Ach, Schweden, komm und gib mir Deine Hand

Schweden war so toll und es gibt noch soviel zu erzählen! Trotzdem war hier im Blog seit fast einer Woche Pause und zwar aus dem besten Grund von allen: Ich bin zu faul zum Schreiben. Ich habe seit Tagen kein Internet zu Hause. Ich war direkt wieder los. Aber zuerst gilt es, alles zu berichten, was ich noch in Schweden gemacht habe.

Die Anreise mit Hindernissen hatte das Abenteuer-Element, der erste Abend tolle Begegnungen in Stockholm und das Mittsommerfest war zauberhaft. Doch die Zeit in Härnösand ging noch weiter! Am nächsten Tag trafen sich die meisten Teilnehmer des Fests (und einige andere) erneut, um den Geburtstag des dänischen Esperantosprechers nachzufeiern, der mich vom Bahnhof abgeholt hatte. Ich war vorgewarnt und hatte eine Esperanto-CD eingepackt (das Album „Regestilo“ von Jonny M, meiner Meinung nach das Esperanto-Album des Jahres 2013).

Es setzte sich fort, was schon am Abend zuvor geschehen war: Es wurde unheimlich viel leckeres Zeug aufgetischt und gegessen. Diesmal waren jedoch ganz viele Kinder anwesend, die ebenfalls versorgt werden wollten und fröhlich herumtollten. Es wirkte wie Kaffee und Kuchen am Sonntagnachmittag in der Großfamilie.

Etwas später kamen noch zwei Syrer hinzu. Ihre Schwedisch-Lehrerin war eine der Esperantosprecherinnen. Erneut erlebte ich ein Beispiel, wie Integration in Schweden funktioniert.

Anwesend waren jedoch noch zwei Freunde des Geburtstagskindes, die Gitarre spielen konnten. Es fing ganz harmlos an mit zwei Liedern, dann stieg ich mit der mitgebrachten Ukulele ein und präsentierte einige Esperantolieder (was die Esperantosprecher erfreute und die anderen erstaunte – so etwas hatten sie wohl noch nicht gehört bzw. hätten sie nicht vermutet), schließlich kam noch eine Schwedin mit ihrer Mundharmonikasammlung hinzu und schon war das schönste Jammen im Gange!

Für mich war das etwas ganz Besonderes, weil ich zum ersten Mal auf Zuruf ein mir bislang unbekanntes Lied mitspielen konnte. Vor allem konnte ich anhand der ersten Akkorde erkennen, welche sonst noch vorkommen würden. Die theoretische Erziehung (Quintenzirkel!) hat sich voll und ganz gelohnt!

Der Höhepunkt war ein schwedisches Frühlingslied, das dem Gitarrenspieler heilig war. Es stammt aus der Serie „Michel aus Lönneberga“ (der im Original übrigens Emil heißt – wieso man wohl in der Übersetzung den Namen geändert hat?).

Idas sommarvisa: Jag gör så att blommorna blommar

Astrid Lindgren, Frühling, Musik – mehr Schweden geht nun wirklich nicht! Und ich durfte Teil davon sein. Erneut überkam mich ein Gefühl, das ich schon einige Male während meines Aufenthaltes gehabt hatte: Ist es nicht herrlich, am Leben zu sein?

Ein Mittsommernachtstraum

Ich hatte nach einer abenteuerlichen Reise Schweden erreicht und einen tollen Abend in Stockholm verbracht. Aber es ging ja noch weiter! Am nächsten Mittag nahm ich einen Zug nach Norden, genauer gesagt nach Härnösand.

Ein ganz wichtiger Ort für Esperanto, denn von dort kommt die Gruppe „La Perdita Generacio“ (LPG – „die verlorene Generation“). Auf ihrem Konzert über Ostern auf Sardinien hatte übrigens einen kleinen Gastauftritt mit Ukulele – und habe ihnen das Instrument auch für das sonstige Repertoire ausgeliehen.

Ganz nebenbei erreichte ich einen neuen nördlichsten Punkt. Der alte war Ørterstølen in Norwegen und stammte aus dem Jahr 1991. Zum Vergleich: Härnösand liegt knapp nördlicher als die Faröer Inseln.

Aufgrund eines Missverständnisses hatte man mich erst zwei Stunden später erwartet, so dass niemand am Bahnhof war, um mich abzuholen. Um trotz ansonsten guter Eigenorganisation noch einmal den Spitznamen Verpeilian zu verdienen, hatte ich mir „schlauerweise“ auch keine Adresse notiert, von einem Weg ganz zu schweigen. Härnösand ist klein, da kann das nicht so schwer sein…

Als sich am Bahnsteig niemand auf mich zubewegte und auch am Ausgang auf der anderen Seite des Bahnhofs niemand reagierte, beschloss ich, einfach ein wenig zu warten. Dafür stellte ich mich nach drei Seiten so weit sichtbar wie möglich hin und begann Ukulele zu spielen. Und tatsächlich kam einige Zeit später tatsächlich jemand auf dem Fahrrad vorbei und sprach mich auf Esperanto an! Wie sich herausstellte, war er Däne und gar nicht dafür vorgesehen, mich abzuholen. Er machte es aber trotzdem.

In Härnösand kam ich privat unter, denn eine Bekannte hatte ich eingeladen, als ich meine Reisepläne bekannt gegeben hatte. Als Dankeschön brachte ich auch drei verschiedene Ukulelen mit, denn sie hatte Interesse bekundet. Am Abend machten wir dann zusammen Musik.

Am nächsten Tag war Mittsommer. Mittsommernacht bedeutet in Deutschland ganz trivial, dass nun die Tage am längsten sind. In Schweden findet eines der wichtigsten Feste statt, das Mittsommerfest.

Zunächst besuchten wir jedoch Bekannte – einen dänischen Esperantosprecher und seine Familie. Auch zwei Mitglieder von LPG waren da, und da eines der Kinder Geburtstag gehabt hatte, spielten wir zu zweit auf der Ukuele und sangen. Auch Esperantomusik kam gut an. Mir machte es große Freude, dass die Kinder keine Scheu vor mir hatten, sondern auf meinen Schultern sitzen und gekitzelt werden wollten. Es fiel uns dann auch schwer, wieder aufzubrechen.

Entsprechend kamen wir zu spät bei unserer nächsten Etappe an, dem Freilichtmuseum Murberget. Dort war bereits eine Stange ähnlich einem Maibaum errichtet worden. Viele Frauen hatten Blumenkränze in den Haaren. Auf einer Bühne spielte und tanzte jedoch nach wie vor eine Volksmusikgruppe.

Was mir sofort auffiel, war der hohe Anteil von Menschen, die offensichtlich nichtschwedische Wurzeln hatten. Bemerkenswert ebenfalls, dass meine Bekannten mit allen ohne Probleme Schwedisch sprachen. Integration scheint in Schweden zu funktionieren! Ich machte natürlich ein paar Schweden-Klischee-Fotos: alte Holzhäuser, wie man sie aus Astrid-Lindgren-Verfilmungen kennt (na endlich ist der Name gefallen!), blühende Wiesen, die See…

Später machten wir noch einen Zwischenstopp in der Wohnung der LPG-Mitglieder. Hier hatte ich dann noch Gelegenheit, deren Ukulele zu spielen (eine Greg Bennett, in D gestimmt).

Und dann ging es zum eigentlichen Mittsommerfest. Das bestand darin, im Freundeskreis zu grillen und bis spät in die Nacht leckere Sachen zu essen, zu trinken und dabei viel zu reden. Die Gastgeber haben einen Bioladen und boten mir alkoholfreies Bier aus Deutschland an – dieselbe Marke, die ich am Abend vor meiner Abfahrt nach Schweden noch getrunken hatte! Na, da war ich doch platt!

Mit meinem „Kauderwelsch Schwedisch Wort für Wort“ hatte ich bislang keine so großen Erfolge erzielt. Ich habe insbesondere Probleme, die Aussprache der Vokale und die Betonung richtig hinzubekommen. Dennoch verstand ich ab und zu mal etwas Schwedisch. Mit einigen Gästen redete ich Englisch, mit anderen Esperanto. Da ich aber mit Speisen und Getränken noch und nöcher versorgt war, konnte ich auch einfach mal meine Gedanken schweifen lassen und die Stimmung genießen.

Übrigens war es ein sehr angenehmes Gefühl, dass mich die Leute grundsätzlich zunächst immer für einen Schweden gehalten haben, egal wohin ich kam. Dunkelblonde Haare, blaue Augen, nicht typisch touristisch gekleidet, eher dezent elegant – das passte äußerlich schon sehr gut. Mein Vorname „Gunnar“ ist dazu noch skandinavisch. Allerdings wird er auf Schwedisch ganz anders ausgesprochen. Gerade diese Möglichkeit, relativ einfach „einzutauchen“, sehe ich als Ansporn, bei meinem nächsten Besuch mehr Schwedisch zu können. Ich hätte schließlich die Chance, als Einheimischer durchzugehen!

Am Ende des Abends – es war inzwischen weit nach Mitternacht, aber eben noch fast taghell – beschlossen zwei der Gäste und ich, noch einen Spaziergang zum Meer zu machen. Hier schoss ich noch ein paar Klischeefotos.

Diese Helligkeit mitten in der Nacht – für mich war das ein kleines Wunder. Ich war richtig ergriffen.

Ich habe schon viel vom Mittsommer in Skandinavien gehört, aber ihn selbst zu erleben war dann doch noch etwas anderes. Schon seltsam, dass ich mir nie Zeit dafür genommen habe. Aber das ist ein Fehler, den ich ja jetzt korrigiert habe.

Stockholm, ich liebe Dich!

Nach meiner abenteuerlichen Anreise und einem kurzen Frischmachen kam direkt der erste Höhepunkt meines Aufenthaltes in Stockholm: Ich traf Martin Wiese, eines meiner musikalischen Idole! Er hatte ja als einziger beim Amplifiki-Konzert über Ostern gefehlt, was allerdings dazu geführt hat, dass ich als Sänger eingesprungen bin – einer der schönsten Tage in meinem Leben!

Martin Wiese

Martin Wiese


Texte seiner Lieder, die er für Persone oder seine Solo-Aktivitäten geschrieben hat, waren während der ganzen Reise in meinem Kopf und konkurrierten um meine Aufmerksamkeit. Longe for („Weit weg“) ist ohnehin eines meiner Lieblingslieder, das ich seit vielen Jahren mit Band oder alleine nachspiele. Jetzt passte es auch inhaltlich wunderbar: Den Rahmen bildet die Erzählung darüber, wie der Frühling gekommen ist (und langsam der Sommer kommt) und wie herrlich die Tage nun sind. Konnte es eine bessere Einstimmung auf eine Reise nach Skandinavien geben?

Stockholm selbst hat übrigens in einem anderen Lied auf demselben Album eine Hymne bekommen. Der Refrain lautet:

Ja, Du bist schön, schön wie das schönste Mädchen /
Stockholm, ich liebe Dich

Und so saßen wir vor einer spanischen Tapas-Bar direkt um die Ecke von meinem Hotel. Ein unwirkliches Gefühl: Es wirkte so alltäglich, und doch war es das erste Mal, dass wir das in seinem Heimatland und seiner Heimatstadt machten! Ich hatte zwei Ukulelen mitgebracht, auf denen wir dann ein wenig spielten. Zwischendurch kamen Passanten vorbei und freuten sich über die Darbietung.

Nachdem sich Martin verabschiedet hatte – er musste ja am nächsten Morgen arbeiten – ging ich noch ein wenig alleine los, um ein spätes Abendessen zu bekommen. Auf dem Rückweg sprach mich ein schwedisches Pärchen an: Ob ich nicht Lust hätte, mit ihnen einen trinken zu gehen? Nun trinke ich zwar nach wie vor keinen Alkohol, obwohl ich es wieder dürfte, aber das war ja kein Hindernis. Für die beiden war es die letzte Runde; ich blieb noch und trank meine große Cola aus, als – es war bereits Mitternacht – das Spiel Kamerun – Kroatien angepfiffen wurde. Eigentlich hätte ich ja müde sein müssen nach der langen Reise, aber ich hatte noch ein wenig WM zu gucken. Da mich das Spiel durchaus fesselte, sprach mich irgendwann das Paar am Nebentisch an. Über Fußball kamen wir dann wunderbar ins Gespräch über Gott und die Welt. Nach der Partie machten wir sogar zusammen Musik – gut, dass ich nach wie vor die beiden Ukulelen dabei hatte!

Als wir schließlich gingen, war es kurz vor 3 Uhr morgens und fast taghell draußen. Was für eine faszinierende Erfahrung!

Stockholm bei Nacht

Stockholm bei Nacht

Mit Dänen kann man es ja machen

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Gut, zuerst wollte ich als Überschrift „Dänen lügen nicht“ wählen, aber dieser Kalauer erschien mir dann doch zu abgenutzt. Das muss man sich erst einmal vorstellen: Es gibt Sprüche, die sogar mir zu ausgelutscht sind! Jedenfalls habe ich meinen leichten … Weiterlesen

Erfurt

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Gestern hatte ich bereits erwähnt, dass ich in Erfurt war. Genauer gesagt bin ich von letzten Freitag bis Montag dort gewesen. Über Pfingsten fand dort der Deutsche Esperanto-Kongress statt. Am Freitag und Samstag abend habe ich, nachdem der offizielle Programmteil … Weiterlesen

Mit Haut und Haar

Aktuell bin ich ein wenig unzufrieden mit mir selbst, weil ich mit meinen Reiseplänen für die nächsten Monate nicht aus den Pötten komme. Ich habe jetzt nach drei Tagen in meiner Wohnung sogar wieder einen leichten Lagerkoller. Wenigstens zeigt das, dass ich wirklich weg will und keine Angst vor der großen weiten Welt habe.

Andererseits läßt sich eben nicht alles bis zur letzten Minute flexibel halten. Ich habe festgestellt, dass ich eine sehr große Abneigung dagegen entwickelt habe, in meinem Privatleben zu planen und frühzeitig irgendwelche Sachen zuzusagen. Dahinter steckt offensichtlich das Gefühl, zu sehr fremdbestimmt zu sein. Die Abwehrreaktion erscheint auf den ersten Blick unvernünftig, aber ich erinnere mich auch an frühere Zeiten, in denen ich tatsächlich sehr durchgeplant war. Da hing ich seelisch oft so richtig in den Seilen. Mal sehen, ob es mir gelingt, diese psychische Blockade – die eigentlich ein psychischer Schutz ist, der nur jetzt nicht mehr sinnvoll erscheint – wieder loszuwerden.

Ich bin außerdem in die alte Alltagsfalle getappt, nur das zu sehen, was ich noch erledigen muss oder was noch nicht klappt, und nicht das, was ich schon geschafft habe und was läuft. Immerhin geht’s mir gleich besser, während ich das hier aufschreibe. Manchmal muss man die Dämonen beim Namen nennen, um ihnen ihre Macht zu nehmen…

Am Freitag habe ich mir in Erfurt erst einmal einen neuen Haarschnitt verpassen lassen. Der letzte war im Februar (ein guter Friseur in Hamburg-Altona, ich war begeistert!). Was ich in Erfurt zu tun hatte, erzähle ich ein anderes Mal. Jedenfalls sehe ich mit Linsen und gepflegtem, aber nicht zu kurzen Schnitt ganz anders aus als noch zu Beginn des Jahres. Ich finde mich viel frischer. Äußerlich erinnere ich mich selbst an meine guten Zeiten.

Noch keine weitere große Reise, dafür eine kleine und viel Musik – so erging es mir in den letzten Tagen. Heute hingegen habe ich das dritte große Thema angepackt, das mir auf die Frage Was tun? einfiel, und zwar Gesundheit. Ich bin zwar seit einem Monat und einer Woche wieder gesund, aber nach Augenarzt und Zahnarzt wollte ich noch zum Hautarzt.

In meiner Jugend bin ich leider nicht besonders vernünftig mit meiner hellen Haut umgegangen und habe mir viel zu oft Sonnenbrand geholt. Das kann sich noch rächen. Seit ich akzeptiert habe, dass ich als blonder Mensch einfach nicht fürs Sonnenbad geeignet bin, habe ich Frieden mit meiner Haut geschlossen. Die ewigen Sprüche „Du bist ja überhaupt nicht braun geworden!“ und die Vergleiche von dunkelhaarigeren Menschen mit mir sind einfach kein Maßstab.

Trotzdem war es wieder an der Zeit, zum Hautarzt zu gehen. Den Termin hatte ich mir bereits am 08. Mai gesucht – das war das früheste, was frei war! Heute merkte ich erst, wie nervös ich war.

Das hat zweierlei Gründe: Zum einen nehme ich meine Gesundheit nicht auf die leichte Schulter. Zum anderen habe ich jedoch ganz schöne Hemmungen davor, mich einem Arzt anzuvertrauen. Wenn es nur Kleinigkeiten sind: Was beklage ich mich über so etwas? Und mit so etwas stehle ich einem Arzt wertvolle Zeit! Wenn es ernst ist: Was bin ich denn für ein Idiot? Hätte ich mich mal früher deswegen gemeldet!

Das ist natürlich, einmal klar und deutlich aufgeschrieben, völliger Schwachsinn. Entweder mir ist Gesundheit wichtig – dann muss ich auch zum Arzt – oder eben nicht. Ich kann nicht sicher beurteilen, was schwerwiegend ist und was nicht (genau deswegen gehe ich zum Arzt). Trotzdem interessant, wie sehr ich da Hemmungen aufgebaut habe, mich selbst quasi in den Vordergrund zu stellen. Es würde mich nicht wundern, wenn es anderen Männern auch so gehen würde.

Ohne ein Jahr Auszeit hätte ich diese innere Blockade davor, mich an einen Spezialisten zu wenden, um auch die scheinbar kleinen Malessen behandeln zu lassen, jedenfalls nicht überwinden können. Beunruhigend, wie ich mich da selbst falsch trainiert habe.

Als ich erst einmal beim Arzt war, war alles halb so schlimm. Ich fühle mich so gut, weil ich das endlich gemacht habe. Es wird auch noch einen Nachfolgetermin geben.

Ach so, auch für die Kontaktlinsen gab es einen weiteren Termin und zwar am Dienstag. Nächste Woche ist die zweite Runde Linsen fertig, womit die Anpassung eventuell schon erledigt ist. Aber immerhin, es sind mehr Termine, als ich gedacht hätte. Und damit ist mir auch klar, dass ich hier nicht meine Zeit verplempere, sondern mich um eine der wichtigsten Sachen überhaupt kümmere.

Operation Augias: Die Brille

Operation Augias, meine Aufräum- und Ausmistaktion, hatte bereits die Etappen Bücher und Klamotten. Aber es gibt noch genügend andere Sachen an der Heimatfront. Meine Besuche bei Augenarzt und Optiker hatten unter anderem zur Folge, dass ich ein neues Brillengestellt bekam. Damit hat das bisherige ausgedient und bleibt nur noch als Ersatzbrille für den Notfall übrig. Aber was mit der bisherigen Notfallbrille tun, die ja nun völlig überflüssig ist?

Dafür gibt es die Aktion „Brillen ohne Grenzen„! Hier werden alte Brillen gesammelt, um sie für andere Menschen in ärmeren Ländern zu verwenden.

Brillen

Meine Brillen von ca. 1990 bis 2010.

Zuletzt habe ich diese Idee Mitte 2010 unterstützt, als ich aus meiner ersten Wohnung in Münster ausgezogen bin. Auf dem Foto, das ich dann gemacht habe, sind meine ersten fünf Brillen seit der Teenagerzeit zu sehen. (Es gab noch eine weitere in meiner Kindheit, aber zwischen dieser und der nächsten war eine Unterbrechung von mehreren Jahren.) Die älteste ist ganz unten, die damals neueste ganz oben. Die drei ältesten habe ich damals schon weggeschickt, die vierte heute.

Das ist für mich ein ganz wichtiger Punkt: Nicht einfach Sachen wegschmeißen, sondern gucken, ob sie noch für andere Leute gut sein können.

Das Sehgefühl mit den neuen Kontaktlinsen ist bisher übrigens fantastisch und ein großer Gewinn an Lebensqualität. Ich werde noch mindestens einen Termin zur Anpassung haben, aber ich bin bereits jetzt ein ganzes Stück glücklicher geworden – sowohl mit meinem Sehen als auch meinem Aussehen.