Andorra

Mein Aufenthalt im Katalanischen Sprachraum im Juni hatte noch ein Schmankerl zu bieten. Nach einem tollen ersten Abend, einem Spaziergang durch Gracia und einer Tour durch Barcelona gab es sogar ein weiteres neues Land zu besuchen! Wenn ich schon einmal in Barcelona war, wollte ich die Gelegenheit nutzen, um nach Andorra zu fahren. Zu dem Namen fielen mir bislang drei Dinge ein:

  1. So heißt ein Werk von Max Frisch
  2. Aus dem Französisch-Unterricht: Mann kauft billig Alkohol und Tabak ein
  3. Banken

Manch einer denkt vielleicht außerdem: Sind die Einwohner nicht blaue Humanoide mit weißen Haaren und Fühlern?

Irgendwie hatte ich schon ein wenig Bammel, das alles auf die Kette zu kriegen. Am Ende erwies sich das jedoch als völlig unnötig.

Nach Andorra fährt man am einfachsten mit dem Bus. Die Fahrt dauert drei Stunden und man sitzt in einem klimatisierten Bus, der ohne Halt vom Busbahnhof in Barcelona (direkt beim Hauptbahnhof) nach Andorra La Vella fährt. Vom dortigen Busbahnhof kann man bequem in die Innenstadt gehen.

In dem Bus hin und zurück saßen einige junge Rucksacktouristen. Von Andorra aus kann man auf die andere Seite der Pyrenäen gelangen – zum Beispiel nach Toulouse. Insofern kann das eine interessante Durchgangsstation sein mit dem Bonus, nebenbei noch ein neues Land besucht zu haben.

Ein Esperanto-Bekannter aus Barcelona hatte mir abgeraten, einen Tag für einen Ausflug nach Andorra zu verschwenden: Dort gebe es wenig zu sehen und es sei vor allem ein Platz, um zollfrei Alkohol, Zigaretten und technische Geräte einzukaufen. Meine Erwartungen waren zum Glück recht niedrig – es ging ja wirklich nur darum, ein neues Land zu sehen.

Es war ein Sonntag und entsprechend hatten viele Geschäfte zu. Vielleicht tummelten sich auch deswegen deutlich weniger Touristen auf den Straßen – insofern war der Tag eine gute Wahl gewesen. In einer der Haupteinkaufsstraßen fiel mir jedoch unübersehbar auf, wie die Leute tatsächlich die drei erwähnten Sachen einkauften. Es war eben nicht gerade die Sorte von Touristen, mit der ich gerne zu tun habe. Außerdem fand ich es, dass es an vielen Ecken penetrant nach Tabak stank.

Die umgebenden Berge erinnerten mich ein wenig an die Schweiz, durchaus hübsch anzusehen. Ich kehrte schließlich ein wenig abseits des Rummels in ein Café ein. Hier kam mein Katalanisch wieder wunderbar an – ich war der einzige Tourist, wenn nicht sogar Ausländer.

An Sehenswürdigkeiten nahm ich ansonsten eine Kirche mit und ein Gebäude, das aussah wie aus einem Science-Fiction-Film. War ich am Ende doch bei einem Gründungsmitglied der Föderation gelandet?

Andorra ist wahrscheinlich das unspannendste Land gewesen, das ich bisher besucht habe. Ich habe mich allerdings nicht groß vorbereitet und nur einige Stunden Aufenthalt gehabt. Die umgebende Landschaft ist sehr schön (ein weiterer Grund, warum sich die Reise gelohnt hat!). Um etwas Katalanische Kultur zu erleben, ist man mit einem Tag in Barcelona sicherlich besser aufgehoben, dafür braucht man nicht insgesamt sechs Stunden Busfahrt.

Die Rückfahrt funktionierte ohne Probleme. Nach einem schönen Abend in Barcelona brach ich am nächsten Morgen Richtung Flughafen auf und die Rückreise verlief ausnahmsweise ohne weitere Probleme. Immerhin habe ich auf dieser Reise, die nicht einmal eine Woche dauerte, zwei neuen Länder auf einen Streich gesehen! Außerdem waren es dadurch drei neue Länder in einem Monat insgesamt!

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4 Gedanken zu „Andorra

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