Alle Wege führen nach Rom

Ich hatte gestern bereits verraten, dass ich zur Zeit in Rom bin. Warum war das schwerer als gedacht? Zum einen wollte die neue Kreditkarte noch nicht so, wie ich es will, sprich: Geld war genug drauf, aber das Limit noch nicht erhöht. Für mich eine ungewohnte Erfahrung, trotz genug Geld nicht zahlen zu können – ich weiß schon, warum ich bisher im Leben Kredikarten vermieden habe wie der Teufel das Weihwasser. Dabei sollte eine Kreditkarte das Bezahlen doch einfacher machen, nicht schwerer…

Als das Buchen der Reise und der Unterkunft über ein Reisebüro endlich inklusive Bezahlvorgang abgeschlossen war, habe ich mir noch, damit die Reise nicht zu einfach wird, zwei Verpeiltheiten geleistet, für die man mich gerne „Verpeilian“ nennen kann:

Zum einen habe ich die Nacht vorher noch ordentlich einen draufgemacht. Gut, es war nach wie vor kein Alkohol im Spiel und ich musste einfach raus und mich bewegen. Ich hätte aber wenigstens vorher schon packen können – zumindest all die Dinge, von denen ich sowieso wusste, dass ich sie brauchen würde. Aber nichts da, ich hatte einfach keinen Bock, das könnte ich ja morgen früh noch machen. Was uns zur zweiten Verpeiltheit führt.

Zum anderen habe ich, gerade weil ich ja die Reisedaten so früh schriftlich wusste, diese nicht im Kopf abgespeichert. Prompt stellte ich mittags fest, dass ich die Abflugzeit falsch in Erinnerung hatte – sie war zwei Stunden früher! Also nichts mit in aller Ruhe zusammenpacken (natürlich war ich spät aufgestanden, denn wozu sich beeilen).

Wenigstens kann ich inzwischen einigermaßen schnell packen. Diesmal brauchte ich keine Viertelstunde, vielleicht sogar unter zehn Minuten. Dann habe ich flugs die Zugfahrt organisiert. Ich kam dann zwar nicht zwei Stunden vorher in Düsseldorf an (diese Möglichkeit hatte ich durch meine Verpeiltheit um einige Minuten verpasst), sondern eine halbe Stunde später. Das reichte aber locker, um die Reisedokumente vom Schalter abzuholen.

Dank eines Rom-Reiseführers meiner Eltern konnte ich vor dem Abflug bereits lesen, wie ich ab der Landung weiterkommen würde. Wenigstens die Adresse des Hotels hatte ich zu Hause bereits auf der Karte ermittelt, alles andere wäre wirklich nicht entschuldbar gewesen!

Unglaublich, aber wahr: Obwohl ich schon oft in Italien war, bin ich noch nie in Rom gewesen. Gut, ich bin einmal auf der Rückreise Ostern 2001 in Rom umgestiegen, aber das zählt nicht richtig.

Dennoch kam ich ab der Landung wunderbar zurecht (die direkten Züge zum Bahnhof Roma Termini sind toll!). Mein Hotel liegt nur zwei Metrostationen weg und ist ein ehemaliges Kloster!

Schon beim Fußweg von der Metro zum Hotel war mir eine Pizzeria ganz in der Nähe aufgefallen, in der ich dann zu Abend gegessen habe. Mittags noch in der eigenen Wohnung gewesen, abends in Rom essen – wie cool ist das denn? Dabei kam mir das alles wie ein Heimspiel vor, so stark wirkten die Erfahrung mit Italien und die Italienischkenntnisse.

Es hätte vielleicht wie eine Wiederholung der Reise nach Mailand einen Monat vorher wirken können, als ich abends ankam und direkt neben dem Hotel essen ging. Aber jetzt merkte ich noch einmal, wieviel anders war, was alles fehlte: Die Negativität, die Stimmungsschwankungen, die tiefe Traurigkeit – und vor allem das Wissen, nach wie vor nicht gesund zu sein und deswegen keinen Alkohol trinken zu dürfen. (Gut, damals in Mailand war eh Fastenzeit… aber auf der Rückreise nach Ostern, als ich im selben Lokal erneut einkehrte, galt das Alkoholverbot immer noch.)

Nicht zu fassen, wieviel sich seitdem in meinem Innern verändert hat und wie stark sich das auswirkt. Es ist, als würde ich alles in einem neuen Licht sehen.

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