Sardinien und das Meer

So, ich habe in meinem reichlich gefühlsduseligen Eintrag versprochen, über ordentlich Action in meinem Urlaub in Lu Bagnu auf Sardinien zu berichten. Also los:

Ein paar Dinge gehören am Strand in Italien natürlich zum Standardprogramm. Ein ungeschriebenes lex teutonica besagt: Ein deutscher Mann muss grundsätzlich im Meer baden, wenn es nach italienischem Empfinden dafür noch oder schon wieder zu kalt ist (also ungefähr immer außer im August – kein Witz, man erklärte mir mal auf Sizilien bei 40 Grad im Schatten im September, die Badesaison sei eigentlich vorbei!). Dies gilt besonders, wenn Frauen oder italienische Männer zusehen. Letzteren kann man bei dieser Gelegenheit noch einmal zeigen, dass ein richtiger Mann keine Angst vor kaltem Wasser zu haben braucht (wie gesagt, wir reden über das Meer in Italien im Frühling!) und dass es durchaus unterschiedliche Kriterien von Männlichkeit gibt, von denen wohl niemand alle erfüllen kann. Schließlich bekommt man oft genug zu hören, dass deutsche Männer nicht flirten könnten, kein Rhythmusgefühl hätten, zu schüchtern wären usw. Da macht sich so ein Bad im Meer, das bei Italienern regelmäßig Entsetzen und Schockstarre auslöst, als Diskussionsbeitrag ganz gut. Außerdem müssen unter Männern solche kleinen Frotzeleien auch mal sein.

Glücklicherweise gab es am Strand von Lu Bagnu eine Stelle, in denen keine spitzen Steine oder Muschelschalen im Weg waren, so dass ich das perfekte Terminator-Programm durchziehen konnte: Hose und T-Shirt aus und dann mit steten großen Schritten ins Meer waten, ohne eine Miene zu verziehen. Was für ein Spaß!

Beim ersten Mal erschien mir das Meer tatsächlich recht kalt (sogar noch kälter als üblicherweise die italienischen Duschen, um einen Seitenhieb auf Esperanto-Urlaube in Italien zu bringen), aber einige Tage später war es sogar angenehm erträglich. Zu meiner großen Freude wurde ich tatsächlich von mehreren anwesenden Damen fotografiert und bejubelt. Bei dieser Gelegenheit freute ich mich zum ersten Mal besonders, seit dem letzten Sommer ca. 8 Kilo abgenommen zu haben, denn das Nichtvorhandensein eines Bauchansatzes macht sich auf solchen Fotos in Badehose doch sehr gut. Im Laufe der Woche sammelte ich noch einige Komplimente ein, etwa dass ich doch ganz schöne Muskeln hätte, dass ich wirklich abgenommen hätte und dass ich durch meine neue Frisur jünger und viel besser aussähe.

Das klingt alles ganz eitel und oberflächlich? Das mag sein, aber es hat mich glücklich gemacht. Wie damals meine Träume, nur in klein.

Und falls das zu wenig Action war: Da kommt noch mehr.

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9 Gedanken zu „Sardinien und das Meer

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