Von Münster nach Marseille in drei Zügen

Meine Reiseaktivitäten hatten im Oktober ihren Tiefpunkt erreicht: Außer Deutschland hatte ich nur ein weiteres Land gesehen und dabei nicht einmal ein neues oder eines, in dem ich in diesem Jahr noch nicht gewesen wäre. Das war allerdings auch zugegebenermaßen darauf zurückzuführen, dass mir in der Woche mindestens einmal dazwischengekommen ist und ich an jedem Wochenende einen Termin hatte. (Einen davon habe ich schließlich ausfallen lassen, sonst wäre ich gar nicht weggekommen.)

Das befriedigte zwar meinen grundsätzlichen Wunsch nach Reisen. Aber was war aus meinen ursprünglichen Plänen geworden?

Nachdem ich im November zuletzt wieder mal ein Wochenende weg gewesen war, wurde es mal wieder Zeit für eine längere Reise. Mitte Oktober war in Kempen die Idee entstanden, nach Marseille zu kommen. Einer meiner besten Freunde würde dort beruflich zu tun haben, in der Stadt wohnte eine gemeinsame Freundin, die wir schon ewig nicht gesehen hatten, und ich hatte Zeit. Gleich am nächsten Tag kontrollierten wir, ob wir nicht zusammen fliegen könnten. Doch bereits einen Monat vorher waren mir die Flüge zu teuer.

Also entschied ich mich, irgendwie mit dem Zug zu fahren. Zur Not würde es eine Reise mit Nachtzug oder eine, bei der ich sehr früh aufstehen müsste. Was könnte da schon schiefgehen? Schließlich legte ich mich zwei Tage vorher auf eine Verbindung ab kurz nach 4 Uhr morgens fest, die jedoch relativ sicher erschien und nur zweimaliges Umsteigen bedeuten würde. Zunächst ging es nach Essen, wo ich passenderweise noch ein Frühstück einkaufen konnte. Ab da fuhr der Thalys nach Brüssel. Das passte mir gut in den Kram, denn in Belgien war ich dieses Jahr noch nicht gewesen, so dass ich das als weiteres Land auf meiner Liste verbuchen konnte. Ich hatte etwa zwei Stunden Umsteigezeit, so wie im April in Zürich auf meiner Fahrt nach Mailand. In Brüssel holte ich mir also ein zweites Frühstück. Danach ging es mit dem TGV weiter nach Marseille. Richtig, ich musste auf diese Weise nicht über Paris fahren und konnte damit lästiges Umsteigen zwischen verschiedenen Bahnhöfen dort vermeiden!

Während ich im Thalys noch kostenloses Internet gehabt hatte, holte ich im TGV noch einige Stunden Schlaf nach. Tipps für Nachmacher: 1. Den Thalys kann man nicht mehr über die Deutsche Bahn bestellen! 2. Im TGV ist die Nummerierung der Sitze etwas seltsam. Ich brauchte zwei Anläufe, um meinen Platz zu finden.

Um auch gleich dem Klischee der freundlichen Franzosen zu entsprechen, schäkerte die Bahnangestellte im letzten Zug schön lange mit den anderen Reisenden um mich herum über Gott und die Welt. Ich hatte gute Laune. Es lief alles wie am Schnürchen!

Ohne größere Verspätungen traf ich am Nachmittag in Marseilles Saint-Charles ein, wo mich mein Freund bereit erwartete. Gemeinsam fuhren wir dann mit der Metro und den Bus zum Hotel. Meine Rundreise war gut losgegangen!

Advertisements

9 Gedanken zu „Von Münster nach Marseille in drei Zügen

  1. Pingback: Frankreich | DĴ Kunar

  2. Pingback: Monaco | DĴ Kunar

  3. Pingback: Pavia | DĴ Kunar

  4. Pingback: Zürich | DĴ Kunar

  5. Pingback: Liechtenstein | DĴ Kunar

  6. Pingback: Mein Haus in Budapest | DĴ Kunar

  7. Pingback: Vác | DĴ Kunar

  8. Pingback: Wintersonnenwende | DĴ Kunar

  9. Pingback: Neun Monate rum… | DĴ Kunar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s