Resturlaub zur Sommersonnenwende

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Vier Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Zuletzt habe ich darüber gebloggt, dass es normal ist, mich einsam zu fühlen, Platz für Gefühle, einen Traum vom Groove, gesunde Angst, lieben zu können, dass Verletzbarkeit liebenswert macht, Druck für Veränderung, den Traum vom Reisen, Spaß mit Hochsensibilität, den eisernen Heinrich sowie Wellen der Gefühle.

Heute ist Sommersonnenwende und nicht ohne Wehmut denke ich daran zurück, wie ich vor sieben Jahren das Mittsommerfest in Schweden erlebt habe. Andere Zeiten – und ein ganz anderes Leben! Glücklich war ich damals allerdings nicht und ich habe inzwischen viele Dinge begriffen, die ich seinerzeit noch nicht verstehen konnte.

Bis Ende des Monats habe ich frei, weil ich Resturlaub vom letzten Jahr abfeiern muss, der ansonsten verfallen würde. So sind die Regelungen in den Niederlanden. Es ist zum ersten Mal in meinem Leben, dass sich soviel angesammelt hat. Seit Anfang des Jahres bin ich nicht mehr verreist. Bevor der Traum vom Reisen weitergehen kann, brauche ich noch meine zweite Impfung und muss dann zwei Wochen warten. Aber wie gesagt, ab dem 2. Juliwochenende geht das wieder.

Dass ich sozusagen zwangsweise zu Hause bleiben muss, hat mich jedoch nicht betrübt: Anstatt mich in irgendeine Arbeit zu stürzen oder ein schlechtes Gewissen zu haben, hat mein Metabolismus endlich auf Ruhemodus umgestellt. Was war ich müde! Es war jedoch keine Erschöpfung – ich fühlte mich gut dabei. Ich bin in den letzten Tagen zum ersten Mal seit meiner Auszeit wirklich zur Ruhe gekommen. Es für einige Tage wirklich einmal ruhiger anzugehen, war goldrichtig.

Eine wichtige Lektion über extrovertierte Hochsensibilität war für mich, auf die Signale zu achten, die mir Körper und Geist schicken. Normalerweise kann ich gut einen Tag ausruhen – danach bekomme ich einen Rappel und muss wieder etwas tun, sonst halte ich es nicht aus. Typisch extrovertiert hochsensibel. Dieses Mal signalisierten mir Leib und Seele eine andere Botschaft: „Du bist müde und das ist ganz normal. Ruhe Dich einfach aus, das fühlt sich gut an.“ Um die richtige Einstellung für mein Mischpult des Lebens zu lernen, ist das eine ganz wichtige Lektion. Auch zu merken, wenn ich derzeit überreizt bin und eine Pause brauche und mir dann Aktivitäten zu suchen, die weniger anstrengend sind, ist sehr wichtig. Insofern sind „einige Tage zu Hause rumgammeln“ in Wirklichkeit wichtige Schritte auf dem Weg zu mir selbst.

Wellen der Gefühle

„And I’m a million different people from one day to the next“
The Verve: Bittersweet Symphony

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Zuletzt habe ich darüber gebloggt, dass es normal ist, mich einsam zu fühlen, Platz für Gefühle, einen Traum vom Groove, gesunde Angst, lieben zu können, dass Verletzbarkeit liebenswert macht, Druck für Veränderung, den Traum vom Reisen, Spaß mit Hochsensibilität sowie über den eisernen Heinrich.

Durch die Beschäftigung mit meiner extrovertierten Hochsensibilität habe ich gelernt, dass es ganz normal ist, innerhalb von kurzer Zeit viele verschiedene Gefühle zu durchleben. Das war eine wichtige Lektion, denn so geht es mir in diesen Wochen fast jeden Tag: Ich habe jeden Tag mindestens sechs verschiedene Stimmungen, die durch kleinste Ereignisse aus- und wieder abgelöst werden können. Es ist zum Glück nicht so wie in der Pubertät, wenn einen alles mögliche umhaut und überwältigt. Es ist nur wichtig, im Kopf zu behalten, dass eine momentane Stimmung keine Quintessenz der derzeitigen Lebenslage und schon gar nicht des bisherigen oder ganzen Lebens ist. Und es ist wichtig, sich mit Sachen zu beschäftigen, die positive Gefühle auslösen. Seitdem ich wieder mehr auf mich achte, bekomme ich ein besseres Gespür dafür. Es war sehr wichtig, zu erkennen, dass meine eigenen Gefühle „gültig“ und „angemessen“ sind. Wie konnte ich mir jemals einreden lassen, dass sie falsch oder eine Belastung sind?

Der eiserne Heinrich

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Zuletzt habe ich darüber gebloggt, dass es normal ist, mich einsam zu fühlen, Platz für Gefühle, einen Traum vom Groove, gesunde Angst, lieben zu können, dass Verletzbarkeit liebenswert macht, Druck für Veränderung, den Traum vom Reisen sowie über Spaß mit Hochsensibilität.

Heute geht es ein weiteres Mal um ein Märchen. Als der Froschkönig erlöst wurde, wieder ein Prinz ist und das Märchen eigentlich zuende sein könnte, da geschieht noch eine interessante Sache: Sein Diener Heinrich hatte sich einst eiserne Ketten (oder Bande) um sein Herz legen lassen, weil er so traurig über die Verwandlung seines Herrn war, dass er befürchtete, anderenfalls müsste es ihm im Leibe zerspringen. Als nun Prinz und Prinzessin in der Kutsche davonreisen, da kracht es mehrmals laut, und das Paar befürchtet schon, die Räder oder die Achse der Kutsche seien zerbrochen. „Aber nein“, antwortet der eiserne Heinrich, „es sind nur die Bande um mein Herz, die abfallen und endlich zerbrechen“.

Das ist eine erstaunlich gute Beschreibung dessen, wie es sich anfühlt, wenn man langsam aus einer Krise herauskommt: Das zeigt sich eben nicht dadurch, dass alles wieder schön ist, sondern dass man unangenehme oder erschreckende Signale wieder wahrnimmt.

Über Probleme, die Lösungen sind, hatte ich bereits zweimal gebloggt. Heute habe ich nur ein einziges Symptom mitgebracht – aber was es als Lösung bedeutet, hat es in sich:

Das Symptom: Ich bin zutiefst unzufrieden mit meinem Leben. Die Lösung, die das in Wirklichkeit ist: Ich habe überhaupt wieder Zeit und Energie, darüber nachzudenken, was ich will, und nicht nur, was ich muss.

Ich habe in den letzten Wochen um mich geguckt, endlich wieder mit wachen und offenen Augen, und erstaunt und dabei ganz ruhig festgestellt: Ein Großteil dessen, wie ich derzeit lebe, hat keinen Sinn. Das war sinnvoll unter früheren Umständen, aber die haben sich ohne meine Schuld und gegen meinen Willen verändert. Mein neues Leben muss für mich alleine lebbar sein, ohne dass ich mich auf die Unterstützung von jemand anderem verlassen kann. Das erfordert, dass ich mich viel weniger für andere verausgabe und viel mehr auf mich selbst höre. Da ist das „in mich Lauschen“ genau die richtige Sache.

Worum es mir derzeit geht, ist also nicht „die große Sinnkrise“, sondern vielmehr „die Sinnfrage stellen“. Ich habe vor über zehn Monaten zum ersten Mal festgestellt, dass mein Leben keinen Sinn haben muss. Inzwischen weiß ich aber, dass ich möchte, dass es für mich einen Sinn hat. Es ist nicht schlimm, festzustellen, dass ein großer Teil meiner jetzigen Lebensumstände keinen Sinn hat. Denn diese Klarheit bedeutet einen wichtigen Fortschritt auf dem Weg zurück zu mir selbst – und ist eine Einladung zur Veränderung. Oder wie der eiserne Heinrich sagen würde: Keine Angst, es sind nur die Eisenbänder, die vom Herzen fallen.

Hochsensibel und Spaß dabei

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Ich habe einen Schritt gewagt und eine Idee umgesetzt, die ich schon länger mit mir herumgetragen hatte: Ich habe letzten Samstag an einem Seminar von Sandra Quedenbaum über Hochsensibilität teilgenommen. Seit ein paar Monaten hatte ich vermutet, dass ich eine extrovertierte hochsensible Person bin – und jetzt bin ich mir dessen sogar ziemlich sicher. Darüber Klarheit zu bekommen war einer der Gründe, an dem Seminar teilzunehmen. Aber eines nach dem anderen: Wie war’s?

Inhaltlich war es sehr ähnlich zu den Videos – also eine gute Transparenz bezüglich des Angebotes. Es ging mir denn auch weniger um neues Wissen als um den Austausch. Es war für mich eine ganz andere Erfahrung, das in einer Gruppe und mit Rückfragemöglichkeit zu erleben.

Am Ende fühlte ich mich tiefenentspannt. Ich war seit Jahren nicht mehr so einfach so lange auf etwas fokussiert. Ich habe mich wieder bei mir selbst gefühlt anstatt irgendwie vernebelt und verschwommen. In gewisser Weise habe ich seit über 20 Jahren nicht mehr so eine Ruhe gehabt, so eine Abwesenheit von Druck.

In den Tagen danach waren meine Muskeln entspannt (vor allem am Bauch). Mein Gehör war besser – ich habe dasselbe Lied plötzlich deutlich klarer gehört. Ich werde abends wieder müde und morgens sogar einigermaßen wach. Es ist, als ob ich an einem Tag die Entwicklung von einem Monat durchgemacht habe – oder von zwei… oder sogar sechs.

Ich weiß jetzt besser, wie der Weg voran aussehen wird: Ich werde aktiv nach Möglichkeiten suchen, mein Mischpult des Lebens richtig einzustellen, damit ich mich weder übernehme noch langweile. Am liebsten würde ich mir eine Gruppe von Hochsensiblen suchen, mit denen ich mich regelmäßig austauschen kann. Mal sehen, was wird!

Der Traum vom Reisen

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Letzte Nacht hatte ich wieder einen Traum.

Ich war in meiner alten Firma in Münster und begrüßte meine ehemaligen Kollegen und den Chef. Dazu muss man wissen, dass wir üblicherweise nicht alle im Büro waren, sondern vor Ort beim Kunden. Die Gelegenheiten, bei denen wir uns gesehen haben, waren daher oft besonders herzlich.

Dieser Traum enthielt auf mehrfache Weise, was mir derzeit fehlt:

  1. Ich bin so einsam wie nie zuvor.
  2. Ich bin seit Anfang Januar nicht mehr verreist.
  3. Ich kann derzeit nicht einfach „mal eben nach Deutschland“.

Aber – und das ist die Neuigkeit! – das muss nicht so bleiben!
Ich habe letzten Donnerstag meine erste Impfung bekommen, das Datum für die zweite ist Ende Juni. Mit anderen Worten: Ab dem 2. Juliwochenende sind wahrscheinlich wieder physische Treffen mit Freunden und Familie möglich. Auch meine große Sehnsucht nach internationalen Reisen in für mich neue Länder könnte bereits im Sommer gestillt werden. Dass meine Liste der Länder, die ich besuchen will, noch so lang ist, könnte sich nun als Vorteil herausstellen: Irgendetwas von den 18 Stück wird schon gehen! Da genügend Länder aus Südeuropa dabei sind, sind auch Spätsommer und Herbst noch eine Option.

Es besteht also die realistische Aussicht, in einigen Monaten das zu tun, worauf ich seit November 2014 verzichtet habe: Ein neues Land zu besuchen und meinem Traum, einmal alle Länder Europas zu sehen, ein Stück näher zu kommen!

Druck für Veränderung

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Heute habe ich die nächste große Veränderung angestoßen. Es wird wahrscheinlich über ein Jahr dauern, bis sie abgeschlossen ist – wenn es denn klappt.

Das hat mich noch einmal richtig Kraft gekostet. Aber damit dieser Winter, der nun schon drei Jahre dauert, endlich enden kann, muss es sein.

Ich habe in den letzten Wochen noch eines besser verstanden: Nicht „ich habe keinen Wert“ ist mein Problem. „Ich erfahre keinen Wert in meinem Alltag“ ist es. Das fasst sehr gut zusammen, was den jetzigen Winter ausgelöst hat und wie er sich anfühlt.

(Genauer werde ich es nicht schreiben. Dieses Blog ist kein Seelenstriptease.)

Eine praktische Veränderung möchte ich noch erwähnen, die Voraussetzung dafür war, eine Menge Papierkram in den letzten Wochen zu erledigen. Was ich Anfang des Jahres vorgenommen hatte, habe ich nun sehr konkret umgesetzt. Im neuesten Teil der Operation Augias habe ich mir einen neuen Drucker gekauft und den alten entsorgt.

Das alte Gerät, ein Laserdrucker Modell Brother HL-1030, war mindestens 18,5 Jahre alt und stammte noch aus meinen späten WG-Zeiten als Student. Auf ihm habe ich seinerzeit meine Diplomarbeit gedruckt!

Viele Jahre lief er gut, zuletzt wurde es jedoch immer schwieriger: Der Druck war nicht mehr sauber und nur gut für Dokumente, bei denen es auf gute Qualität nicht ankam (etwa Akkorde zum Ukulele-Spielen). Außerdem ließ er sich nicht einmal unter Windows 7 installieren – ich musste also jeweils einen Uraltrechner anschmeißen und tat das entsprechend nur, wenn es absolut notwendig war.

Ja, ich halte lange an alten Dingen fest und empfinde es als Verschwendung, ja fast schon als Verrat, sie zu ersetzen. Aber jetzt war es an der Zeit.

Der neue Drucker läuft nicht nur mit dem Laptop, sondern kann außerdem scannen, was es deutlich einfacher macht. Mach’s gut, alter Drucker! Du hast mir gut gedient.

Verletzbarkeit macht liebenswert

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Ich hatte unter „Das Problem ist die Lösung“ erläutert, dass einige meiner Gefühlserlebnisse, die wie ein Problem aussehen, in Wirklichkeit Lösungen sind. Inzwischen sind mir drei Erfahrungen eingefallen, die ebenfalls ein Problem zu sein scheinen, aber tatsächlich Lösungen darstellen:

Das Problem Was es bedeutet
Ich werde verletzt. Ich bin überhaupt fähig zu lieben, auch über längere Zeit.
Ich kämpfe immer wieder vergebens. Ich kämpfe überhaupt für irgendetwas, weil ich weiß, was mir die Dinge bedeuten.
Ich werde enttäuscht. Ich habe grundsätzlich positive Erwartungen an die Welt und andere Menschen.

Diese Probleme zu „lösen“ hieße, einen Teil von mir zu verlieren, der mich in meinen Augen gerade erst liebenswert macht: Denn wie sähe ich wohl aus, wenn ich abgestumpft und unangreifbar, resigniert und apathisch, verbittert und pessimistisch wäre? Klar könnte mich nichts mehr treffen! Aber wäre das ein gutes Leben? Ich glaube nicht.

Lieben können

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Im August hatte ich eine große Veränderung angestoßen. Ein Teil davon ist nun endgültig wahr geworden. Ich hätte gerne etwas anderes aus der Lage gemacht. Aber das war das beste, das möglich wahr.

Ich bin ok, Du bist ok. Wer meine Gefühlen und Wünsche als Last erlebt, kann nicht Teil meines Lebens sein.

Ich musste in diesen Wochen öfters an „Die Kunst des Liebens“ von Erich Fromm denken. Denn lieben zu können ist tatsächlich eine Kunst – und ein wenig wie eine Fertigkeit, die erlernt und trainiert werden muss.

Jeder will geliebt werden – aber nicht jeder ist fähig zu lieben. Das ist schade – für die Menschen, die nicht lieben können.

Gesunde Angst

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Zuletzt habe ich darüber gebloggt, dass es normal ist, mich einsam zu fühlen, Platz für Gefühle sowie über einen Traum vom Groove.

Ich wollte einmal über die nicht so schönen Teile meiner emotionalen Achterbahnfahrt schreiben. Denn gerade das bedeutet es, den Gefühlen ihren Platz zu geben. Noch vor meinem Traum von letzter Woche hatte ich etwas ganz anderes notiert:

Etwas, das einmal ganz wichtig war, hat seine Bedeutung völlig verloren.
Das erschreckt mich.
Nichts behält seinen Wert.
Auf nichts ist Verlass.
Nichts gibt Halt.

Wie zuvor kommt nun eine Kontrollfrage: Habe ich einen Grund, darüber erschrocken oder verängstigt zu sein?

Absolut! Das Fehlen von Gewissheiten (oder deren Illusion) ist schwer und wird wohl (fast) jeden umhauen. Es ist also ein Zeichen von geistiger Gesundheit, Angst zu haben angesichts der Vergänglichkeit von allem – vor allen den Dingen, die wir für am wichtigsten halten.

Vom Groove geträumt

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Zuletzt habe ich darüber gebloggt, dass es normal ist, mich einsam zu fühlen sowie über Platz für Gefühle.

Meine emotionale Achterbahnfahrt geht weiter. Über die nicht so schönen (aber dennoch lehrreichen) Teile schreibe ich ein anderes Mal.

Am Sonntag geschah es, dass ich mich zum ersten Mal seit langer Zeit wohl fühlte. Für kurze Zeit fühlte ich mich an frühere Phasen meines Lebens erinnert:

Ende 1996, die ersten Monate des Studiums, ich war frei und am richtigen Ort. Ich passte zum Uni-Leben.

Anfang 2000, ich war in Catania während meines Erasmus-Jahres. Ich war glücklich und musste nichts leisten oder beweisen.

Anfang 2004, ich richtete im Frühling meine neue Wohnung ein und hörte Jovanotti. Ich hatte meine erste Stelle – ich hatte gute Aussichten.

Und schließlich die Auszeit 2014, obwohl die sich überraschenderweise schlechter anfühlt als die drei zuvor geschilderten Situationen. Aber interessant bleibt, dass es solche Zeiten schon vorher gegeben hat, ich sie nicht vergessen habe – und sie wiederkommen können, ohne dass ich etwas besonderes dafür vollbringen muss.

Gestern und vorgestern hatte ich das Gefühl „ich bin gut, so wie ich bin“. Der Groove kam auf ganz kleiner Flamme einfach so zwischendurch. Bemerkenswert!

Aber am stärksten hat mich der Traum letzte Nacht beeindruckt. Da hatte ich den Groove ganz deutlich. Es war kein schwammiger Traum, in dem seltsame Kräfte wirkten oder absurde Dinge passierten, so wie ich sie manchmal habe. Alles kam mir so wirklich, völlig natürlich vor!

Ich bewarb mich auf eine Stelle im Krankenhaus zur Unterstützung von Ärzten oder Psychologen. Verletzbarkeit und die emotionale Seite waren dabei entscheidend. (Sonstige Qualifikation und fachliches Wissen waren ohnehin vorausgesetzt.) Ich war im Vorstellungsgespräch und völlig locker. Ich begrüßte die Leute freundlich und baute zu jedem eine Verbindung auf. Als ich aufwachte, war mir klar: Das muss kein Traum sein!

Denn was ich da zum Teil durchlebt habe, habe ich in anderer Form bereits erlebt! Es war eine Erinnerung daran, was wieder – und häufiger – sein kann. Ein guter Ansporn, daran festzuhalten.