Die große Müdigkeit

„Wir woll’n nicht länger warten, wir haben es so satt.
Wo sind all die schönen Dinge, die die Werbung jedem einzelnen von uns versprochen hat?“ – Die Ärzte: Nicht allein

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Ein Blogeintrag fasst den Hintergrund mit Verweisen auf alle Blogeinträge aus Q2/2020 zusammen. Seitdem habe ich über den Sinn des Zorn, Verletzbarkeit, die Zeit vor fünf bzw. zehn Jahren, dass das Leben keinen Sinn haben muss, drei wertvolle Einsichten, „So viele Sommer„, unbezähmbare Wut und Veränderung geschrieben sowie zuletzt über Würde.

Ich bin unendlich müde. Alles tut weh. So sehr ich stets positiv eingestellt und nach vorne gerichtet sein möchte – mein Leben hat zu viele emotionale Schulden der letzten Jahre, die sich nicht ignorieren lassen. Doch selbst wenn das ginge, wäre es falsch: Denn das hat mich erst in die aktuelle Krise hineingeritten. Ich muss – bedingt durch die aktuelle Weltlage, die noch eine Weile so bleiben wird – vernünftig sein. „Vernünftig sein“ ist jedoch extrem ermüdend. „Rational handeln“ über Monate erfordert viel Kraft – ich habe jedoch meine Reserven in den Jahren davor bereits verbraucht.

Auf ganz kleiner Flamme meinen Alltag bestreiten, ständig mit der eigenen Energie haushalten müssen, keine großen Freuden erleben können, weil soviel derzeit nicht geht – das klingt nicht nach tollen Aussichten. Und so seltsam es ist: Das so aufzuschreiben macht mich ruhiger. Offen ausdrücken zu können, dass ich nicht zufrieden bin und dass das angemessen ist, ist der nächste Schritt auf der Suche nach meinem Groove.

Das ist der Zeitpunkt, um mich an ein Zitat von Fernando Sabino zu erinnern, das ich im Januar zum ersten Mal gehört habe und das fälschlicherweise Oscar Wilde oder (wahlweise John Lennon) zugeschrieben wird:

„Am Ende wird alles gut, und wenn es nicht gut ist, ist es auch nicht das Ende.“ (populäre Version)
„No fim tudo dá certo, e se não deu certo é porque ainda não chegou ao fim.“ (Original)
„Am Ende wird sich alles lösen lassen, und wenn es sich nicht gelöst hat, dann weil es noch nicht das Ende war.“ (sinngemäße Übersetzung)

3 Gedanken zu „Die große Müdigkeit

  1. Pingback: Sich selbst retten | Auf der Suche nach dem verlorenen Groove

  2. Pingback: Vertagen, nicht verzagen | Auf der Suche nach dem verlorenen Groove

  3. Pingback: Mag‘ die Nacht auch lang noch sein… | Auf der Suche nach dem verlorenen Groove

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