Schengen und Europa

Im ersten Teil: „Wie komme ich nach Luxemburg?

Am nächsten Morgen war es kalt und bewölkt. Ideal, um in das Museum zu gehen!

Zunächst machte ich draußen noch einige Fotos von den Monumenten, die leider durch Bauarbeiten rundherum nicht ganz so leicht zu knippsen waren. Bewegend war es, das Stück der Berliner Mauer zu sehen, das aus gutem Grund hier aufgestellt wurde. Ich erinnere mich noch gut an 1989…

Im Museum selbst lernte ich tatsächlich einige spannende Details rund um das Schengener Abkommen: Die Initiative war von Deutschland und Frankreich ausgegangen und die Benelux-Staaten hatten schnell Interesse signalisiert. Es war absichtlich zunächst nur für diejenigen Länder gedacht, die sich beteiligen wollten, da man nicht davon ausging, mit sämtlichen EU-Ländern sofort eine Einigung zu erzielen. Luxemburg hatte zu jener Zeit des Ratsvorsitz inne und Schengen wurde wegen seiner symbolischen Lage im Dreiländereck ausgewählt. Besonderen Widerstand gab es aus den jeweiligen Innenministerien, aber auch aus dem Wirtschaftsressort, weil die Zöllner um ihre Arbeit fürchteten. Es gab unter den Politikern damals nur sehr wenige Befürworter für offene Binnengrenzen und eine Handvoll Leute musste die gesamte Arbeit koordinieren. Zur Unterzeichnung schickte man „die zweite Garnitur“. Diese Leute waren jedoch von der Wichtigkeit des Abkommens (das eigentlich zwei sind) überzeugt! All das hätte das Zeug zu einer spannenden europäischen Geschichte.

Allerdings wurden auch die Schattenseiten nicht ausgespart: Dass durch den Schengenraum die Außengrenzen umso stärker gesichert werden, was zu dem Phänomen „Festung Europa“ geführt hat, das nicht im Sinne des Abkommens gewesen ist. Den Teil über den Grenzsicherungsdienst „Frontex“ habe ich mir bewusst gespart. Aus meinem Freundeskreis weiß ich, wie sehr man sich als Mensch zweiter Klasse fühlt, wenn man sich ständig für ein Visum abstrampeln muss. Es wirkt unglaublich ignorant, die eigene Reisefreiheit als selbstverständlich anzunehmen.

Eine weitere Sternstunde des Schengener Abkommens brach 2008 an, als eine Reihe ehemaliger Ostblockländer dem Schengenraum beitraten. Völlig zurecht wurde darauf hingewiesen, dass für die Menschen dort die erleichterte Reisefreiheit eine sehr große Bedeutung hat.

Schön fand ich eine recht aktuelle Fotoserie über die Einwohner Schengens. Dort sah man anhand der Namen von Messdienerinnen, dass es offensichtlich portugiesische Einwanderer gibt. Die Einwohner einer Straße hielten stolz ein Schild „seit 40 Jahren“ hoch. Hier vermute ich ebenfalls einen Zuzug aus Portugal, wie er auch in dem Kauderwelsch-Buch erwähnt wird.

Beim Kaufen einiger Andenken im Museum (nein, sie verkauften kein Schengen-Visum!) konnte ich ein weiteres Mal Lëtzebuergesch anwenden. Was für ein hervorragendes Gefühl, eine charmante junge Dame in ihrer Landessprache ansprechen zu können und dann ein so schönes Lächeln als Reaktion zu bekommen! Genau dafür mache ich das alles mit den Fremdsprachen!

Im dritten Teil: Sensationelle Enthüllung! Wie die offenen Grenzen offenbar einen ganz bestimmten Wirtschaftsbereich in Frankreich ruinieren!

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5 Gedanken zu „Schengen und Europa

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