Sopron

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Während meines letzten Aufenthaltes in Budapest, der mit einer abenteuerlichen Rückreise endete, reiste ich auch ein wenig innerhalb Ungarns. Das Ausflugsziel Sopron war schon länger im Gespräch gewesen, nun sollte es endlich klappen. Die Zugfahrt ging allerdings zunächst nur bis … Weiterlesen

In Göd we trust

Wie gestern versprochen erzähle ich von meiner letzten Reise ins Ausland. Nachdem ich im Juli, August, September, Oktober, November und Dezember in Budapest gewesen war, reiste ich auch im Januar dorthin. Natürlich gab es den inzwischen üblichen Spaziergang an die Donau.

Diesmal wurde ich zusätzlich zweimal als Begleiter beim Kinderaufpassen eingesetzt. Auch wenn es schön ist, mit Kindern zu tun zu haben, ist das bei drei Kindern alleine ziemlich anstrengend, zu zweit jedoch schon deutlich einfacher zu meistern. Es ist immer wieder ein bewegendes Gefühl, wenn Kinder einem sofort vertrauen und mit einem spielen wollen.

Ich hatte beide Male auch eine Ukulele eingepackt, musste sie beim ersten Besuch jedoch erst bei der Verabschiedung rausholen. Selbst ein kurzes Lied erzeugte große Freude, so dass ich beim zweiten Besuch früher mit dem Musizieren anfing. Glücklicherweise habe ich etwas Ausdauer und es macht mir auch nichts aus, dasselbe Stück etwa ein Dutzend Mal zu spielen. Besonders viel Freude hat es mir bereitet, dass eines der Kind den Text des Liedes „Ska-virino“ haben wollte und am Ende bereits auf Esperanto mitsingen konnte.

Ich lebe!

Gut, das klingt jetzt nach einer etwas übertriebenen Überschrift, zumindest darauf bezogen, dass ich schon längere Zeit wieder gesund bin und ich solche pathetischen Ausrufe deswegen gar nicht nötig hätte. Aber es geht auch nicht darum, sondern um meine abenteuerliche Rückreise. Ich war wie schon erwähnt nach Budapest gereist (mehr davon später). Gestern abend bekam ich die Mitteilung, dass mein Flug ausfallen würde wegen des Streiks des Sicherheitspersonals am Flughafen Düsseldorf. Ja, wie sollte ich dann heute noch zurückkommen? Schließlich hatte ich noch einige Dinge zu tun, bevor das Jahr Auszeit vorzeitig zuende gehen würde!

Streiks hatten mich auf der Reise nach Schweden nicht aufhalten können; Anfang September gab es noch andere Gründe, nicht zu reisen, und von Kempen nach Münster war ich schließlich auch noch rechtzeitig gekommen, um einen Flug am selben Tag zu bekommen. Jetzt schien mich mein Glück ausgerechnet jetzt zu verlassen! Ich war schon ziemlich wütend.

Nun ging es darum, so schnell wie möglich die Rückreise zu reorganisieren. Ich war bereits mit dem Zug nach Budapest gereist; das wäre auch in die Gegenrichtung möglich. Abfahrt 09:10 Uhr von Budapest-Keleti, ca. 1 Stunde Zeit für den Umstieg in München, Ankunft 23:56 Uhr in Münster. Für den ungarischen Teil der Strecke hätte ich eine Reservierung benötigt und ich war mir nicht sicher, ob noch eine zu bekommen war.

Über das System der Fluggesellschaft sah ich, dass es einen Flug nach Düsseldorf über Hamburg gab, der jedoch bereits ausgebucht war. Nur nach Hamburg konnte man direkt buchen, aber nicht umbuchen. Dabei würde mir Hamburg besser in den Kram passen, weil ich von da noch gut nach Münster kommen würde.

Ich brauchte 3 Stunden, um bei der Hotline der Fluggesellschaft durchzukommen, und zwei Anrufe in der Warteschleife (7,49 EUR für 31:59 Minuten, um dann mit einer Stimme vom Band abgewiesen zu werden, und dann 6,14 EUR für 25:43 Minuten). Zunächst hieß es, man könne mich nur nach Düsseldorf umbuchen (aber immerhin ginge das), dann ging auch die Umbuchung nur nach Hamburg. Wie ich später feststellte, verblieb mir ein Restguthaben von 0,14 EUR. Was für ein Glück im Unglück, gerade nach rechtzeitig umgebucht haben zu können!

Dafür hatte wenigstens der Flieger nach Hamburg zuerst fast 2, dann schließlich 2,5 Stunden Verspätung. Der Grund war, dass die Maschine in Manchester witterungsbedingt ausgefallen war und man daher ein anderes Flugzeug sowie eine Crew aus der Bereitschaft holen musste. Es erinnerte mich irgendwie an meinen Flug von Mailand nach Sardinien

Meine Pläne, in Hamburg etwa noch einige Ukuleleläden, Altona oder das Schanzenviertel zu besuchen, fielen damit aus, denn als ich etwa drei Stunden später als erwartet im S-Bahnhof am Flughafen war, waren es schon drei Stunden später als erwartet. Wenigstens hatte es sich ausgezahlt, meinen neuen Koffer mit kleinen grünen Esperantosternen zu verzieren: Ich erkannte ihn bei der Gepäckannahme sofort wieder – und hatte nebenbei das Glück, dass es das erste Gepäckstück war, das aufs Band kam.

Aufgrund einer verspäteten Bereitstellung in Altona hatte mein IC nach Münster dann noch etwa 10 Minuten Verspätung, aber das machte das Kraut nicht fett. Immerhin würde ich so ca. 21:10 Uhr in Münster ankommen anstatt ca. 0:50 Uhr, wie ursprünglich geplant.

Hamburg, Hauptbahnhof

Hamburg, Hauptbahnhof

Es war eine seltsam vertraute Situation, als ich am Abend am Gleis stand und auf den IC nach Münster wartete, wie ich es so oft in dem Jahr Hamburg gemacht hatte, als ich dort gearbeitet hatte. Ich erinnerte mich an die guten Seiten dieser Zeit und fühlte mich ausgeglichen und zuversichtlich. Es war, als würde sich ein Kreis schließen.

Das war ein passender Schluss für zehn Monate Reisen ins Ausland, nachdem die erste Reise ebenfalls bereits einen guten symbolischen Charakter bekommen hatte, ohne dass ich es geplant hatte. Von meiner letzten Reise werde ich natürlich noch genauer erzählen.

Aber nun noch einmal zu dem Satz „Ich lebe!“. Er hat auch mit einem Lied zu tun, dass mir in den letzten Tagen wieder ins Gedächtnis zurückgekommen ist. Zuerst gehört hatte ich es in der Nacht, als ich in meinen 37. Geburtstag reingefeiert habe. Ich liebe dieses Lied. Es ist so emotional und ungeschliffen, es klingt nach einem Mann, der trotz allem immer noch lebt und es schon sensationell findet, die frische Luft zu spüren.

Johnny Thunder: I’m Alive

In ein Album gegossene Erinnerungen

Als jemand, der sich in vielerlei Hinsicht für Musik interessiert, juckte es mich von Anfang an in den Fingern, für das Jahr Auszeit eine Art Soundtrack zusammenzustellen: Lieder, die von Reisen und Freiheit handeln (oder mich daran erinnern); Musikstücke, mit denen ich besondere Momente verbinde. Ich habe das zum Glück dann doch gelassen, denn zum einen wäre das schnell ausgeartet (in meinem Kopf kam immer mehr zusammen), zum anderen ist das ja auch megaoriginell und überhaupt nicht anmaßend, irgendwelche rebellischen Lieder, die von einem „Ausbruch aus allem“ erzählen, für eine persönliche freie Zeit zu verwenden, die alles in allem luxuriös und gut abgesichert stattfindet. Mir ist klar, dass Musik oft Gebrauchsmusik ist. Man kann sie runterdudeln, muss es aber nicht.

Es ist schon oft vorgekommen, dass ich in einer bestimmten Situation im Leben auf ein Album oder Lied gestoßen bin und das seitdem mit dieser Zeit verbinde. Ende vergangenen Jahres hat es sich ergeben, dass ein neu erschienenes Album kurioserweise die Jahre vor der Auszeit festhält und mich daran erinnert. Das liegt daran, dass ich einige der Lieder bereits damals kannte.

Die Musik von Martin Wiese hat mich seit meiner Kindheit begleitet und ihn als Gastsänger in seiner alten Band Amplifiki zu vertreten, war einer der schönsten Tage in meinem Leben.

Wir hatten uns im Juni in Stockholm getroffen. Einen Monat später gab er mitsamt Band ein Konzert in der Slowakei. Ich hatte schon erwähnt, dass – nachdem er viele Jahre in der Esperanto-Rockband Persone aktiv war – sein zweites Solo-Album erschienen ist. Anfang des Jahres habe ich mir das endlich einmal ganz und in Ruhe angehört. Es ist doch erstaunlich, wie viele Stücke mich an Kilometersteine auf meinem Lebensweg erinnern:
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Die Jahre vor der Auszeit

Gestern habe ich bereits über die emotionale Wegstrecke geschrieben, die ich den dem Jahr Auszeit zurückgelegt habe. Unmittelbar damit verknüpft sind die Jahre davor. Zum einen ergibt sich aus ihnen, warum ich überhaupt die Auszeit genommen habe, zum anderen (und das ist die wichtigere Erkenntnis), warum so vieles überhaupt geklappt hat. Um den Jahreswechsel herum habe ich mich ohnehin damit beschäftigt, auf die letzten Jahre zurückzublicken. Jetzt ergab sich noch ein praktischer Anlass, darüber zu schreiben.

Das lohnt sich natürlich erst jetzt, wo es mir wieder gut geht und ich den richtigen Abstand zu den Dingen habe. Denn mit Bitterkeit wollte ich das nicht tun. Das bringt wenig und wird auch nicht den Leuten gerecht, die mich in dieser Zeit unterstützt und positiv beeinflusst haben.

Mein Leben geriet ab Jahresende 2009/2010 zunehmend aus den Fugen und lag ab Mitte 2010 brach. Details spielen keine große Rolle. Ich hatte ja bereits ganz am Anfang der Auszeit erwähnt, dass ich eine sehr schwere Phase meines Lebens überstanden habe, was meine Gesundheit angeht. Das war nur ein Punkt von mehreren. In mancherlei Hinsicht kämpfte ich mich wieder nach oben, während ich gleichzeitig auf andere offenen Fragen überhaupt keine Antwort wusste.

Ich sehe längst die Fehler, die ich damals gemacht habe. Umgekehrt habe ich vieles richtig entschieden, viele gute Dinge getan – und manche guten Dinge sind mir einfach passiert, ohne dass ich sie verdient oder mir erarbeitet hätte. Aber ganz auskosten konnte ich das alles nicht.

Das war einer der kuriosen und verwirrendsten Aspekte in dieser Zeit: Ich erlebte einige unglaublich tolle Momente, an deren Entstehung ich aktiv beteiligt gewesen war, während ich gleichzeitig innerlich am Boden war. Aber wenn man emotional am Ende ist, kommt man nicht mehr weit im Leben.

Viel hat sich in diesen Jahren in meinem Leben geändert, ich selbst habe mich verändert. Aber eine Konstante blieb, und das war das Problem: Ich konnte all diese positiven Aspekte nicht zu einem großen Ganzen zusammenfügen, mit dem ich hätte weitermachen können. Und automatisch wollte sich ein neuer Lebensentwurf nicht ergeben.

Das war der Grund, warum ich die Auszeit genommen habe. Das geschah zu einem Zeitpunkt, als ich viele Bereiche meines Lebens in Ordnung gebracht hatte. Es klingt zunächst widersinnig, ist aber durchaus logisch: Wenn man fertig mit der Welt ist, hilft einem auch keine Auszeit mehr. Man muss schon aus dem gröbsten wieder raus sein, oder wie ich zu sagen pflege: Wenn die Sonne wieder scheint, erkennt man umso besser, wo die Schatten bleiben.

Jetzt profitiere ich von all den guten Dingen, die ich in den letzten Jahren gemacht habe. Es zahlt sich aus, dass ich ein aktiver und vielseitig interessierter Mensch geblieben bin. Ich ernte, was ich gesät habe.

Klingt nach einem guten Schluss. Dann schreibe ich über den Anlass, auf die letzten Jahre zu gucken, ein anderes Mal.

Die emotionale Wegstrecke

Das Jahr Auszeit neigt sich dem Ende entgegen. Das ist eine gute Gelegenheit, auf manche Dinge zurückzublicken und noch einige grundsätzliche Artikel unabhängig von aktuellen Aktivitäten zu schreiben. Ich fange bewusst mit einem emotionalen Stück an, denn das möchte ich mir einfach von der Seele schreiben.

Wenn ich erwähne, dass ich bereits nach zehn Monaten wieder arbeiten werde und nicht das ganze Jahr Auszeit an einem Stück zuende nehme, dann ist die Versuchung groß, das als große Einschränkung zu empfinden. Dieses Gefühl kam schon beim Jahreswechsel hoch, als ich daran denken musste, wie das eine Jahr jenseits des Arbeitsalltags zuende gehen würde.

Bei Licht betrachtet ist das natürlich Unsinn: Dieses Jahr wäre so oder so irgendwann vorbeigegangen und es war ein großer Gewinn, so etwas überhaupt zu haben. Ich bin viel gereist und muss der Zeit nicht deswegen hinterhertrauern, weil ich sie nicht gut genutzt hätte. Es ist aber auch nicht so, dass sie ein einziges Freudenfest gewesen wäre, und das habe ich mir wieder in Erinnerung gerufen, als ich daran dachte, was ich so alles erlebt und gemacht habe.

Im Nachhinein ist es in emotionaler Hinsicht beachtlich, was ich für eine Strecke zurückgelegt habe: Als ersten Lesetipp empfehle ich, wie ich am ersten Tag des Auszeitjahres die Lage beschrieb. Das lohnt es sich ganz zu lesen. Als ich in Luxemburg ankam, dem ersten neuen Land auf meiner Liste, wurde ich in einem Moment des Triumphs plötzlich tieftraurig. Über Ostern auf Sardinien merkte ich, wie stark ich noch in meinem Kopf in vielerlei Hinsicht in negativen Gefühlen verhaftet war – auch das lohnt es sich ganz nachzulesen. Anfang Mai gingen dann die Gefühlsschwankungen und die ständige Traurigkeit weg und ich merkte, dass sie nicht „zu meinem eigentlichen Wesen“ gehören. Noch Ende Juni in Barcelona wollte mir keine Deutung für das einfallen, was ich machte – mir fielen drei sich widersprechende Wertungen ein und sah auch, dass nur aus der Gesellschaft herausgelöst bestehen konnte, jedoch nach wie vor keinen neuen Platz in ihr gefunden hatte. Im Juli in der Slowakei rissen mich einige Erlebnisse aus der Urlaubslaune heraus, so dass ich mich niedergeschlagen und nachdenklich im Supermarkt wiederfand.

Nach drei Monaten schien ich die wesentlichen Dinge gelöst zu haben, aber bis dahin war es ein weiter Weg. Das ist keine Zeit, die ich in dieser Hinsicht unbedingt gerne noch einmal erleben möchte.

Operation Augias – der Koffer

Manchmal ergibt es sich ganz automatisch, dass ich die Operation Augias weiterführe. Bisherige Meilensteine waren 500 Bücher, Kleidung, eine Brille, alte Papiere von der Arbeit, die erste Ladung Computerspiele, Audiokassetten, Sachen aus dem Zimmer zu Hause, die Reste aus dem Zimmer sowie der Rasierapparat.

Vor meiner nächsten Reise nach Budapest musste ein neuer Koffer her, denn mein bisheriger Trolley von Imagio war Anfang des Jahres endgültig unbrauchbar geworden. Zwar war eventuell noch Garantie auf den Koffer, aber so, wie ich ihn abgenutzt hatte, bezweifele ich, dass ich da irgendwelche Ansprüche hätte geltend machen können.

Zunächst war eine Rolle blockiert und dann immer mehr abgeschabt worden, ebenso wie ein unterer Rand des Koffers. Dann gesellte sich eine zweite Rolle dazu, so dass man ihn nur noch in einer Position ziehen konnte. Danach scheuerte eine Ecke ab. Bei einem Flug ging der obere Griff halb kaputt und riss mir auf einer Reise ganz ab. Der ausziehbare Griff blockierte, so dass ich jedesmal den Koffer öffnen und per Hand die Mechanik drücken musste, um den Griff auszufahren oder wieder hineinzuschieben. Anfang diesen Monats ging nicht einmal das mehr und ich bekam den Griff überhaupt nicht mehr hinein, so dass der Koffer, der bisher bereits sehr unpraktisch geworden war, nun überhaupt nicht mehr für eine Flugreise zu benutzen war.

So sehr ich auch an Sachen festhalte, die noch irgendwie funktionieren: Hier war nichts mehr zu machen.

Also habe ich Kataloge im Internet gewälzt und lange in drei Geschäften gesucht, bis ich endlich eine Lösung hatte, die mir gefiel. Der neue Trolley ist von Eminent, heißt Vaduz (wie die Hauptstadt von Liechtenstein), ist mittelgroß so wie der alte und in einem dezenten indigoblau gehalten, so dass er auch für die Arbeit taugt. Vor allem wiegt er nur drei Kilo! Die erste Reise (nach Ungarn) hat er bereits unbeschadet überstanden.