfung holen. Am 27.12. las ich spätabends, dass im Stadion von Twente Enschede solche Impfungen verabreicht würden – man brauche nur einen Termin. Die entscheidende Nachricht für meinen Jahrgang war sogar noch im Verlauf des 26.12. eingegangen. Klare Sache, her mit dem nächsten Termin! Ich bekam einen für den 3. Januar nachmittags. Zum Vergleich: Von Hoofddorp aus wäre der nächste Termin erst am 17. Januar gewesen.

So fuhr ich mit der Bahn mal eben über die Grenze: Die Grolsche Veste liegt praktischerweise direkt neben dem Bahnhof Enschede Kennispark nur einen Halt hinter Enschede Hauptbahnhof. Damit ist eine wichtige Bedingung für meinen Wunsch, in diesem Jahr wieder mehr zu reisen, bereits erfüllt.

Zweitens bin ich vor dem Jahresende noch 9 Bücher losgeworden – der nächste größere Schub seit den 18 im August. Damit sind nicht automatisch weniger Bücher in meiner Sammlung, denn ich bekam einige zu Weihnachten und kaufte mir drei gebrauchte, die seit 2011 (!) auf meiner Wunschliste bei Bookcrossing waren. Es war Zeit, endlich eine Entscheidung zu treffen, und mein Wunsch, bestimmte Serien zu vervollständigen, war nach wie vor vorhanden. Ich werte das als wichtiges Signal, dass ich wieder mehr auf meine eigenen Wünsche und Bedürfnisse achte.

Und schließlich habe ich heute meinen Lebenslauf aktualisiert. Ich hatte das seit Monaten auf dem Zettel und konnte mich nie richtig aufraffen. Jetzt habe ich das innerhalb eines Tages erledigt und sogar 4 Iterationen geschafft.

Scrum, für das ich mich bekanntlich sehr interessiere, kennt fünf Werte: Respekt, Fokus, Engagement, Offenheit und Mut. (Beim Agile Learning Lab Berlin wird statt letzterem „Zuversicht“ verwendet.)

Ich hatte gegen Ende des Jahres erlebt, wieviel ich schaffe, wenn ich fokussiert bin, und will das unbedingt im neuen Jahr fortsetzen. Die Selbstvernachlässigung war das Gegenteil von Fokus: Ich ließ es zu, dass mich andere fremdbestimmten und immer in andere Richtungen zogen.

Ich bin nicht sehr respektvoll mit mir selbst umgegangen. Das ist eine traurige Erkenntnis, die mir aber jetzt, wo ich sie niederschreibe, nicht mehr wehtut. Stattdessen wird es darauf ankommen, mich daran zu erinnern, während das noch neue Jahr langsam fortschreitet. Mir selbst gegenüber den nötigen Respekt aufzubringen und deswegen den Fokus aufrechtzuerhalten – das ist eine weitere gute Leitidee für dieses Jahr.

Der Traum fürs neue Jahr

„Und ich weiß, Du kommst natürlich nicht
Und ja, das heißt, wir sind nicht aus der Pflicht
– Dota Kehr: Wir rufen Dich Galaktika“

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Sieben Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Letzte Nacht hatte ich einen interessanten Traum. Ich war irgendwo unterwegs, wo ich noch nie zuvor gewesen war, in einem fremden Land. Es war recht kühl, aber es hieß, zu dieser Jahreszeit sei es erträglich. Ich sah unberührte Natur, einen See von den Bergen aus.

Plötzlich liefen mir drei junge Frauen über den Weg, alle drei hellblond und herzlich lachend. Sie hielten mich für einen Einheimischen und sprachen mich in einer skandinavischen Sprache an, so dass ich ihnen erst einmal erzählen musste, dass ich Tourist war (was scheinbar nicht offensichtlich war). In dem Versuch, nicht alles auf Englisch sagen zu müssen und guten Willen zu zeigen, kramte ich verschiedene Kauderwelsch-Bücher aus meinem Rucksack.

Dann kam noch ein russischer Tourist hinzu, der mich fragte, was ich so im Leben machte. Ich antwortete ihm, dass ich in der Softwarentwicklung arbeite und Scrum Master sei, dass mir das grundsätzlich gefalle, aber dass mir ein höherer Zweck fehle und dass ich mich nach einem Sinn sehnte.

Wie ich das so ganz ruhig sage, überkommt mich eine große Zufriedenheit, die auch nach dem Aufwachen nicht mehr weggeht. Eigentlich hatte ich vor, heute über etwas anderes zu bloggen, aber dieser Traum bekommt Vorrang, weil er mich so fasziniert.

Warum war ich so zufrieden? Weil ich mich das Richtige getan habe! Weil ich kurz und knapp sagen konnte, was ich mache und was mir fehlt, und das in aller Ruhe, ohne traurig oder wütend zu werden. Weil ich mir selbst gegenüber aufrichtig gewesen bin. Und weil ich das, was ich im Traum gesagt habe, auch so im echten Leben sagen kann. Darum war dieser Teil des Traums so real, und das inmitten einer Szene, die mit meiner derzeitigen Realität nichts zu tun hat. Ich nehme das als sehr starken Hinweis darauf, was wirklich wichtig ist, gerade weil die Umstände nichts damit zu tun hatten, sondern es aus mir selbst heraus kam.

Die Situation hätte auf einer Reise stattfinden können, etwa „der Auszeit zweiter Teil“, diesmal z.B. in Island unterwegs. In dieser Hinsicht gibt es einen Bezug zu meiner Sehnsucht nach Reisen.

Die Aussage des Traums ist jedoch gerade nicht „Du solltest wieder verreisen, um glücklich zu werden“. Die Botschaft lautet eher „Du kannst verreisen, wie Du willst, aber Du kannst vor Deinen eigenen verborgenen Bedürfnissen nicht weglaufen und es ist besser, wenn Du zu ihnen stehst“. Die Reisesituation war mehr ein Katalysator, um das deutlich zu machen:

  • Es kommt nicht darauf an, in gewohnter Umgebung und in ein soziales Netz eingebettet zu sein (neues Land, fremde Leute).
  • Es kommt nicht darauf an, etwas zu leisten (Sprachkenntnisse) oder nützlich zu sein (Tourist!).
  • Es kommt nicht darauf an, Frauen zu beeindrucken (die interessierten sich auch ohne eine besondere Leistung für mich).

Es kommt darauf an, sich selbst gegenüber aufrichtig zu sein. Alles andere ist zweitrangig und wird sich schon finden.

Aufrichtigkeit ist eine Voraussetzung dafür, den Groove wiederzufinden! Das ist doch ein prima Leitbild fürs neue Jahr.

Ein Lied ging mir nach dem Aufwachen nicht mehr aus dem Kopf – und darüber hätte ich so oder so heute gebloggt. Es stammt von Dota Kehr, auf die ich auf Empfehlung einer Freundin erstmals bei ihrem Wohnzimmerkonzert aufmerksam wurde. Der Titel bezieht sich natürlich auf die gute Fee aus der Fernsehserie „Hallo Spencer“, mit der ich viele Kindheitserinnerungen verbinde. Egal, in welcher Klemme die Dorfbewohner saßen: Mit einem Vier-Zeilen-Reim wurde Galaktika herbeigerufen und brachte alles wieder in Ordnung.

Ich finde das Lied hochspannend, weil der Text einerseits Sehnsucht nach Erlösung ausdrückt, andererseits auch klar benennt, dass wir unsere Probleme schon selbst lösen müssen, und das ohne traurig oder bitter zu klingen. Eine Perle deutschsprachiger Liedkunst!

Dota Kehr: Wir rufen Dich Galaktika

Die Sehnsucht bleibt frisch

In drei Tagen sind es ein Jahr und neun Monate, seit ich mich aufgemacht habe, um den verlorenen Groove zu suchen. Sechs Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Wie habe ich die letzten drei Monate dieses Jahres erlebt? Was habe ich gelernt?

Das wichtigste zuerst: Niemand muss sich wegwerfen.

Meine Hoffnung, dass mit dem zweiten Halbjahr die bessere Jahreshälfte angebrochen sei, hat sich auch im vierten Quartal erfüllt.

Dabei ist nicht alles wahr geworden, was ich mir erträumt hatte: Meine Reisepläne verschoben sich. Meine Länderliste ist noch auf demselben Stand wie Ende 2014. Dieses Jahr bin ich sogar noch weniger gereist als letztes Jahr – nur zwischen Deutschland und den Niederlanden. Ich glaube, das letzte Mal habe ich 2001 so wenige Länder gesehen, als ich studienbedingt im Sommer keine große Reise machen konnte.

Dennoch hatte ich eine besondere Reise im Oktober. Es war ein wunderbares Wochenende oder „der Helden-Con“, wie ich es nach wie vor nenne.

Weil Reisen nicht ging, habe ich mich darauf konzentriert, als Person zu wachsen. Herausgekommen ist dabei ein Lernerfolg am Jahresende. Das, was ich dabei gelernt habe, kann ich nicht nur für den Beruf verwenden, sondern auch für mich privat. Die eigentlich wichtige Frage lautet nicht „Kann ich so leben, wie ich es derzeit tue?“, sondern „Sollte ich so leben, wie ich es derzeit tue?“. Das „sollte“ wird dabei ganz von mir bestimmt. Es geht also nicht darum, ob es überhaupt irgendwie möglich ist, sondern ob es eine gute Wahl ist. Eine gute Denkanregung, die mich gerne ins neue Jahr begleiten darf!

Was mich in der Zukunft ebenfalls beschäftigen wird, ist Selbstvorsorge zu üben, und zwar im Denken, Fühlen und Handeln. Das zeigte sich zuletzt bei so weltlichen Dingem wie dem neuen Schreibtischstuhl. Damit verbunden ist, Stress rechtzeitig zu erkennen und Techniken zur Entspannung wie ASMR zu verwenden.

Eine Sache ist mir klar geworden: Ich will ganz im hier und jetzt sein. Oder wie ich es an meinem Geburtstag formuliert habe: Die Zeit ist jetzt.

Meine große Suche hat dabei beachtliche Erfolge erbracht: Ausgerechnet in schlechter Zeit kam der Groove zurück. Zuletzt habe ich viele Eindrücke in kurzer Zeit gesammelt, wobei ich Leute begeistern konnte, lange aufgeschobene organisatorische Aufgaben erledigt habe, mich wieder konzentrieren konnte und vor allem wieder kreativ war.

Es ist kein Traum. Und es muss kein Traum bleiben.

Dass ich noch eine ordentliche Wegstrecke vor mir habe, kann ich ganz einfach messen: Wann war ich zum letzten Mal glücklich und zufrieden in meinem Leben, sowohl auf der Arbeit als auch privat? Vor vier Jahren. Eines ist mir gleichzeitig klar: Die letzten zwei Jahre waren besser als die zwei davor.

Der nächste Schritt besteht für mich darin, die sehr komplizierte Organisation meines Lebens zu vereinfachen. Altes loslassen ist nur ein Teil davon. Ich glaube nicht, dass ich irgendjemandem beweisen muss, dass ich das Spiel des Lebens auch in einem künstlich hochgesetzten Schwierigkeitsgrad meistere.

Neben den Leitideen, die ich oben schon ausgeführt habe, bleibt „Reisen, wenn es irgendwie geht“ mein Wunsch für 2022. Denn die Sehnsucht, aus dem Alltag auszubrechen und etwas ganz anderes zu sehen, die bleibt.

Wenn es um Reisen und Sehnsucht geht, fallen mir aus irgendeinem Grund immer elektronische Lieder ein – vielleicht weil sie mit Bildern von schönen Orten oder dem Blick zu den Sternen verbunden sind. Dieses hier ist auch nach Monaten in meinem Kopf geblieben:

Kryder – Come Home Soon

Tief und tausendfach

„Und wenn ich Dich zwei Fragen fragen würde, wär das:
Woran glaubt Du? Und wofür lebst Du?
Und wenn Du mich zwei Fragen fragen würdest, wär das:
Woran denkst Du? und Wohin gehst Du?“
– Klee: 2 Fragen

„Doch wie er von der Liebe sprach
stach mir mitten ins Herz
tief und tausendfach“
– Klee: Tausendfach

„Und eben noch war da
nur Dunkelheit“
– Klee: Wenn Dich die Liebe trifft

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Sechs Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Zuletzt habe ich darüber gebloggt, dass sich niemand wegwerfen muss, wie mein Geburtstag besser war als der ein Jahr zuvor, dass ich ganz im hier und jetzt sein will, ein wunderbares Wochenende, ASMR, wie sich meine Reisepläne verschoben, Stress rechtzeitig zu erkennen, wie der Groove ausgerechnet in schlechter Zeit zurückkam, einen Lernerfolg am Jahresende, Selbstvorsorge zu üben sowie den neuen Schreibtischstuhl.

In der vergangenen Woche seit dem letzten Eintrag habe ich einige interessante Erfahrungen gemacht. Ich kann mich nicht daran erinnern, seit dem Beginn meiner Suche jemals so viele Eindrücke auf einmal gesammelt zu haben. Vieles erinnerte mich an vergangene Situationen, aber es war alles viel dichter beieinander.

Auf der Arbeit hatte ich um Rückmeldung gebeten. Eine Kollegin schrieb, man sehe, wenn ich für eine Thema brenne, und sinngemäß, dass es toll sei, mich so zu erleben. Das erinnert mich daran, wie ich im Oktober 2019 die Leute begeisterte. Als ich jetzt diese Bestätigung bekam, fühlte ich mich sehr erfüllt. Ich habe diese Situationen, in denen ich etwas ausstrahle, also häufiger, und es ist angenehm für andere Leute. Ich sollte also umso stärker denn je dafür sorgen, dass ich meine Zeit mit Tätigkeiten verbringe, die mir etwas bedeuten. Dann habe ich den Groove.

Seit vorgestern habe ich außerdem Urlaub. Am Montag habe ich ein Wiki-Projekt um einen weiteren Meilenstein vorangebracht – etwas, das ich seit Monaten tun wollte und für das ich nie die Konzentration aufbrachte. Und jetzt ging es mir ganz leicht von der Hand, obwohl es tatsächlich nicht trivial war und ich immer wieder kurz nachdenken musste.

Am selben Tag habe ich eine weitere Esperanto-Übersetzung eines „Die Ärzte“-Liedertextes fertig bekommen – genauer gesagt, eine brauchbare Rohfassung, der noch Korrekturlesen fehlt. Es ist verrückt, dass mir ähnliches vor fast genau einem Jahr passiert ist. Der Text, den ich jetzt zuende übersetzt habe, war auch der, für den ich damals erste Ideen notiert hatte. Das Jahr über hatte ich meine Notizen immer mal wieder in der Hand (vor allem bei Zugfahrten) und weitere Zeilen aufgeschrieben. Die Übersetzung ist also wirklich ein Produkt der letzten 12 Monate. Wenn ich so kreativ bin, fühle ich mich lebendig!

Heute war ich in Münster und habe einige Dinge erledigt, die ich schon seit mindestens zweieinhalb Jahren tun wollte. Nebenbei hatte ich sogar noch Zeit, einige neue Klamotten einzukaufen. Es fühlte sich wie ein ungewohnter Luxus an, einfach in ein Geschäft gehen zu können und für mich zu sorgen!

Am Nachmittag habe ich den nächsten Meilenstein im Wiki-Projekt geschafft – und das war wirklich kreative Arbeit, denn es ging vor allem darum, einen Text zu verfassen und ihn aus allen möglichen Teilen und Notizen zusammenzusetzen. Damit habe ich die Vision, die ich mir zu Anfang des Jahres für das Wiki gesetzt hatte, wahr werden lassen. Ich habe etwas geschafft, nachdem ich über das Jahr verteilt immer wieder Phasen größerer Aktivität für dieses Ziel hatte.

Zuletzt gibt es noch eine bemerkenswerte musikalische Erfahrung, die ich schon vor einigen Tagen hatte und die bis jetzt anhält. Ich hatte die Singles des 2. Klee-Albums entdeckt, als sie jeweils neu waren, und mehrfach darüber gebloggt. So sehr sie mir auch gefielen, ich durfte ein Lied wie Tausendfach nicht zu oft hören, weil ich dann immer melancholisch wurde. Beim Hören der 1. Single „2 Fragen“ bekam ich außerdem Anfälle von Bitterkeit in Form von Gedanken wie „Ich kann an nichts glauben“ oder „Ich gehe doch nirgendwohin“.

Klee: 2 Fragen

Und jetzt höre ich dieselben Lieder – und ich werde nicht mehr bitter oder traurig. Ich denke daran, welche Ausstrahlung Leute an mir bemerkt haben, wenn ich den Groove habe. Eine Idee zu haben, für die ich mich begeistern kann, ist größer als die Summe all dessen, was ich hier und jetzt leiste, und eine Vision von einer besseren Zukunft formulieren zu können, kann verblassen lassen, was wir hier und heute erleben. Das ist etwas, was ich aus „2 Fragen“ jetzt auch heraushöre. Und „Tausendfach“ sehe ich nicht mehr als eine wehmütige, bittersüße Erinnerung an bessere Zeiten, sondern als Bestätigung, dass es wichtig ist, dass einen etwas berühren kann, und dass dann selbst schmerzvolle Erfahrungen ihren Sinn haben.

Klee: Tausendfach

Gestern war der kürzeste Tag des Jahres. Ab jetzt gewinnen wir fast ein halbes Jahr lang jeden Tag einige Minuten Helligkeit. Und wenn ich während der dunkelsten Zeit des Jahres so viele Lichtblicke erleben kann, dann glaube ich, dass auch meine persönliche Talsohle durchschritten ist.

Unglaublich, was ich alles zustandebringe und genießen kann, wenn ich Zeit für den nötigen Fokus bekomme. Davon möchte ich mehr in den nächsten sechs Monaten!

Operation Augias: Der neue Schreibtischstuhl

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Sechs Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Zuletzt habe ich darüber gebloggt, dass sich niemand wegwerfen muss, wie mein Geburtstag besser war als der ein Jahr zuvor, dass ich ganz im hier und jetzt sein will, ein wunderbares Wochenende, ASMR, wie sich meine Reisepläne verschoben, Stress rechtzeitig zu erkennen, wie der Groove ausgerechnet in schlechter Zeit zurückkam, einen Lernerfolg am Jahresende sowie Selbstvorsorge zu üben.

Da ich noch auf absehbare Zeit von zu Hause aus arbeiten werde, ist es umso wichtiger, eine gute Ausstattung zu haben. In den letzten Monaten ist mein einst heißgeliebter „Commanderstuhl“ mehr und mehr kaputtgegangen, bis er ganz absackte und sich die Größe gar nicht mehr verstellen ließ. Klare Sache, ich brauchte etwas Neues.

Gerne hätte ich mir einen neuen Schreibtischstuhl von einem lokalen Unternehmen angesehen, aber das war in diesen Tagen nicht möglich, da sich der Ausstellungsraum nicht in Hoofddorp befindet. Immerhin wurde ich so auf die EU-Norm 1337 aufmerksam für egonomische Stühle. Letzten Endes habe ich im Internet bei IKEA gestöbert, mir zwei Modelle notiert und bin dann zur Filiale nach Haarlem gefahren.

Ich hatte ohnehin am letzten Freitag im November einen Urlaubstag genommen. Am Nachmittag war es angenehm leer. Ich fand beide Modelle sofort und stellte fest, dass mir mein erster Kandidat tatsächlich besser gefiel. Es ist ein neues Modell namens Järvfjället, entworfen von Eva Lilja Löwenhielm.

Bevor ich mir mein Exemplar aus dem Lager suchte, ging ich jedoch im IKEA-Restaurant essen. Ich konnte in aller Ruhe essen; ich musste ja nicht hetzen. Alles schmeckte irgendwie intensiver als sonst: Die Fleischklößchen, die Pommes, die Preiselbeerensoße, sogar der Broccoli!

Plötzlich überkam mich wieder ein Kippbild. Es war schon vorher nicht ohne Traurigkeit gewesen, als ich durch die Filiale ging. Was IKEA in Haarlem mal für eine Bedeutung für mich hatte – ein neues Leben aufbauen. Auch das alleine essen erzeugte gewisse Phantomschmerzen. Gerade weil es mir so gut schmeckte, kippte das Bild plötzlich: Da sitze ich als einzelner Mensch und kann mich unheimlich darüber freuen, eine Mahlzeit einzunehmen. Ich weiß etwas zu schätzen. Ich bin doch eigentlich ganz ok!

Der neue Stuhl ist übrigens eine Wucht. Was ist das angenehm, in ihm zu sitzen!

Dann blieb noch, den alten Stuhl zu entsorgen. Leider gab es Termine zum Sperrmüllabholen nur noch ganz am Ende des Jahres. Letzten Samstag habe ich mich dann mit einer Sackkarre zur Umweltstraße aufgemacht. Dieses Mal konnte ich den Großteil der Strecke mit dem Bus zurücklegen. Ohne die neuen Schuhe hätte ich mich nicht gewagt. Aber es war recht warm und regnete nicht. Eine besser Chance würde nicht kommen!

Was habe ich alles mit diesem Stuhl erlebt, wie viele Schlachten geschlagen, aber auch bittere Niederlagen erlebt! Dennoch war ich froh, ihn noch vor Ablauf des Jahres loszuwerden. Es ist wichtig, alte Kapitel abzuschließen, damit neue beginnen können.

Einen Stuhl zum Sperrmüll bringen hört sich trivial an. Ich fühlte mich direkt danach jedoch unheimlich erfüllt. Da ist ein ganz deutliches Zeichen, dass ich das Richtige getan habe – und noch viel wichtiger, etwas allein für mich, denn niemand anders profitiert davon.

Wie nach dem Entsorgen der beiden Fahrräder machte ich mich zu der speziellen Bäckerei auf, bei der ich mir bereits die beiden vorherigen Male leckere Sachen gegönnt hatte. Ich machte unterwegs meine Jacke auf. Ich fühlte die leichte Kühle am Körper. Es war so angenehm, wieder so intensiv etwas zu spüren!

Die Schinken-Käse-Croissants und der Karottenkuchen schmeckten ebenfalls unheimlich lecker. Es scheint, als ob meine Sinne mehr und mehr zurückkommen. Die lange nicht enden wollende Dunkelheit könnte in einer späten Phase sein!

Selbstfürsorge üben

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Sechs Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Zuletzt habe ich darüber gebloggt, dass sich niemand wegwerfen muss, wie mein Geburtstag besser war als der ein Jahr zuvor, dass ich ganz im hier und jetzt sein will, ein wunderbares Wochenende, ASMR, wie sich meine Reisepläne verschoben, Stress rechtzeitig zu erkennen, wie der Groove ausgerechnet in schlechter Zeit zurückkam sowie einen Lernerfolg am Jahresende.

Ich habe vielleicht eine Methode gefunden, um meine Selbstvernachlässigung in bestimmten Situationen zu überwinden. Das kam so: Ich war erneut in einer Situation, in der ich gerne etwas Neues für mich kaufen wollte. Ich hörte – diesmal gut vorbereitet, um darauf zu achten – innere Stimmen, die mir sagten, dass das doch sehr aufwändig sei, nur dafür einkaufen zu gehen, die Geschäfte seien doch schon voll genug, ich würde Leuten zur Last fallen, ich sollte doch vernünftig sein…

Aber diesmal wollte ich noch weniger nachgeben als zuvor. Ich stellte mir zwei einfache Fragen:

  1. Brauche ich das wirklich?
  2. Brauche ich das wirklich jetzt?

Das konnte ich beides sofort bejahen. Damit stand fest, dass alle „Argumente“ gegen einen Einkauf nur innerliche Ablenkung waren. Ich suchte mir im Internet einige Paare Schuhe heraus, überprüfte die Verfügbarkeit im Geschäft und ging los. Zu meiner großen Freude bestätigte sich ein weiteres Mal, wovon ich sowieso schon überzeugt war: Schuhe möchte ich nicht im Internet bestellen, sondern vor Ort ausprobieren, weil ich nur dann weiß, wie gut sie sitzen. Es stellte sich heraus, dass genau das eine Modell, das ich nicht selbst finden konnte, so dass ich es mir von einer Verkäuferin heraussuchen ließ, am besten passte.

Und ja, eigentlich gruselig, dass mir für eine Ausgabe von unter 100 Euro die inneren Stimmen zurufen, dass ich das doch nicht verdient hätte. Gleichzeitig gut zu wissen, dass sie dieses Mal wieder nicht gewonnen haben.

Nachdem ich im Rahmen der Operation Augias seit letztem Jahr massiv Schuhe in die Kleidersammlung gegeben hatte, war es an der Zeit, mir wieder neue für den Winter zuzulegen. Es ist ein kaffeebraunes Paar geworden – sonst gar nicht mein Stil! Aber es war Zeit, etwas auszuprobieren.

Dazu fällt mir natürlich ein Lied von den Beatles ein. Aber auch im Film Wag the Dog gab es ein Stück über einen Schuh namens „Good Old Shoe“.

The Beatles: Old Brown Shoe

Ein Lernerfolg am Jahresende

„Ich bin eine Tochter Tie’Shiannas. Mein Geist ist durchdrungen von der Kraft des Humus. Sie füllt meinen Geist mit Bildern und Eingebungen von einem besseren Morgen.

Ich glaube, Ihr seid der Bote dieses besseren Morgen. Ihr werdet helfen, unsere Hoffnungen von neuem erblühen zu lassen, und den Schrein der Nurti heilen.“
– Kind Tie’Shiannas, Drakensang: Am Fluss der Zeit – Phileassons Geheimnis

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Sechs Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Zuletzt habe ich darüber gebloggt, dass sich niemand wegwerfen muss, wie mein Geburtstag besser war als der ein Jahr zuvor, dass ich ganz im hier und jetzt sein will, ein wunderbares Wochenende, ASMR, wie sich meine Reisepläne verschoben, Stress rechtzeitig zu erkennen sowie wie der Groove ausgerechnet in schlechter Zeit zurückkam.

Der letzte Monat des Jahres hat begonnen – üblicherweise geht es in den Endspurt des Jahres voller Stress und Müdigkeit – nicht gerade die ideale Zeit für Wachstum und Veränderung.

Umso wichtiger war es mir, noch im Dezember eine Prüfung zur beruflichen Weiterbildung zu bestehen: Professional Scrum with User Experience (PSU I) („Professionelles Scrum mit Nutzererfahrung“). Dieses Zertifikat gibt es seit Ende Februar 2019. (Stand 01. Dezember haben es 1.734 Leute.) Ich werde hier nicht alles auflisten, was ich zum Lerne verwendet habe. Ein zentraler Teil war das Buch „Lean UX: Designing Great Products with Agile Teams“ von Jeff Gothelf und Josh Seiden.

Bis hierher wirkt es wie ein Spiegel des Eintrags vom Anfang des Jahres. Es gibt aber noch ein wenig mehr Hintergrund zu erzählen.

Da sich meine Reisepläne um mindestens einige Monate verschoben haben, war es mir umso wichtiger, meine Sehnsucht auf eine andere Art und Weise auszuleben. Die Idee, genau diese Prüfung zu machen, hatte ich schon vor zwei Jahren, als es bereits steil mit meinem Leben bergab ging. Als ich vor einigen Wochen im Büro einige Plakate zum Thema UX sah, erinnerte ich mich an meine Pläne von damals. Ich habe mich so sehr nach Veränderung, nach einem neuen Morgen, nach Hoffnung gesehnt, doch schienen es die Umstände und mein persönliches Energieniveau seitdem nie zuzulassen. Der Geburtstag und das Wochenende mit Freunden im Oktober haben mir die Motivation und Kraft gegeben, um seitdem fast täglich zu lernen.

Denn eines habe ich begriffen: Die Zeit ist jetzt. Eine bessere Zeit wird nicht kommen.

Die Prüfung habe ich übrigens mit 100% der Punkte bestanden. Wenn ich völlig wirr im Kopf und ohne Konzentration wäre, hätte ich das wohl kaum geschafft. Das ist ein Zeichen, dass ich stärker auf mich selbst vertrauen kann. Stattdessen sollte ich Umgebungen und Personen meiden, die mir den Eindruck vermitteln, nicht gut genug zu sein. Ich bin es doch offensichtlich unter den richtigen Umständen!

Der Groove – ausgerechnet in schlechter Zeit

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Sechs Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Zuletzt habe ich darüber gebloggt, dass sich niemand wegwerfen muss, wie mein Geburtstag besser war als der ein Jahr zuvor, dass ich ganz im hier und jetzt sein will, ein wunderbares Wochenende, ASMR, wie sich meine Reisepläne verschoben sowie Stress rechtzeitig zu erkennen.

Vor einem Monat war ein Wochenende mit Freunden noch möglich – jetzt sieht die Situation ganz anders aus. Ich habe eine für dieses Wochenende geplante Reise abgesagt.

Diese Entscheidung ist eine persönliche Risikoabwägung. Ich habe mich zwar so schnell wie möglich impfen lassen – seit letzter Woche auch gegen Grippe. Mir ist dessen ungeachtet klar, dass mich das nicht unverwundbar macht. Wenn der Tag kommt, möchte ich zurückschauen und sagen „ich habe alles getan, um mich und andere zu schützen“.

Natürlich macht mich es ein wenig traurig, eine Gelegenheit zum Wiedersehen zu verpassen. Gleichzeitig habe ich ein gutes Bauchgefühl: Ich habe die richtige Entscheidung getroffen.

Gerade in diesen wieder düsterer werdenden Zeiten scheint jeder Lichtstrahl umso heller. Vorletzten Freitag habe ich tatsächlich wieder den Groove gehabt!

Es war erneut bei einer virtuellen Veranstaltung rund ums Thema „Agile“. Ich habe an diesem „Open Space“ seit über einem Jahr immer wieder teilgenommen, aber nun zum ersten Mal einen Beitrag angeboten. Mir kam in Gespräch mit den anderen die Idee, über interkulturelle Kompetenz zu erzählen.

Ich notierte mir vorab die wichtigsten Stichworte sowie zwei Buchtitel zu dem Thema – aber das war es auch schon. Keine größere Vorbereitung war notwendig! Und obwohl ich praktisch improvisiert habe, ging mir alles ganz leicht von der Hand und mein Publikum war begeistert. Ich bekam sogar die Rückmeldung, „wie ein Schriftsteller“ gesprochen zu haben. Das war der Groove! Ich war wieder ganz bei mir selbst und strahlte das auf andere aus.

Es spricht nichts dagegen, beim nächsten Mal wieder so einen Beitrag anzubieten! Zum Beispiel kann ich genauer auf einzelne Aspekte einzugehen oder ein Gespräch zum Erfahrungsaustausch anbieten.

Das Lied für den heutigen Eintrag habe ich erst kürzlich entdeckt. Inspiriert wurde ich durch ein Video über den Film Lost Boys, mit dessen Soundtrack ich mich schon vor Jahren beschäftigt hatte.

GoodBadFlicks: Exploring The Lost Boys – The History Behind the Beloved Vampire Horror Comedy

Ich hörte mir verschiedene Coverversionen von „Cry little sister“ an. Eine fand ich besonders schön. Wie sich herausstellte, ist die Aufnahme von einer Niederländerin und stammt aus diesem Jahr!

Charlotte Wessels: Cry little sister

Ich habe manchmal Angst, dass ich langsam alt werde in dem Sinne, dass ich nicht mehr offen für neue Entwicklungen bin, was Musik angeht. Dass mir ausgerechnet diese neue Version so gut gefällt, hat mich sehr beruhigt!

Stress rechtzeitig erkennen

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Sechs Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Zuletzt habe ich darüber gebloggt, dass sich niemand wegwerfen muss, wie mein Geburtstag besser war als der ein Jahr zuvor, dass ich ganz im hier und jetzt sein will, ein wunderbares Wochenende, ASMR sowie wie sich meine Reisepläne verschoben.

Letzte Woche habe ich erneut an einer Sitzung über Befreiende Strukturen (Liberating Structures) teilgenommen. Die hatten mir bereits geholfen, meine eigene Aufgabe zu erkennen, sowie was ich bereits erreicht habe.

Diesmal ging es um Stress und wie man damit umgeht. Mit anderen Worten: Genau mein Thema!

Das wichtigste Element, das ich selbst aus den Gesprächen mitgenommen habe, lautet: Stress als Folge von unklaren Grenzen. Das ist sehr wahr. Ich bin davon überzeugt, dass viel Stress als Folge von ungenügender Abgrenzung gegenüber anderen entsteht. Das ist eine sehr wichtige Erkenntnis gerade im Hinblick darauf, wie ich das Mischpult des Lebens besser einstellen kann.

Nebenbei habe ich noch von einer neuen Befreienden Struktur gelernt, die noch in Arbeit ist. Im wesentlichen geht es darum, vier Fragen zu beantworten, um sich einem Begriff zu nähern. Als Beispiel spiele ich das mit dem Begriff „Stress“ durch:

Was ist Stress?

Stress ist eine negative psychische und körperliche Reaktion auf eine mentale Überlastung. Stress basiert auf frühmenschlicher Reaktion auf Gefahrensituationen (Angriff, Flucht oder sich totstellen), passt aber in den allerwenigsten Fällen auf die Situationen der heutigen Zeit, in denen er auftritt.

Was ist Stress nicht?

Stress ist keine (positive) Anspannung. Stress hat nichts mit Fokus zu tun. Stress hat keine Verbindung zu Leistung.

Wovon ist Stress Teil?

Stress ist Teil eines unausgeglichenen Lebens oder Arbeitslebens, in denen Anforderungen höher als die eigene Leistungsfähigkeit sind oder Druck ausgebübt wird, um mehr zu leisten, als man unter vernünftiger Abwägung bereit ist zu tun. Stress ist Ausdruck eines geringen Selbstwertgefühls, durch das man akzeptiert, dass einen andere schlecht behandeln oder drohen abzuwerten oder eigene Grenzen überschreiten.

Was sind Teile von Stress?

Sozialer Druck, Androhung von Abwertung, Mangel an psychologischer Sicherheit. Muskelverspannung, Druck auf auf den Ohren, Druck auf dem Brustkorb. Scheuklappen, Tunnelblick. Müdigkeit und nicht einschlafen können. Ständige Traurigkeit oder Gereiztheit. Das Gefühl von Wertlosigkeit und das Gefühl der Sinnlosigkeit.

Interessanterweise konnte ich einiges von dem, das ich gerade notiert habe, mitfühlen, als ich es aufschrieb. Ich fühlte mich aber nicht schlecht oder regte mich auf. Das tat mir sehr gut als Erfahrung!

Vielleicht sollte ich die Mini-Meditation bei Gelegenheit mit einem anderen Begriff wiederholen. „Was ist der Groove?“ usw. wäre doch interessant!

Erneut habe ich ein interessantes Lied gefunden. Es erinnert mich im Spiel ein wenig an Coldplay und geht gut ins Ohr! Was ich sehr daran mag, ist, wie einerseits Müdigkeit, Traurigkeit und eine schlechte Lage angesprochen werden und es gleichzeitig einen hoffnungsvollen Ausblick gibt. Das kann ich derzeit gut gebrauchen!

TV On The Radio – Trouble