Glauben und Zweifel

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Zwei Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus Q2/2020 und alle Blogeinträge aus Q3/2020 zusammen. Zuletzt habe ich gebloggt über Lieder, die mich durch die Nacht bringen, das neue Lebensjahr, vom Sinn des Staunens, was dieses Blog hier wird (und was nicht), die eigene Aufgabe zu erkennen sowie zuletzt über ein erstaunlich tiefgründiges Lied von Sasha.

Heute möchte ich mich einem Thema widmen, das mich schon länger beschäftigt: Glaube und Zweifel.

Denn was mir zuletzt passiert ist, das hat meinen Glauben an viele Dinge erschüttert. Aber auch der Glaube an mich selbst ist seit längerer Zeit angekratzt – zuerst, weil ich aus allen Wolken fiel, als mir schlechte Dinge passierten, dann weil ich dachte, dass ich „nicht gut genug“ sei, schließlich gerade weil ich erkannt habe, dass ich manches nicht absehen konnte. Wie kann man mit einer solchen Unsicherheit zuversichtlich sein?

Ich habe – wie schon früher – einen Rat bekommen, den ich so nicht annehmen konnte:

„Du musst zuerst an Dich selbst glauben.“ bzw. „Wenn Du nicht an Dich selbst glaubst, wird es niemand anders tun.“

Ich habe mich immer dagegen gesperrt – und ich kann jetzt auch benennen, warum: Es kommt bei mir an als „Leistung, die ich zuerst erbringen muss“, bevor man mich überhaupt anständig behandeln kann. Vorher wäre es ja natürlich, mich grundsätzlich anzuzweifeln.

Das ist aber – wie schon bei Selbstwertgefühl und Selbstliebe – ein vergifteter Ratschlag. Tatsächlich wäre es richtig gewesen, auf meine Zweifel zu hören, denn sie waren eng mit meinen Gefühlen verbunden, insbesondere mit Angst. Dieses „Du musst Deine Gefühle unterdrücken, anders können wir nicht mit Dir zurechtkommen“ war überhaupt erst das, was mich so tief in die Krise geritten hat!

Doch kürzlich habe ich eine gute Antwort darauf bekommen. Popkultur kann falsch liegen, hier jedoch stimmte die Botschaft!

Nach dem Lied „The Dawn Will Come“ sagt die Priesterin (oder Seherin?) im Computerspiel „Dragon Age: Inquisition“ noch etwas. Es gibt verschiedene Varianten, aber eine ist ganz besonders:

„Faith is only made stronger by facing doubt. Untested, it is nothing.“

Das finde ich unheimlich ansprechend. Wirklicher Glaube entsteht nicht dadurch, indem man seine Zweifel einfach wegdrückt, sondern indem man sich ihrer bewusst wird und sich eine Zeit lang mit ihnen beschäftigt. Wie wichtig der Zweifel zum Glauben ist, dafür gibt es selbst in der Bibel Beispiele:

Jesus, der im Garten Gethsemane betet. Jesus, wie er 40 Tage in der Wüste lebt. Jesus, der Petrus aus dem Wasser zieht, als dieser zu ertrinken droht. Gerade das letzte Bild bringt mich immer wieder zuverlässig zum Weinen. Das ist, wie ich erkannt habe, ein guter Hinweis darauf, dass ich eine tiefe Verbindung dazu habe. Nicht weggeworfen zu werden, weil man zweifelt, weil man Grenzen hat, weil man strauchelt – das ist eine großartige Vision für die Welt.

Egal, wie oft ich hier eine positive Erkenntnis schildere oder von einem Schritt voran schreibe: Ich habe viele Zweifel. Manchmal habe ich den Eindruck, dass ich ein komplett geschlagener Mann bin. Gleichzeitig denke ich nicht, dass die Lösung darin liegen wird, das alles auszublenden oder zu überwinden. Denn mich auch diesen Gefühlen nicht zu widmen hat mich überhaupt erst in diese Lage gebracht. Wie könnte mich das also jemals wieder herausführen?

Es ist umgekehrt: Das richtige Maß an Zweifel drückt ein gesundes Verhältnis zu den eigenen Gefühlen aus.

„Zweifle nicht an dem, der dir sagt, er hat Angst – aber hab Angst vor dem, der dir sagt, er kenne keine Zweifel.“ – Erich Fried

Das Leben danach

„It is possible to commit no mistakes and still lose. That is not a weakness, that is life.“
Jean-Luc Picard

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Zwei Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus Q2/2020 und alle Blogeinträge aus Q3/2020 zusammen. Zuletzt habe ich gebloggt über Lieder, die mich durch die Nacht bringen, das neue Lebensjahr, vom Sinn des Staunens, was dieses Blog hier wird (und was nicht) sowie zuletzt darüber, die eigene Aufgabe zu erkennen.

Das Leben hält doch noch positive Überraschungen bereit. Popsänger Sasha aus Soest, seit den späten 90ern mit radiokompatibler Popmusik unterwegs, hat 2018 ein Album ganz auf Deutsch herausgebraucht. Ich hatte das gar nicht mitbekommen und bin nur zufällig darauf gestoßen, als ich zuletzt seine „Schrott-Songs“ gesehen und gehört habe (Teil 1, Teil 2, Interview danach). So kann’s kommen: Ein alberner Streich mit der versteckten Kamera führt einen zu Liedern mit Tiefgang:

Sasha: „Leben danach“

Das spricht mir aus der Seele. Ich hätte nicht gedacht, dass jemand so stilvoll über diese Situation singen kann. Drei besonders gelungene Lieblingstextzeilen:

  • „Du hast gedacht, Du wärst längst angekommen“
  • „So viele Jahre und Erinnerungen löscht man nicht mal so eben“
  • „Nachts liegst Du wach, hängst Euren Träumen nach / Dein Herz macht Überstunden“

Aber besonders berührt mich der Übergang: „wenn mit nem lauten Knall alle Türen zufallen / werden neue aufgehen, Du musst nur noch rausgehen“. Vor zehn Jahren, während meiner letzten großen Krise, hatte mir eine Freundin geschrieben: „Für jede Tür, die sich schließt, öffnet sich eine andere.“ Ich konnte das damals nicht gut annehmen – ich sah keine neuen Möglichkeiten. Ich habe damals tatsächlich sehr lange gebraucht, um wieder hochzukommen – mehrere Jahre. Heute sehe ich das anders: Da ist tatsächlich etwas dran, und ich habe mir im letzten halben Jahr einige neue Chancen erkämpft.

Dass ein eigentlich leicht beschwingter Sänger einen richtig tiefsinnigen Text darbieten kann, war mir schon vorher bekannt. Peter Maria (der Mann hinter „Tony Mono“) hat vor einigen Jahren ein ernstes Album aufgenommen. Da heißt es etwa:

„Ich will, dass sich der Himmel verdunkelt, wenn dieses Schiff hier auf Grund geht
(…) wenn dieses Bild wirklich entzwei ist, dass wirklich alles vorbei ist“

Peter Maria: „Wenn Du gehst, nimm mich mit“

Ich hatte immer den Eindruck, dass man als Mann mit Problemen eine lächerliche Figur abgibt, die auch noch zum Ziel von Hohn und Spott wird. Sasha und Peter Maria haben das hingegen umgedreht und aus Liebesleid ein paar tolle Lieder gemacht. Das ist eine Möglichkeit, den Groove wiederzufinden!

Die eigene Aufgabe erkennen

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Zwei Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus Q2/2020 und alle Blogeinträge aus Q3/2020 zusammen. Zuletzt habe ich gebloggt über Lieder, die mich durch die Nacht bringen, das neue Lebensjahr, vom Sinn des Staunens sowie was dieses Blog hier wird (und was nicht).

Heute möchte ich über eine aktuelle und sehr positive Erfahrung schreiben. Ich hatte bereits früher erkannt, dass das Leben keinen Sinn haben muss. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich nicht nach einer Berufung für mich suchen und sie finden kann!

Ich habe in den letzten Monaten immer wieder „Liberating Structures“ („Befreiende Strukturen“; gemeint sind bestimmte Gesprächsformen zur Problemlösung) ausprobiert. Diese hatten mir völlig unerwartet beachtliche Einsichten ermöglicht.

Heute habe ich in einem virtuellen Treffen zuerst die Technik des Nine Whys („Neun Warums“, solange nach dem Grund fragen, bis man auf die grundsätzliche Motivation stößt) benutzt, um meine eigene Aufgabe zu erkennen.

Die Fragestellung zielte zunächst darauf ab, wie ich mir mich selbst in fünf Jahren vorstelle. Das klang zunächst schwer – ich weiß ja, dass ich fünf Jahre zuvor auch nicht absehen konnte, wo ich heute sein würde! Dennoch konnte ich einige grundsätzliche Überzeugungen notieren, denn die Frage nicht auf Status ab, sondern auf Aktivitäten, Initiativen und Beziehungen, in denen ich engagiert zu sein hoffte:

  1. Ich arbeite mit einigen Freiheiten bezüglich dessen, was ich tue.
  2. Ich trage zu einem besseren Arbeitsklima bei.
  3. Ich habe ein berufliches Netzwerk.
  4. Ich tausche mich regelmäßig mit Leuten aus, die mich inspirieren.
  5. Ich wachse als Person – arbeite entlang meiner Gefühle, nicht ohne oder gegen sie.

Ich konnte auch recht schnell erklären, warum mir das wichtig ist:

  • Ich muss als der anerkannt und geschätzt werden, der ich bin.
  • Ich muss zu einer Gemeinschaft gehören.
  • Lebenslanges Lernen ist einer meiner wichtigsten persönlichen Werte.
  • Wachstum als Person brauche ich, um glücklich zu sein.

Und siehe da – es fiel mir überhaupt nicht schwer, meine Mission zu formulieren:

Meine Aufgabe ist es, zu lehren und zu lernen, persönlich zu wachsen und andere, die dasselbe wollen, dabei zu unterstützen.

In einer nächsten Übung sollten wir mit „15%-Lösungen“ überlegen, welche nächsten Schritte wir dafür unternehmen können. Auch hier fiel es mir erstaunlich leicht, eine Antwort zu finden. Ich kam sogar auf drei Ideen!

  • „nein“ sagen zu Aufgaben, bei denen meine eigene (psychologische) Sicherheit nicht gewährleistet ist
  • meine eigenen Emotionen im Auge behalten, während ich arbeite
  • jeden Tag etwas Neues lernen

Für heute habe ich das schon geschafft! Das fühlt sich so erfüllend an…

Eine weitere Lektion, die ich heute wieder einmal erlebt habe: Wie normal und sympathisch ich offensichtlich unter den richtigen Leuten bin.

Kein Seelenstriptease

„Do one thing everyday that scares you / Sing!“
– Baz Luhrmann – Everybody’s Fee To Wear Sunscreen

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Zwei Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus Q2/2020 und alle Blogeinträge aus Q3/2020 zusammen. Zuletzt habe ich gebloggt über Lieder, die mich durch die Nacht bringen, das neue Lebensjahr sowie vom Sinn des Staunens.

Heute möchte ich nur über eine grundsätzliche Sache schreiben, die ich schon länger im Kopf hatte. Einerseits teile ich ich hier persönliche Dinge, insbesondere zu meinen Gefühlen. Andererseits habe ich andere Leute aus meinem Leben nicht namentlich erwähnt, auch wenn sie mir sehr viel bedeuten und mich zu manchem Blogeintrag inspiriert haben. Einige Themen, die sehr wohl eine Rolle spielen, werden bewusst entweder nur angedeutet oder völlig ausgespart. Dadurch wird einiges vielleicht unvollständig und unklar erscheinen, weniger persönlich oder distanziert wirken.

Das ist völlig in Ordnung. Das hier wird kein „Seelenstriptease“ im Internet. Dieses Blog ist kein Buchmanuskript oder der Versuch einer Selbstvermarktung.

Ich werde hier keine peinlichen oder intimen Dinge teilen, sondern nur Teile meine Persönlichkeit. Das darf mein ärgster Feind wissen. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass es meinen Freunden mehr nützen wird. Ich bin auch davon überzeugt, dass die Einträge für sich alleine einen Wert besitzen und lesenswert sind, ohne dass man die ganze Hintergrundgeschichte mit all ihren Details kennt.

Vom Sinn des Staunens

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Zwei Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus Q2/2020 und alle Blogeinträge aus Q3/2020 zusammen. Zuletzt habe ich gebloggt über Lieder, die mich durch die Nacht bringen sowie das neue Lebensjahr.

Was ich im letzten Eintrag als Ausblick beschrieben habe, hat mich auf das Thema des heutigen Blogeintrags gebracht. Schon vorher hatte ich über den Sinn von Gefühlen geschrieben über das Weinen wie den Zorn (sogar zweimal!). Heute möchte ich mich dem Staunen widmen, einer weiteren Grundemotion.

Der Kaiser Friedrich II. bekam den Beinamen stupor mundi – „das Staunen der Welt“. Er verfasste ein Buch über die Falkenjagd und scheute sich nicht davor, zur Zeit der Kreuzzüge auch von muslimischen Quellen und Gelehrten zu lernen. Die Folge der ZDF-Serie „Die Deutschen“ mag ein wenig plakativ daherkommen mit ihren gespielten Szenen – den interessanten Teil von Friedrichs Persönlichkeit schafft sie dennoch herüberzubringen, so dass sie mir auch Jahre nach ihrer Erstausstrahlung noch im Gedächtnis geblieben ist.

Die Deutschen: Friedrich II. und der Kreuzzug

Zuletzt habe ich gestaunt über die Serie „Journey Quest“ (von denselben Leuten, die schon „Gamers“ und „Gamers: Dorkness Rising“ gemacht haben). Ich finde die Schauspieler sympathisch und sehr natürlich, der Plot und die Charaktere interessieren mich – und nicht zuletzt bin ich immer beeindruckt davon, was mit einem kleinen Budget auf die Beine gestellt werden konnte. Die Titelmusik hat es mir ebenfalls angetan (so wie die fröhliche orkische Musik am Ende der 2. Staffel):

Steve Wolbrecht: Journey Quest Perf Runs/Opening Title

Dieses Staunen ist eng verbunden mit Freude – über die Welt an sich, über das, was möglich ist, über das überrascht werden und überrascht werden können. Aber auch darüber, dass bestehende Grenzen überwunden wurden, dass etwas Großartiges möglich war, dass Ideen frei fließen konnten. Dieses Element des Grenzenüberwindens ist etwas, das ich an Fantasy so attraktiv finde. Fantasy ist eng verbunden mit dem Erzählen von Geschichten – einer der ältesten menschlichen Traditionen. Wenn das Unfug wäre, wäre es längst ausgestorben. Im Gegenteil, hier wird eines unserer menschlichen Bedürfnisse erfüllt. Bei Fantasy geht es nicht um die Flucht aus dem Alltag oder eigenen Leben (Eskapismus), sondern das zusätzliche Leben, das lebendig sein unter ganz anderen Umständen, das sich erleben in einem anderen Kontext.

Darum ist Staunen so wichtig: Es ist das Gegenteil von Routine und Pflicht. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, aber ab und zu muss er träumen – ich zumindest. Staunen, mit offenem Mund und großen Augen, ist ein wenig wie nach wie vor Kind sein – die Größe der Welt entdecken. Für diese Lebensfreude hatte ich schon einmal einen anderen Ausdruck – Zukunftslust. Die Offenheit, die mit Staunen verbunden ist und wichtige Voraussetzung für Kreativität ist, bekomme ich sehr leicht durch Fantasy. Zwei Beispiele, die bei mir immer wieder funktionieren:

Zum einen die Nordlandtrilogie. Im ersten Teil gibt es ein Gesicht (wird z.B. für einen Händler verwendet), das ich immer als staunend gedeutet habe und das bei mir selbst immer wieder Staunen hervorruft. Im zweiten Teil spricht man mit Einwohnern verschiedener Orte und erfährt von einem Bündnis zwischen Elfen und Zwergen vor langer Zeit, eine Händlerin kommt aufgeregt auf einen zugelaufen und verkauft einem ein Amulett… diese vielen möglichen Erlebnisse selbst in einem kleinen Ort bringen mich zum Staunen. Das Erkunden einer Welt mit ihren vielen liebevollen Details ist ein Grund, warum alle drei Teile zu meinen liebsten Computerspielen zählen.

Zum anderen James Horners Soundtrack zum Film „Willow“. Gerade der Chor, den man zum ersten Mal hört, wenn man von der Prophezeihung liest, hat für mich immer etwas Mystisches. Das Musikstück „Elora Danan“ ist auch deswegen interessant, weil es durch so viele verschiedenen Stimmungen geht. (Zur Unterhaltung: Man beachte im folgenden Video die Frau im Chor mit den Elfenohren!)

The Danish National Symphony Orchestra: Willow – Elora Danan’s Birth (Live)

Ein Element, das im Film Willow eine große Rolle spielt und das an das anknüpft, das ich letzte Woche noch geschrieben habe: Nicht alles läßt sich vorhersehen. Das Gute, das uns geschehen kann, wird nicht alleine durch unsere Taten bestimmt oder das, was wir jetzt gerade sind.

Ein neues Lebensjahr

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Zwei Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus Q2/2020 und alle Blogeinträge aus Q3/2020 zusammen. Zuletzt habe ich gebloggt über Lieder, die mich durch die Nacht bringen.

Vorgestern bin ich ein Jahr älter geworden. Einen so einsamen Geburtstag hatte ich zuletzt vor sieben Jahren. Damals bin ich immerhin ordentlich abtanzen gegangen – selbst das geht diesmal nicht.

Kuchen gab es aus dem Supermarkt – und eine Geburtstagstorte in Form einer Tafel Schokolade. Immerhin kamen viele virtuelle Glückwünsche an und jemand empfahl mir sogar ein Lied, das ich noch nicht kannte:

Madonna feat. MIA: B-Day Song

Wenn ich mir durchlese, was ich zu meinem runden Geburtstag vor vier Jahren geschrieben habe, dann klingt das wie ein Bericht aus einer fernen Welt – so glücklich und zufrieden. Allerdings habe ich bereits beim Rückblick auf die Zeit vor fünf bzw. zehn Jahren festgestellt: Viele Dinge habe ich schon früher richtig gesehen. Das ist der Nutzen des Bloggens: Ich kann mir später durchlesen, was ich früher einmal gedacht und gefühlt habe.

Dabei ist mir zum wiederholten Male ein Irrtum in meiner Selbstwahrnehmung aufgefallen: Ich halte mich rückblickend of für naiv und unwissend. Dabei stelle ich fest, wenn ich mein Tagebuch von früher lese, dass ich mehr wusste, als ich in Erinnerung hatte. Ich habe sogar über diese Idee selbst schon vor Jahren gebloggt!

Erst gestern ist mir klar geworden, was diesen Irrtum befördert haben kann und warum er so schädlich ist: Bildung hat in meiner Familie und meinem sozialen Umfeld immer eine wichtige Rolle gespielt. Bildung war der Schlüssel und Garant zum Aufstieg vor einer Generation. Lebenslanges Lernen ist ein wichtiger Wert für mich.

Im Übermaß kann daraus jedoch ein Lernirrtum entstehen: Wenn man genug lerne, könne man sich auf alles vorbereiten. Man müsse es nur besser wissen, um schlechte Dinge zu vermeiden. Daraus folgt, dass wenn einem etwas Schlechtes passiert, man offensichtlich dumm und naiv gewesen ist und sich beim Lernen nicht genug angestrengt hat.

Das ist die Bildungsbürgertum-Variante eines gut klingenden, aber absolut toxischen Glaubensgrundsatzes: „Jeder ist seines Glückes Schmied.“ Wem etwas Schlechtes widerfährt, der ist auch irgendwie selbst daran Schuld daran, „er hätte es ja besser machen können“.

Das ist zum einen die Abwehr der Angst, dass einem selbst etwas passieren könnte, selbst wenn man alles richtig macht – eine typisch konservative Lebenseinstellung. Zum anderen ist das der gerechte-Welt-Glaube (Just-world hypothesis) – der Fehler, anzunehmen, es gehe grundsätzlich auf der Welt schon gerecht zu.

Bildung ist wichtig; sie kann jedoch nicht auf alles vorbereiten: Manche Dinge kann man nicht vorher wissen. Sie sind nicht absehbar.

Das ist eine wichtige Sache, die ich im Vergleich zu einem halben Jahr zuvor anders sehe: Ich hätte die jetzige Krise nicht durch „mehr Wissen“ oder „besseres Vorbereiten“ verhindern können. Was mir passiert ist, war extrem ungewöhnlich und einfach Pech.

Freunde und Familie, professionelle Hilfe und Beratung waren sich einig in ihrem Urteil, das ich inzwischen annehmen und teilen kann: Ich hatte vernünftige Vorstellungen. Ich konnte mit bestem Wissen und Gewissen nicht vorhersehen oder verhindern, was mir passiert ist. Ich habe an meinem Unglück keine Schuld.

Und noch eine Sache, die ich anders sehe als zu Beginn meines Abenteuers: Ich war mir sehr wohl des Stresses, der Anspannung, des Risikos für meine Gesundheit bewusst. Ich habe nicht die Warnsignale ignoriert – im Gegenteil, ich habe mir zeitig Hilfe geholt und alle nötigen Schritte selbst in die Hand genommen.

Ich habe lange Zeit den Glauben aufrechterhalten, ich hätte schon irgendetwas falsch gemacht – andere Leute beschuldigen ist nicht fein. Aber ich bin lange davor zurückgeschreckt, anzunehmen, dass schlechte Dinge einfach so passieren, ohne dass jemand ganz konkret die Schuld daran trägt.

Ich habe in letzter Zeit oft gehört, um geliebt zu werden, muss man zuerst „sich selbst lieben“. Das hat immer eine starke Abwehrreaktion bei mir hervorgerufen – Zorn und Abscheu. Was der „Selbstliebe“ und dem „sich selbst verzeihen“ bislang im Wege stand, war das Fehlen der obenstehenden Erkenntnisse.

Das erklärt auch, warum mir die Tränen kamen, wenn es um das grundsätzliche Ablehnen von anderen ging, wenn sie nicht nützlich sind. Bei anderen konnte ich diese Empathie aufbringen, bei mir hatte ich lange eine innere Blockade. Aber wenn man danach die Menschen bemessen würde, ob sie immer so gut wie möglich vorbereitet wären und sich ständig fehlerlos verhalten würden, müsste man die ganze Menschheit verurteilen. Das kann’s nicht sein.

Das ist der Unterschied zwischen zwei Konzepten: Sich selbst verbessern? Sehr gerne – sich an sich selbst messen und besser werden klingt gut. Sich selbst optimieren? Nein danke – das klingt völlig unmenschlich und gnadenlos sich selbst gegenüber.

Für mein Leben ab jetzt habe ich eine neue Sicht: Ich muss nichts mehr beweisen, weder beruflich noch privat. Ich habe im Leben nicht erreicht, was ich wollte, aber alles, was ich konnte. Was jetzt noch kommt, ist alles Zugabe.

Drei Elemente haben sich für mich herauskristallisiert, die für mich funktionieren:

  1. Musik und Kreativität
  2. Herz und Hirn, Feinsinnigkeit
  3. mich in Umgebungen zurechtfinden mit Unsicherheit / Unschärfe / unklaren Regeln

Letzteres ist nicht etwa dadurch verursacht, dass ich Regeln nicht befolgen könnte. Dafür sorgen schließlich mein Verantwortungsgefühl und mein Pflichtbewusstsein. Es ist also nicht aus der Not geboren, sondern aus Freiheit entstanden. Das ist ein wichtiger Aspekt für die Zukunft, denn das kann längst nicht jeder.

Ich bring‘ Dich durch die Nacht

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Zwei Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus Q2/2020 und alle Blogeinträge aus Q3/2020 zusammen.

Zu dem Lied „The Dawn Will Come“ und meinen Gedanken dazu gab es noch eine schöne Rückmeldung:

Reinhard Mey, dessen Lied „So viele Sommer“ ich dieses Jahr zu spielen und singen gelernt habe, hat ebenfalls ein Stück zum selben Thema anzubieten:

Reinhard Mey: Ich bring‘ Dich durch die Nacht

Die letzte Woche hat mir noch einmal einiges an Energie abverlangt. Umso wichtiger ist es, Dinge zu finden, aus denen man wieder neue Kraft schöpfen kann!

Deswegen folgen noch vier weitere Versionen von „The Dawn Will Come“, die es mir angetan haben.

Die erste finde ich sehr zart arrangiert, die zweite hat mich besonders ergriffen, die dritte hat ein ein besonders schönes begleitendes Video. Da der Text sehr wichtig ist, habe ich die Instrumentalversionen weitestgehend außen vor gelassen – aber Lindsey Stirling ist mit ihrer Darbietung und ihrem Video wieder einmal eine Klasse für sich. Daher ist dies die vierte Version meiner heutigen Auswahl.

Malukah

Folkore Guild

Igromanija

Lindsey Stirling

Mag‘ die Nacht auch lang noch sein…

Morgen ist es ein halbes Jahr her, dass ich begonnen habe, mich auf die Suche nach dem verlorenen Groove zu machen. In einem Blogeintrag hatte ich den Hintergrund mit Verweisen auf alle Blogeinträge aus Q2/2020 zusammengefasst.

Was habe ich in dem nun endenden Quartal erlebt und gelernt?

Ich habe den Sinn des Zorn erkannt. Angestoßen durch die unbezähmbare Wut, die sich in mir angestaut hatte, habe endlich für Veränderung gesorgt.

Ich habe auf die Zeit vor fünf bzw. zehn Jahren und Gemeinsamkeiten wie Unterschiede mit meiner heutigen Situation zurückgeblickt – und was ich damals schon begriffen, aber zwischenzeitlich wieder verdrängt hatte. Dazu gesellten sich drei wertvolle Einsichten ebenso wie die Erkenntnis, dass das Leben keinen Sinn haben muss.

Ich sehne mich nach einem Leben in Würde. Dazu gehört, Verletzbarkeit zu zeigen gegenüber den Menschen, denen ich vertraue.

Einer meiner musikalischen Höhepunkte des Sommers war meine Darbietung des Liedes „So viele Sommer„. Kreativität ist einer der wenigen Bereiche meines Lebens, der derzeit nicht brachliegt und in dem ich ganz bei mir selbst bin.

Solche kleinen Erfolge hatte ich auch bitter nötig, denn die große Müdigkeit war allzu oft präsent. Mein oberstes Ziel wird darin bestehen, mich selbst zu retten. Trotz allem habe ich einige Erwartungen an die Zukunft formulieren können.

Passend dazu wurde mir heute ein Lied empfohlen:

Dragon Age Inquisition: „The Dawn Will Come“

Wie heißt es in dem Lied: Die Nacht ist lang und der Weg ist dunkel. Ich musste sofort an „Die Nacht ist vorgedrungen“ denken und reagierte auch genauso: Ich war so gerührt, dass mir die Tränen kamen.

Dieses Lied drückt etwas aus, was ich derzeit fühle – und etwas, das ich brauche. Sehr schön kommt das in folgender Version zum Ausdruck:

Peter Hollens‘ virtueller Chor mit mehr als 500 Leuten

Ja, jetzt sind wir vielleicht in finsterer Nacht. Aber diese Zeit wird nicht für ewig bleiben.

Ich musste an Enyas Lieder aus dem ersten Teil der „Herr der Ringe“-Trilogie denken. Am Ende eines Filmes, der mit bedrückender Stimmung endet, drückt sie in „May It Be“ doch ein Fünkchen Hoffnung aus – auch wenn der Weg noch lang ist. Und in Aníron heißt es sogar übersetzt: „Siehe! Ein Stern erhebt sich aus der Dunkelheit“.

Das ist für mich der entscheidende Unterschied zu „Game of Thrones“, auch wenn beides hochkarätige Fantasy-Produktionen sind. Dort heißt es schlicht „Die Nacht ist dunkel und voller Schatten.“ Eine fesselnde Serie, aber mit überaus düsterer Grundstimmung.

Ich brauche etwas anderes. Wie ich zu Beginn meiner Suche sagte: „We shall see the Shire again!“

Oder wie mir heute jemand schrieb: Jede Reise beginnt mit einem Schritt.

Ich habe für mich eingesehen, dass es keinen Sinn hat, den starken Kerl zu spielen. Ich habe mir sowohl Unterstützung bei meinen Freunden als auch professionelle Hilfe geholt. Am Anfang überwog noch ein Gefühl aus Scham und Schuld, „es nicht alleine geschafft zu haben“, „nicht stark genug gewesen zu sein“ oder gar „die eigene Rolle nicht richtig erfüllt zu haben“. Aber all das ist Unsinn. Die Friedhöfe sind voll von Leuten, die unbedingt alleine stark sein wollten. Die meisten hätten viel länger unter uns bleiben können. Den Tod wird es nicht kümmern, ob wir „uns selbst optimiert“ und unser Leben „höchst effizient“ gelebt haben.

Es ist eine Illusion zu glauben, im Meer des Lebens gäbe es Gewässer ohne Gefahren, man müsse sich nur richtig anstrengen, um sie zu finden. Es ist umgekehrt: Man hat immer noch dort die besten Chancen, wo man die tückischen Strömungen und die Riffe knapp unter Oberfläche kennt.

Ich habe für mich erkannt, dass Verletzbarkeit ein ganz entscheidender Teil meines Menschseins ist. Wer damit nicht zurechtkommt, mit dem sollte ich auch nichts weiter zu tun haben, denn es wäre ein toxisches Verhältnis, das mich nur auslaugen würde.

Ich kann „den harten Krieger“ nicht auf eine Weise verkörpern, die auf Dauer für mich gesund wäre. Und selbst wenn ich es könnte: Ich habe schlicht keine Lust mehr darauf, denn ich finde das unglaublich langweilig.

Ich bin inzwischen fest davon überzeugt, dass es zum Mannsein gehört, seinen eigenen Weg zu gehen und einen persönlichen Umgang mit allen Gefühlen zu finden – und nicht nur denen, die in der jeweiligen Situation gefordert oder von anderen zugestanden werden.

Sich in allen Facetten zu schätzen, auch denen, die nicht gerade angesagt sind – das ist die wahre Panzerung, der echte Schutz gegen jeden Sturm, der da draußen im Leben toben sollte. Das sei mein Leitmotiv für die Monate, die da kommen werden. Jede Reise beginnt mit einem Schritt.

Vertagen, nicht verzagen

„Feel my heart, feel my heart has turned to grey“
Chicane featuring Adam Young – Middledistancerunner

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Ein Blogeintrag fasst den Hintergrund mit Verweisen auf alle Blogeinträge aus Q2/2020 zusammen. Seitdem habe ich über den Sinn des Zorn, Verletzbarkeit, die Zeit vor fünf bzw. zehn Jahren, dass das Leben keinen Sinn haben muss, drei wertvolle Einsichten, „So viele Sommer„, unbezähmbare Wut, Veränderung, Würde und die große Müdigkeit geschrieben sowie zuletzt darüber, sich selbst zu retten.

Eine Freundin hat mich noch daran erinnert, woher ich das Motto der letzten Woche ebenfals kenne: Aus dem Achtsamkeits-Terminkalender „Ein guter Plan“, den sie mir für dieses Jahr geschenkt hat.

Ähnlich wie es Jan Lenarz aufgeschrieben hatte, steht auf einer dazugehörigen Karte:

„Wir haben alle ein bisschen „Ich will die Welt retten“ in uns.

Aber es ist ok, wenn du erst mal nur einen Menschen rettest.

Und es ist o.k., wenn dieser Mensch du selbst bist.“

Schöner könnte ich es nicht ausdrücken. Ich kann die Produkte des Verlages „Ein guter Verlag“ nur empfehlen, denn sie sind einfach schön zu benutzen, anzusehen und anzufassen, jedesmal ein kleiner Lichtblick im grauen Alltag. Und die habe ich auch bitter nötig, denn:

Es ist Herbst geworden. Der Sommer symbolisiert für mich immer die große Zeit, in der ich frei bin, in der alles möglich ist – im Herbst schrumpfe ich wieder auf Normalmaß zusammen, alle unerfüllt gebliebenen Sehnsüchte müssen wie die Blätter an den Bäumen verwelken. Alleine dass ich diesen Sommer zum ersten Mal seit fast 20 Jahren keine große Reise gemacht habe, also die Zeit zum Träumen ausblieb.

Es heißt noch mindestens einige Monate abzuwarten, bis wieder wirklich etwas geht. Ist das nicht eigentlich gegen meine Mission? „Vernünftig sein“ und „abzuwarten“ klingt nicht nach einem Abenteuer. Und ja, das lange Warten macht mir sehr zu schaffen. Bereit zu sein, aber nicht loslegen zu können, das nagt an den Nerven (oder ihren mühsam zusammengeklaubten Restbeständen).

Das gilt sowohl für mein mögliches neues Leben als auch für meine Träume. Ich hatte große Pläne für dieses Jahr: Im Januar hatte ich mir zahlreiche Bücher der Kauderwelsch-Serie bestellt, alle mit Sprachen für Länder, in denen ich noch nicht gewesen bin. Wenigstens weiß ich inzwischen, dass ich meinen Jahresurlaub zum allergrößten Teil auch nächstes Jahr abfeiern kann – aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Jetzt passt ein Lied, das mich schon zu Beginn meiner Auszeit begleitet hat. Chicane, seinerzeit eine Musikempfehlung eines meiner besten Freunde, hat mich immer wieder inspiriert:

Chicane featuring Adam Young – Middledistancerunner

Diese unglaubliche melancholische Stimme von Adam Young (kennt man von Owl City – Fireflies) – und dazu das Video: Ein Typ, der völlig ausgelaugt an seinem Schreibtisch sitzt und offensichtlich den Bezug zu seiner Umwelt verloren hat. Alle möglichen Orte und Sinnesreize können bei ihm keine Reaktion mehr hervorrufen – bis kurz vor dem Ende (des Videos)…

Ich sehe das natürlich durch meine eigene Brille. Wenn ich das Lied höre, packt mich die alte Sehnsucht nach dem Reisen, nach dem Ausbrechen aus dem Alltag, nach dem noch einmal etwas ganz anderes erleben.

Ich wurde von Freunden gefragt, was denn meine Erwartungen an die (nahe) Zukunft wären. Darauf hatte ich spontan eine klare Antwort:

1. Diesen Dreck überleben.
2. Verreisen und feiern, als ob es kein Morgen gibt.

Und noch viel wichtiger davor:

0. Aufhören, von anderen Leuten irgendwelchen Mist zu akzeptieren.

Das ist doch mal ein ganz konkreter Schritt, der sich auch umsetzen läßt!

Sich selbst retten

„Luke? Der ist ja irre! Der kann ja noch nicht mal auf sich selbst aufpassen, wie will er da jemand anders retten?“
– Han Solo zu Chewbacca, Die Rückkehr der Jedi-Ritter

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Ein Blogeintrag fasst den Hintergrund mit Verweisen auf alle Blogeinträge aus Q2/2020 zusammen. Seitdem habe ich über den Sinn des Zorn, Verletzbarkeit, die Zeit vor fünf bzw. zehn Jahren, dass das Leben keinen Sinn haben muss, drei wertvolle Einsichten, „So viele Sommer„, unbezähmbare Wut, Veränderung und Würde geschrieben sowie zuletzt über die große Müdigkeit.

Vor einiger Zeit hat mich John Albrecht im Gespräch auf ein interessantes Phänomen aufmerksam gemacht: Viele Berater, Trainer und Coaches würden stets versuchen, „andere zu retten, anstatt auf sich selbst zu achten“. Statt sich auf die eigenen Bedürfnisse und Verletzungen zu fokussieren, wären sie ständig auf andere gerichtet – und würden damit eigene Wunden nicht heilen. Irgendwann ist die Energie aufgebraucht und dann geht gar nichts mehr.

Er hat das außerdem schön zusammengefasst in dem Artikel „Avoiding Rescue, looking after yourself„. Das „Retter-Syndrom“ als Flucht vor den eigenen Gefühlen hat mich sehr nachdenklich gemacht, denn hier wird deutlich, dass es eben nicht „besonders edel“ ist, seine eigenen Anliegen hintenanzustellen, sondern schädlich und gefährlich.

Sich selbst zu retten ist nicht egoistisch. Sich selbst zuerst zu retten ist eine Grundvoraussetzung dafür, anderen helfen zu können. Ganz trivial kennt man das aus den Anweisungen für Sauerstoffmasken im Flugzeug (ein Beispiel aus dem erwähnten Artikel).

„Mich selbst retten“ wird also mein Programm für die nächsten Monate werden. Was meine eigene Stimmung angeht, so habe ich ein Musikstück wiedergefunden, das sie sehr gut ausdrückt. So schmerzhaft viele Gefühle sind, so sehr tut es auch gut zu wissen, dass das jemand anders auf kreative Weise ausdrücken konnte.

Queen: Save Me