Der Sommer ist vorbei

Ab heute beginnt der Herbst. Auch wenn es einige Male noch sehr warm gewesen ist – abends macht es sich langsam, aber sicher bemerkbar, dass es wieder früher dunkel wird. Die Jahreszeiten haben oft eine erstaunlich starke Wirkung auf mein Gemüt.

Im Frühling scheint die ganze Welt neu zu erwachen. Überall grünt und blüht es, die Natur kommt zurück. Das Leben geht weiter. Es gab einige Jahre, in denen das ganz schrecklich für mich war, weil mein eigenes Leben nicht weiterzugehen schien, sondern auf der Stelle blieb, und dann fühlte ich mich vom Rest der Welt getrennt und gegen die Natur lebend. Aber selbst dann galt: Die Luft am ersten richtigen Frühlingstag scheint einen ganz besonderen Duft zu haben.

Im Sommer fühle ich mich frei. Scheinbar alles ist möglich. Das ist eine Zeit der Magie und der ganz besonderen Nächte. Es scheint die Zeit zu sein, um große positive Veränderungen zu erleben.

Der Herbst ist entsprechen ernüchternd: Die Grenzen werden wieder schmaler, das Leben wird zurück aufs Normalmaß gestutzt. Mit ein wenig Glück hat man noch einmal ein paar gute Tage, aber das fallende Laub ist ein Symbol des Vergehens. Was man vorher nicht geschafft hat – jetzt ist es dafür zu spät, man muss aufs nächste Jahr hoffen.

Der Winter hingegen scheint eine einzige Zeit der Kälte und Dunkelheit zu sein, wie eine Nacht, die nicht vorübergehen will. Die Welt draußen erscheint erstarrt und tot und nicht gerade den Menschen gegenüber freundlich. Auch wenn man drinnen kreativ sein kann – das Fehlen des Lichtes ist schrecklich.

So einfach, wie ich es beschrieben habe, ist es dann zum Glück doch nicht, denn es gibt ja zig Sachen, die ich machen und unternehmen kann. Das sind eher Grundstimmungen, bei denen ich mich ein ums andere Mal wundere, wie stark sie mich beeinflussen.

Gerade jetzt verbringe ich erneut eine Woche in Budapest und genieße die Zeit. Es gibt auch schöne Sachen im September, wie dieses alte Lied schon andeutet:

Brian Hyland: Sealed With A Kiss

Für das normale Herbst-Melancholie-Programm hingegen gibt es ebenfalls ein Lied. Es hat auch dem heutigen Blogeintrag seinen Titel gegeben:

Peter Maria: Der Sommer ist vorbei

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Operation Augias – der Papierkram von der Arbeit

Es ist mal wieder Zeit für einen weiteren Schritt der Operation Augias geworden. Nachdem ich 500 Bücher, Klamotten und eine Brille (neben allerlei Kleinkram) losgeworden war, war es zuletzt doch ein wenig ruhig geworden. Stimmt, ich war ja auch ständig unterwegs!

Dennoch wurde ich im August noch an eine unangenehme Tatsache erinnert: Ich habe in meinem alten Zimmer bei meinen Eltern noch eine Menge Krempel stehen und liegen. Zuletzt hatte ich bei meinem letzten Umzug 2010 großflächig ausgemistet (der Vorgänger der Operation Augias). Inzwischen möchte oder kann ich mich von weiteren Sachen trennen.

Dazu zählt einiges an Zeug, von dem ich jetzt eine selbst ausgewählte Autoladung voll nach Münster habe bringen lassen. Denn hier in meiner Wohnung gehen mir die Sachen (hoffentlich) so richtig auf die Nerven, so dass ich sie auch zeitnah loswerden will.

Da war etwa eine ganze Reihe von Ordnern mit Papierkram von der Arbeit. Nichts wichtiges (sonst hätte ich ihn schon beim Einzug in die Wohnung hier gehabt oder bald nachgeholt), sondern Schulungsunterlagen und Lernmaterial, das ich mal verwendet hatte. Wie das so ist bei solchem Zeug: Man weiß nie, ob man es nicht noch einmal braucht, und irgendwann stellt man fest, dass es wirklich hoffnungslos veraltet ist. Das konnte ich jetzt wirklich einwandfrei feststellen (und ich hatte ja zudem die Erfahrung, dass ich es nie vermisst hatte oder verwenden können), also ab damit in die Papiertonne. Die Ordner selbst habe ich natürlich aufgehoben, denn die kann man wiederverwenden.

Außerdem habe ich symbolisch die erste VHS-Videokassette abgegeben. Ich hatte zum Glück nie eine besonders große Sammlung, so dass da nicht allzu viel Arbeit auf mich zukommt. Terminator 2 ist ein großartiger Film, den ich zum Glück inzwischen auf DVD habe. Neben das Bücherregal des Kinos Schloßtheater habe ich die Videokassette gestellt. Das Titelbild ist vom Schaufenster von der Melchersstraße aus zu sehen!

Fünf Monate rum…

…von der einjährigen Auszeit. Was ist passiert? Wie habe ich die Zeit genutzt?

Es bewahrheitet sich ein weiteres Mal, was ich schon seit Jahren immer wieder wiederhole: Entweder ich lebe oder ich schreibe darüber. Da ich im August kaum gebloggt habe, passt das sehr gut.

Gerade einmal zwei Blogeinträge über meinen Aufenthalt in Barcelona und Andorra habe ich geschafft. Damit habe ich noch nicht einmal alles berichtet, was ich im Juni gemacht habe, von dem, was ich noch im Juli erlebt habe (oder gar im August selbst) ganz zu schweigen!

Ich habe die Tage nicht nachgezählt, aber ich war maximal eine Woche zu Hause. Dabei habe ich noch nicht einmal ein einziges neues Land von meiner Liste geschafft und war „nur“ in zwei verschiedenen anderen Ländern. Aber ich bin herumgereist und habe ganz viel Musik gemacht. Der stärkste Eindruck, der sich immer wieder einstellt, ist:

Das Leben ist schön.

Und das ist ja das einzige, was wirklich zählt in diesem Jahr Auszeit. Denn das war das Ziel: Soviel machen, dass der Kopf mit neuen Eindrücken überflutet wird und kein Platz mehr für die alten, negativen Gedanken ist. Das habe ich nach fünf Monaten wirklich geschafft.

Das klingt sehr ähnlich wie das, was ich schon vor einem Monat geschrieben habe. Aber damals hätte das auch die momentane Hochstimmung im Sommerurlaub sein können. Jetzt weiß ich: Das ist sogar noch besser, denn es ist geblieben. Und ich fühle mich nicht mehr wie ausgewechselt, sondern wieder wie ganz der alte (wenn auch in jüngeren Jahren).

Könnte ich mit einer Zeitmaschine zwei oder drei Jahre zurückreisen und mir selbst erzählen, was mir in letzter Zeit passiert ist und wie großartig sich alles anfühlt – ich würde es mir nicht glauben können. Was soll ich da noch lange herumreden – lieber ein wenig Musik (die auch ganz leicht auf Ukulele nachspielbar ist)!

Coldplay: Fix You