Sich selbst retten

„Luke? Der ist ja irre! Der kann ja noch nicht mal auf sich selbst aufpassen, wie will er da jemand anders retten?“
– Han Solo zu Chewbacca, Die Rückkehr der Jedi-Ritter

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Ein Blogeintrag fasst den Hintergrund mit Verweisen auf alle Blogeinträge aus Q2/2020 zusammen. Seitdem habe ich über den Sinn des Zorn, Verletzbarkeit, die Zeit vor fünf bzw. zehn Jahren, dass das Leben keinen Sinn haben muss, drei wertvolle Einsichten, „So viele Sommer„, unbezähmbare Wut, Veränderung und Würde geschrieben sowie zuletzt über die große Müdigkeit.

Vor einiger Zeit hat mich John Albrecht im Gespräch auf ein interessantes Phänomen aufmerksam gemacht: Viele Berater, Trainer und Coaches würden stets versuchen, „andere zu retten, anstatt auf sich selbst zu achten“. Statt sich auf die eigenen Bedürfnisse und Verletzungen zu fokussieren, wären sie ständig auf andere gerichtet – und würden damit eigene Wunden nicht heilen. Irgendwann ist die Energie aufgebraucht und dann geht gar nichts mehr.

Er hat das außerdem schön zusammengefasst in dem Artikel „Avoiding Rescue, looking after yourself„. Das „Retter-Syndrom“ als Flucht vor den eigenen Gefühlen hat mich sehr nachdenklich gemacht, denn hier wird deutlich, dass es eben nicht „besonders edel“ ist, seine eigenen Anliegen hintenanzustellen, sondern schädlich und gefährlich.

Sich selbst zu retten ist nicht egoistisch. Sich selbst zuerst zu retten ist eine Grundvoraussetzung dafür, anderen helfen zu können. Ganz trivial kennt man das aus den Anweisungen für Sauerstoffmasken im Flugzeug (ein Beispiel aus dem erwähnten Artikel).

„Mich selbst retten“ wird also mein Programm für die nächsten Monate werden. Was meine eigene Stimmung angeht, so habe ich ein Musikstück wiedergefunden, das sie sehr gut ausdrückt. So schmerzhaft viele Gefühle sind, so sehr tut es auch gut zu wissen, dass das jemand anders auf kreative Weise ausdrücken konnte.

Queen: Save Me

2 Gedanken zu „Sich selbst retten

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