Nitra

Über meinen Sommerurlaub in der Slowakei hatte ich ja bereits angefangen zu berichten: WM-Finale gucken und danach abfeiern, dann als Gastmusiker im Konzert auftreten und als DJ arbeiten… das klang doch schon sehr gut!

SK-Schoko

Zwischendurch war ich etwas nachdenklich gewesen, aber es kam noch ein negativer Moment, der mich einen Tag lang aus der Urlaubslaune riss. Ein Bekannter stellte fest, dass ich immer noch nicht verheiratet sei, und fragte, wann ich denn heiraten würde. Er hatte wohl einfach keine Ahnung, wie meine Lage war (auch wenn wir in der Vergangenheit bereits über das Thema gesprochen hatten), aber bei mir kam es so herüber, als ob ich das alleine bewerkstelligen könnte und es nur an meinem fehlenden Willen scheitern würde. Jedenfalls zog mich das ziemlich herunter. Abhilfe schaffte ein Gespräch mit einer Freundin, die mich auf den passenden Gedanken brachte: Das klingt doch, als ob das Leben ein Spiel wäre, bei dem man einfach gewisse Sache erreichen muss, und ansonsten ist man ein Versager. Kompletter Blödsinn!

Dann bekam ich eine sehr beunruhigende Nachricht von einer Freundin. Das beschäftigte mich natürlich ebenfalls. (Inzwischen weiß ich aber, dass alles wieder in Ordnung ist.)

Und zuletzt gab es noch eine etwas verrückte Situation: Ich ging alleine los, um einige Sachen zu essen und zu trinken für die nächste Reise zu kaufen. Es dauerte eine Weile, bis ich den Supermarkt erreicht hatte, den man mir beschrieben hatte. Als ich endlich drin stand, fühlte ich mich einsam und verloren. Das ist mir kurioserweise schon öfters so in einem großen Supermarkt gegangen: All die vielen Waren, man kann alles kaufen – außer für die eigentlichen Probleme im Leben. Und mitten in der scheinbar heilen Welt im Supermarkt falle ich mir selbst umso mehr auf, mit allen meinen Fehlern und Schwächen, und fühle mich wie ein störendes Element. Immer wieder ein deprimierendes Erlebnis. Bescheuert, aber wahr!

Das waren aber auch schon die Tiefpunkte in einem ansonsten großartigen Urlaub. Musikalisch habe ich (weiter) aufgetrumpft: Bei einem anderen Konzert – übrigens von einem der Musiker, mit denen ich auf Sardinien auf der Bühne gestanden hatte – trat ich, fünf Minuten vorher angeheuert, als Gastmusiker mit Ukulele auf. An einem anderen Tag unterrichtete ich Ukulele im Schwimmbad und machte mit demselben Musiker sogar ein kleines Konzert, das viel Aufmerksamkeit erregte. Am letzten Abend gab mein frisch zusammengestelltes Ukuleleorchester zwei Stücke zum besten. Es war der letzte Beitrag des Abends, es war schon spät, und wir traten nach einer grandiosen Nummer auf. Dennoch hat es gut geklappt, das Publikum war sehr angetan und ich hochzufrieden. Und wieder habe ich neue Leute für meine wachsende Armee von Ukulele spielenden Zombies rekrutiert, harharhar!

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4 Gedanken zu „Nitra

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