Wenn Du in Rom bist…

…mach, was die Römer machen. Das bedeutete für mich vor allem: Ordentlich anziehen! Keine bunten Hemden, kurze Hosen und weiße Sandalen mit Socken, woran man einen Großteil der Touristen erkennt, sondern lange schwarze Hose, schwarze Lederschuhe, weißes Hemd mit Krawatte und den neuen schwarzen Mantel an. Für den Vatikan fand ich das sowieso richtig, aber für Rom war es ebenfalls sehr vorteilhaft.

(Ähnlich hatte ich es übrigens schon in Luxemburg und im Dreiländereck gemacht. Auch in einem Museum wirkt man doch gleich viel angemessener und eleganter.)

Ich hasse es inzwischen, wie ein typischer Tourist auszusehen, und stelle mir, welchen Eindruck es machen würde, wenn bei mir zu Hause die Besucher so herumlaufen würden. Ganz läßt sich das natürlich nicht vermeiden, denn irgendwann musste ich mal den Reiseführer und die Digitalkamera in die Hand nehmen. Außerdem trieb ich mich am zweiten vollen Tag in Rom an den üblichen Touristenstationen herum. Den Pflichtteil „ein neues Land besuchen“ hatte ich ja bereits am Tag zuvor erfüllt, nun konnte ich einmal eine Reihe der wichtigsten Sehenswürdigkeiten abklappern.

Normalerweise mag ich es ja lieber, mich auf eine Sache voll und ganz zu konzentrieren, aber letzten Dienstag stand mir mehr der Sinn danach, einfach mal ein wenig durch die Gegend zu fahren und zu laufen und möglichst viele verschiedene Eindrücke zu sammeln.

Nach Venedig und Florenz ist Rom sicherlich die touristenverseuchteste Stadt Italiens, die ich je gesehen habe. Zumindest gilt das für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Letzten Endes ist es ja so, dass man in Rom praktisch nirgendwohin gucken kann, ohne irgendetwas historisch Bedeutsames zu sehen. Als „Muss“ für den Besucher werden jedoch nur ein Bruchteil dieser Orte aufgeführt. Der Rest bekommt nicht einmal 10% der Aufmerksamkeit.

Es ist sogar mit ganzen Städten Italiens so: Die angesagten sind überlaufen, in die anderen (die ebenfalls sehenswert sein können) kommt kaum jemand.

Das hat mich auf die Idee gebracht, eine neue Art von alternativen Reiseführern herauszugeben: „Italien aus der zweiten Reihe“ oder „Die zweite Garnitur von Rom“. Dort werden dann all die bekannten Städte bzw. Orte ausgeklammert und die aufgelistet, die kaum jemand kennt. Gerade für Leute, die große Menschenmassen nicht mögen und etwas Neues kennenlernen wollen, wäre das ideal. Auch für den Tourismus insgesamt wäre das nicht schlecht, weil er sich besser verteilt und mehr Leute etwas davon haben. Das könnte man natürlich mit vielen Ländern und Städten machen, in Italien finde ich es nur besonders auffallend.

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4 Gedanken zu „Wenn Du in Rom bist…

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