Endlich wieder zu Hause, endlich wieder lebendig!

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Neun Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Zuletzt habe ich über einen Lernerfolg „zwischen den Quartalen“ gebloggt, eine Hochzeit wie früher, eine Woche Urlaub in Nordwalde, die zweite Hochzeit in zwei Wochen, zwei Flaschen Alkohol weniger, zwei Lernerfolge an einem Tag, die Freude an Kleinigkeiten sowie die Geschichte vom Drachen.

Letzte Woche war ich im Urlaub – und was für ein Urlaub es war! Dabei bin ich nicht einmal ins Ausland gereist, sondern ins schöne Noord-Brabant in den Süden der Niederlande. Hier fand mit zweijähriger Verspätung der Esperanto-Jugendweltkongress statt. Nachdem dieselbe Veranstaltung vor sieben Jahren in Wiesbaden war, kurz bevor ich aus Deutschland ausgewandert bin, hatte ich so nun ein weiteres Mal eine sehr kurze Anreise, sogar noch kürzer als damals. Auch sonst fühlte es sich wie ein Heimspiel an: Ich kannte die Sprache der Umgebung. Die Landschaft erinnerte mich sogar ans Münsterland.

Nach über zweieinhalb Jahren Zwangspause konnte ich wieder auf ein Esperantotreffen fahren. Erst als ich da war, merkte ich, wie sehr mir das gefehlt hatte.

Gleich nach der Ankunft, als es einige Wartezeit gab, fing ich an, Ukulele zu spielen. Bald kamen Leute hinzu und sangen mit; eine Freundin, die ich mindestens drei Jahre nicht gesehen hatte, umarmte mich herzlich. Das Gefühl war eindeutig: Endlich war ich wieder zu Hause!

War für eine großartige Woche. Endlich musste ich meine Gefühle nicht mehr zügeln oder unterdrücken, sondern konnte mich einer Sache wieder ganz hingeben.

Ich war wieder DJ und das Programm hieß „nostalgische Nacht“. Es war so schön, junge Leute leidenschaftkich auch zu alten Liedern tanzen zu sehen. Und am Ende des Abends tanzte ich sogar unverhofft eng zu zweit. Was hat mir das gefehlt! Wie einsam ich vorher gewesen bin! Und noch eine sentimentale Szene gab es gegen Ende des Abends: Ich spielte „Het is een nacht“ von Guus Meeuwis und der Cheforganisator tanzte gerührt mit. Das war für mich als Einwanderer ein ganz besonderer Moment.

Auf der Bühne stand ich außerdem noch mit meiner Band „La Kuracistoj“, wenn auch nur zu zweit. Wir spielten zwei Klassiker und eine neue Übersetzung, die alle gut ankamen. Das tat sehr gut, denn die neue Übersetzung habe ich 2020 und 2021 angefertigt; sie war also ein kreatives Ergebnis aus einer insgesamt schwierigen Zeit.

Meine Esperanto-Liedersammlung mit über 120 Stücken, die ich schon seit Jahren nicht mehr auf Treffen mitgenommen hatte, war diesmal höchst willkommen. Die Reaktionen haben mich motiviert, wieder an der öffentlichen Liedersammlung zu arbeiten – nach 16 Jahren Pause. Zu erleben, dass das, was mir sehr wichtig ist, auch bei anderen Anklang findet, schätze ich sehr. Und wenn mich andere zu einer Verhaltensänderung bringen, sagt einiges.

Meine Ukulele war nicht das schönste Instrument: Dieser Titel ging dieses Mal an ein lettisches Musikinstrument, eine kleine Version der finnischen Kantele.

Nachdem ich über sechseinhalb Monate lang Bücher für die Arbeit gelesen hatte, gönnte ich mir beim Einkaufen spontan einen Comic auf Niederländisch – Donald Duck speziell zum Thema Magier. Den Comic habe ich mühelos durchgelesen – ein Zeichen dafür, wie gut ich inzwischen Niederländisch kann.

Bei den Konzerten stellte ich mich ganz nach vorne und tanzte ab dem ersten Lied voll mit. Zwei Bands gaben mir nachher die Rückmeldung, wie sehr man meine Leidenschaft und Energie merkte, wie sehr das auf andere ausstrahlte und wie einfach es war, alle zum Tanzen zu bringen.

Es gab auch ernste Momente, und es war mir sehr wichtig, mich nicht zu verstellen, sondern auch die schlechten Zeiten anzusprechen.

Ich hörte dabei mehrere Sachen, die ich bemerkenswert fand: Dass überhaupt nichts dagegen spricht, dass ich nicht alleine bleibe. Dass ich immer auch etwas Positives sehe. Dass man mir die schwierigen Zeiten nicht ansieht. Dass man mir hingegen ansieht, wenn ich für ein Thema brenne, und ich großen Enthusiasmus zeige. Dass ich es verdient habe, glücklich zu sein. Es war, als würden einige alte Wunden endlich zu heilen beginnen.

Zum Abschluss der Woche wurde ein Esperanto-Musical aufgeführt. Dessen Lieder stammten größtenteils aus dem Repertoire eines anderen Esperanto-Musikprojekte von mir, das ich vor zehn Jahren begonnen habe und dessen letzter Text um Silvester 2020/21 erschien. Für das Musical wurden sogar EU-Fördermittel zur Erhaltung von Kultur bereitgestellt. Jede Menge junger Leute aus mindestens drei Kontinenten, von denen ich einige kannte, viele aber noch nie gesehen hatte, die plötzlich auch meine Texte sangen und aus dem, was ich mir einst mit einem Freund Stück für Stück auf zahlreichen Treffen ausgedacht hatte, etwas noch Größeres machten. Das war ohne Zweifel eines der fünf schönsten Erlebnisse mit Esperanto-Kultur. (Zum Vergleich: Ein anderes wurde einer der schönsten Tage meines Lebens.)

Es war, als wäre ich viereinhalb Jahre tot gewesen und nun wieder lebendig. Die Suche nach dem verlorenen Groove könnte hier zuende sein, denn ganz offensichtlich habe ich den Groove wiedergefunden. Ein Kapitel gibt es aber noch zu erleben:

Leider muss jeder Urlaub zuende gehen. Die dazugehörigen Begleiterscheinungen sind unter Esperantosprechern bekannt als Post-Esperanto-Treffen-Syndrom. Ich habe noch am Tag meiner Rückkehr nach Hause eine neue Version meines Liedes zu dem Thema aufgenommen:

Eine Absicht habe ich aus dieser Woche mitgenommen: Ich will mein Leben zurück. Ich möchte nicht mehr in einen Alltag, in dem meine Bedürfnisse zu kurz kommen. Ich habe erlebt, wie ich sein kann und wie ich dann wahrgenommen werde. Ich möchte das in meinem „normalen“ Leben häufiger haben. Dafür bin ich bereit, weite Teile meines Lebens umzubauen. Es gibt nichts mehr, auf das ich warten muss. Eine bessere Zeit als jetzt wird nicht kommen!

Zweite Hochzeit in zwei Wochen

„Nur noch konkret reden
Gib mir ein ja oder nein
Schluss mit Larifari
Ich lass all die alten Faxen sein
(…)
Ich will nie mehr lügen
Ich will jeden Satz auch so meinen“
– Peter Fox: Alles neu

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Neun Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Zuletzt habe ich über einen Lernerfolg „zwischen den Quartalen“ gebloggt, eine Hochzeit wie früher sowie eine Woche Urlaub in Nordwalde.

Am Ende meines Urlaubs war ich auf der zweiten Hochzeit innerhalb von zwei Wochen. Diesmal ging es nach Köln auf eine Hochzeit innerhalb der Familie.

Jahrestage und Phantomschmerzen machten mir diesmal mehr zu schaffen. Aber ich hatte mir vorher völlig ruhig vor Augen gehalten, dass das passieren könnte, und dass das nicht schlimm sei. Schlimm wäre es gewesen, möglicherweise belastende Situationen zu vermeiden.

Ich habe außerdem meinen Schmerz nicht zum Nabel der Welt gemacht. Was mir passiert ist, war außergewöhnlich und hat nichts mit anderen Leuten zu tun. Ich bin nicht meine Erfahrungen, meine Enttäuschungen oder meine Verletzungen.

So sah ich jede Menge Verwandte wieder und lernte weitere nette Leute kennen. Ich habe zwar noch immer nicht meine alte Form auf der Tanzfläche erreicht, aber es wird zunehmend besser – ich würde sagen, diesmal waren es 40%. Um 2:45 ging es nach Hause.

Nebenbei entdeckte ich ein deutschsprachiges Lied, das bisher völlig an mir vorbeigegangen war und das von persönlicher Runderneuerung erzählt:

Peter Fox: Alles neu

Dazu eine speziell fürs Lied eingespielte Orchesterinstrumentierung – ganz großes Kino!

Eine Kollegin war währenddessen in der Ukraine und ist heil wieder zurückgekommen. Im Vergleich dazu geriet die mitgebrachte ukrainische Schokolade zur Nebensache, aber die Packung verfehlte ihre emotionale Wirkung nicht.

Und dann bekam ich heute von einer anderen Kollegin, die ich sehr schätze, ein Riesenkompliment. Ich strahle eine Begeisterung aus und sei mit so viel Fröhlichkeit bei der Sache, wie sie noch bei niemand anderem gesehen hätte. Das, was sie da beschrieben hat, ist natürlich der Groove, und nach ihrer Beschreibung war er schon vor über eineinhalb Jahren wieder sichtbar, sogar in Videokonferenzen, auch wenn ich mir seiner selbst nicht immer bewusst war.

Dieses Kompliment kam genau zur rechten Zeit. Ich muss keine Angst vor Jahrestagen haben, denn ich kann wieder etwas ausstrahlen. Das ist eine Fähigkeit, die ich am meisten an mir vermisst habe.

Das Leben kommt mir gar nicht hart vor

Galerie

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„36 Grad und es wird noch heißer Mach den Beat nie wieder leiser 36 Grad und kein Ventilator Das Leben kommt mir gar nicht hart vor – 2raumwohnung: 36 Grad (Rhythms del mundo) Ich bin auf der Suche nach dem … Weiterlesen

Ein Gebet, ein Lied – und der Groove

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Acht Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Zuletzt habe ich darüber gebloggt, wie der Groove nach zwei Jahren zurückkam, Selbstliebe statt Angst, wie ich Ostern nicht alleine war, einen zweiten Lernerfolg in diesem Jahr, wie ich an einem Tag mit dem Fahrrad ans Meer und zum Flughafen fuhr, ein Wochenende in Frankfurt, meinen Aufenthalt in Paris sowie wie ich mich von meiner alten Lederjacke verabschiedete.

Der gerade zuende gegangene Monat Mai war mein Reise- und Urlaubsmonat. Ich habe letzte Woche zwei Tage frei genommen und bin nach Deutschland gereist.

Zuerst war ich auf einer Taufe. Für den Anlass war es nicht der wichtigste Teil, nur als Thema für dieses Blog sticht es hervor – das Gebet, das ich gesprochen habe. Anstatt einen Text fertig aufzuschreiben, auszudrucken und dann abzulesen, habe ich frei formuliert mit den wichtigsten Stichworten im Kopf. Den Rückmeldungen zu urteilen, die ich bekommen habe, scheine ich den richtigen Ton getroffen zu haben.

Dann ging es auf zum Beltaine auf dem Pützerhof in Neunkirchen-Seelscheid. Zum ersten Mal seit drei Jahren fand die Veranstaltung wieder statt! Ein Treffen im Oktober mit einem Teil der Leute war ein wunderbares Wochenende geworden, das mir auf Monate Energie und Ansporn gegeben habe. Dieses Beltaine war in mancherlei Hinsicht – Ort, Ablauf – so wie früher, so angenehm vertraut und gewohnt, und gleichzeitig an so vielen Stellen etwas Besonderes – ich merkte die lange Pause, wie sehr ich mich nach den guten Gesprächen und der Abwechslung vom Alltag gesehnt hatte. Ich hatte den Con im Oktober immer als „Heldencon“ bezeichnet, weil er unter erschwerten Bedingungen stattfand und wir alle ein Stück weit Helden waren, da wir es trotzdem wagten, uns zu treffen. Beltaine nannte ich „Heldencon 2“ und sang am Samstagabend eine Follow-Version von David Bowies „Heroes“. Ich hatte auch die deutsche Version „Helden“ als Vorbild genommen und war insbesondere durch die Coverversion Depeche Mode inspiriert worden. Auch da scheine ich die Gefühle der Anwesenden gut zum Ausdruck gebracht zu haben, denn ich bekam von mehreren Leuten gesagt, dass das eine tolle Darbietung war.

Depeche Mode: Heroes

Ich muss rückblickend an die drei Motive denken, die ich zu Beginn meiner Aufzeit aufgeschrieben hatte: Gut genug für etwas sein, einen Unterschied machen, etwas in den Herzen der Menschen bewegen. Alles drei hatte ich bei diesen beiden Gelegenheiten. Deswegen fühlte ich mich so gut. Deswegen hatte ich den Groove.

Die wichtige Folgefrage lautet: Warum habe ich den Groove nicht öfters? Was hält mich zurück?

Ganz offensichtlich spielt die Umgebung, spielen die Leute um mich herum eine wichtige Rolle. Dass ich dann kreativ sein kann und sich das sogar reicht leicht anfühlt, ist ein sehr deutliches Zeichen.

Ganz nebenbei habe ich noch Operation Augias fortgeführt und bin 1 DVD und 3 CDs losgeworden. So kann’s weitergehen!

Bis ans Meer und zum Flughafen

„Und dann beim ersten Mal / Als wir am Meer waren /
War es kalt und neblig / doch das störte nicht“
– Klee: Tausendfach

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Acht Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Zuletzt habe ich darüber gebloggt, wie der Groove nach zwei Jahren zurückkam, Selbstliebe statt Angst, wie ich Ostern nicht alleine war sowie einen zweiten Lernerfolg in diesem Jahr.

Am Sonntag war der 1. Mai und damit der erste Tag meiner neuen Stelle. Irgendwo in meinem Unterbewusstsein fühlte ich wohl die Angst, gefangen in den Umständen zu sein und nicht mehr ausbrechen zu können. Jedenfalls bekam ich eine große Lust, eine Fahrradtour zu machen. Es war hervorragendes Wetter – sonnig und nicht windig.

Da dachte ich an eine Idee, die ich schon vor Monaten vorgehabt hatte, als ich einmal auf die Karte der Niederlande geguckt hatte: Ich wohne etwa 17 km vom Meer entfernt. Warum war ich eigentlich in über sechseinhalb Jahren noch nie mit dem Fahrrad bis ans Meer gefahren? Ich hatte mir diesen verrückten Traum im Hinterkopf gespeichert, aber nie konkret in Angriff genommen. Das Wetter war zu schlecht, es war draußen zu früh dunkel, mein Fahrrad war nicht in Schuss, ich war immer so müde… aber jetzt war das Wetter gut, es blieb draußen lange genug hell, mein Fahrrad war in Ordnung und ich war wieder einigermaßen fit.

Es könnte natürlich viel passieren. Ich könnte einen Platten haben und mitten unterwegs gestrandet sein. Oder plötzlich kommt ein Platzregen und ich bin falsch angezogen (schon erlebt!). Oder ich verfahre mich total.

Aber dann musste ich auch an Christo Foerster und seine Abenteuer denken. Wenn nichts schiefgehen kann, ist die Erfahrung nichts wert! Die Möglichkeit zu scheitern ist Grundvoraussetzung dafür, dass etwas als bereichernd empfunden wird.

Also machte ich mich auf den Weg. Zuerst bis zur Eisdiele, die ich noch eine Woche vorher mit dem Rad besucht hatte. Das fühlte sich allerhöchstens wie ein Aufwärmen an. Ein sehr verheißungsvolles Zeichen! Dann ging es weiter, ich verfuhr mich kurz und entdeckte dadurch einen schönen Radweg. Schließlich sah ich zwar Dünen, aber irgendwie stimmte die Richtung nicht. Ich schien mich verfranzt zu haben. Ich wollte schon umkehren, guckte dann aber noch einmal auf die Karte. Ich war schon ganz nahe!

Und dann, als ich mich dem Fahrrad plötzlich das Meer sah, da war es wie eine Mischung aus dem Lied „Tausendfach“ von Klee und dem Film „Knockin‘ On Heaven’s Door„. Ich sah das Meer, als ob es das erste Mal wäre. Als ob ich gerade eine Filmszene sah, die durch einen Filter geschickt wurde und nebenbei romantische Musik ertönte.

Digital Elvis & Zero – Theme For Elvis Instrumental

Kurioserweise kamen gleichzeitig alte Erinnerungen hoch – Phantomschmerzen aus der Zeit, als ich das letzte Mal am Meer war und der Zeit davor, aus der die Fotos auf dem alten Laptop stammten.

Und gleichzeitig war es so, als würde das Meer mich freundlich fragen: „Warum kommst Du erst jetzt? Du hättest mich viel früher besuchen können. Das war doch ganz leicht für Dich.“

Mich überkam eine ganz merkwürdige, leichte Stimmung. Ich fühlte mich wie auf meinem Jugendstil-Rundgang im Kreuzviertel in Münster zu Beginn meiner Auszeit. Aber diesmal war keine Traurigkeit oder Bitterkeit dabei. Ich konnte den leichten Wind genießen, die Musik aus den Restaurants in der Nähe sowie alles, was ich sah. Ich musste nicht einmal schnell ein Ziel erreichen, etwas tun, nützlich sein. Ich konnte in dem Moment leben. Das war ein Teil des Grooves!

Ich hatte eine alte Schranke durchbrochen, die mich von nun an nie mehr zurückhalten musste. 17 Kilometer ans Meer? Kein Problem! Auf dem Rückweg wurde ich sogar übermütig: Warum nicht – wie einige Male in den letzten zweieinhalb Jahren – eine Radtour zum Flughafen Schiphol? Dann wären es rund 50 km an einem Tag. Ich könnte ja immer noch vorher umdrehen, wenn es zuviel würde.

Aber es wurde nicht zuviel. Mir tat nichts weh, ich wurde nicht müde, ich fühlte mich so kräftig und fit wie seit Jahren nicht mehr. Als ich am Flughafen stand, da war ich glücklich, denn ich hatte mir eines selbst gezeigt: Ich brauche keine Angst zu haben, dass ich hier gebunden bin durch die Umstände. Wenn ich nicht mehr will, kann ich einfach aus allem ausbrechen. Ich schaffe es aus eigener Kraft ans Meer und bis zum Flughafen.

Das war genau das richtige, das ich machen musste vor meinem ersten Arbeitstag. Ich habe dazu noch eine weitere Antwort gefunden auf die Frage nach Angst, die mich begrenzt: „Was wäre möglich, wenn Du diese Angst nicht hättest?“

Ich hätte keine Angst, einen Teil dessen zu verlieren, der ich einst war, und wäre nicht darüber besorgt, wer ich jetzt nicht bin, und einzig aufgeregt und neugierig darauf, wer ich werden kann.

Ein zweiter Lernerfolg

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Acht Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Zuletzt habe ich darüber gebloggt, wie der Groove nach zwei Jahren zurückkam, Selbstliebe statt Angst sowie wie ich Ostern nicht alleine war.

Heute habe ich die nächste Prüfung bestanden: Professional Scrum Product Owner II (PSPO II). Dieses Zertifikat gibt es seit Juli 2016. (Stand 01. April haben es 4.569 Leute.)

Die Vorbereitung bestand aus zwei Monaten täglichem Lernen. Ich habe direkt nach der letzten Prüfung angefangen. Insgesamt habe ich also ein ganzes Quartal am Stück gelernt. Damit habe ich Ende April dieselbe Anzahl an bestandenen Prüfungen wie letztes Jahr insgesamt.

So wird es natürlich nicht weitergehen – das kann und möchte ich nicht. Es war mir wichtig, diese Prüfung zu bestehen, und auch, das vor meinem beruflichen Wechsel noch in trockenen Tüchern zu haben. Denn nächsten Monat geht es tatsächlich wieder auf Reisen, sogar außerhalb Deutschlands und der Niederlande!

Ein Gefühl von Urlaub hatte ich bereits am Samstag, als ich zusammen mit Kollegen den Blumenkorso Bollenstreek angesehen habe, wie er in Heemstede vorbeifuhr. Ich aß das erste Eis dieses Jahr und dazu von der Eisdiele, die ich letzten Sommer entdeckt habe. Was für ein herrliches Gefühl! Dass ich mich bei „normalen“ Situation so außergewöhnlich fühle, zeigt mir, wie einsam ich bin.

Heute war frei, da Königstag ist. Zum ersten Mal seit drei Jahren war der übliche Trubel. Aber für mich war es kein Vergleich zu 2015 in Utrecht. Ich hatte eines meiner orangefarbenen T-Shirts an und schlenderte einmal über den Flohmarkt in Hoofddorp, aber es packte mich nicht auf dieselbe Weise wie früher.

Tatsächlich war es die Prüfung, die mich richtig gefesselt hatte. Zu merken, was mir selbst wichtig ist und das dann zu tun, war eine wichtige Erfahrung.

Passend dazu fand ich in den letzten Tagen ein 20 Jahre altes Lied wieder. Damals fand ich es „ganz ok“, heute finde ich es ziemlich schön.

Vanessa carlton: A Thousand Miles

Die Zeile „Ich würde 1000 Meilen gehen, um bei Dir zu sein“ löst tatsächlich etwas in mir aus. Ich glaube, dass mir in erster Linie nicht jemand anders fehlt, sondern vor allem ich mir selbst. Um wieder bei mir selbst zu sein, würde ich auch 1000 Meilen gehen. Der heutige Tag war ein weiterer Schritt auf dem Weg.

Selbstliebe statt Angst

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Acht Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Zuletzt habe ich darüber gebloggt, wie der Groove nach zwei Jahren zurückkam und wie ich mich zu Hause und wieder lebendig auf dem Amsterdam Language Café fühlte. Daran anknüpfend fragte ich mich, wie ich dieses Gefühl häufiger haben könnte.

Einen ersten Fingerzeig gaben mir zwei Veranstaltungen der letzten Tage. Am Freitag war ich erneut auf dem „Agile Learning Lab Berlin“. Ich sprach mit jemandem über den Wert von emotionaler Reife und die emotionale Reise, die man als Führungskraft zurücklegen muss. Führungskraft meine ich nicht im Sinne von „Macht über andere ausüben“ sondern „andere folgen einem, weil sie es wollen“. Als ich sehr offen über meine Angst sprach, bekam ich eine interessante Fragestellung mit auf den Weg gegeben: „Was wäre möglich, wenn Du diese Angst nicht hättest?“

Meine erste spontane Antwort im Kopf war: Ich würde tun, was ich für richtig halte. Ich würde einfach unbeirrt meinen Weg gehen.

Die Frage ist so gut, dass ich sie im Hinterkopf behalten möchte. Wer weiß, was ich noch für Antworten finde!

Am Dienstag war ich erneut auf einer Veranstaltung zum Thema Befreiende Strukturen (Liberating Structures). Diesmal war erneut Troika Consulting an der Reihe, bei dem ich ja bereits lebensverändernde Einsichten gewonnen hatte.

Die Bemerkung, die mich diesmal aufhorchen ließ, war eine auf den ersten Blick ganz kleine, harmlose: Ich mache anscheinend sehr viel. Bevor ich darüber nachdenke, wie ich unbedingt noch weitere Sachen anleiere, dürfe ich zuerst auch einmal nett zu mir sein. Was für eine treffende Bemerkung – und eine gute Erinnerung daran, Selbstfürsorge zu üben. Ich hatte es kurz zuvor noch erlebt, wie schwer es mir fiel, mich einmal hinzusetzen und meine Urlaubstage einzureichen, obwohl die mir doch zustehen. Das hatte ich schon einmal!

Heute war nach mehreren kalten Tagen wieder richtiges Frühlingswetter und ich fühlte diese Stimmung, die mich so oft im Frühling überkommt: Eine innere Unruhe und Aufregung – einerseits die Hoffnung, dass Veränderung möglich ist, und gleichzeitig die Ungeduld, sie endlich zu erleben.

Irgendwie kam ich während des Tages auf das Lied „Love You Like Mad“ von U2. Das hatte mir schon damals gefallen, als ich es zum ersten Mal entdeckt hatte. Es war 2000 aufgenommen worden, aber lange Zeit nicht offiziell erscheinen. Ich hatte es auf meine alternative Version des Albums „All That You Can’t Leave Behind“ gepackt. Die Rohheit, die Unperfektion, der rockige Gitarrenriff im Refrain und gleichzeitig diese eine voller Inbrunst gesungene Zeile – das finde ich alles unglaublich attraktiv und passend für mich selbst. So möchte ich auch wieder werden: Nicht glattgeschliffen, absichtlich nicht perfekt, dafür ein wenig rockiger und voller offen ausgelebter Leidenschaft.

„Love You Like Mad“

Für einen kleineren Gang nach draußen habe ich meine alte, inzwischen sehr gebrauchte Lederjacke angezogen. Ich fühlte mich wieder so in mir selbst zu Hause. Wer weiß, was ich noch erreichen kann?

Du kannst nicht vor Dir selbst weglaufen

Übermorgen ist es genau zwei Jahre her, seit ich mich auf die Suche nach dem verlorenen Groove begeben habe – und acht Jahre seit dem Beginn meiner Auszeit.

Sieben Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Was habe ich in den letzten drei Monaten des zweiten Jahres meiner Suche erlebt? Das tollste Erlebnis war ohne Zweifel ein Wochenende wie früher. Das schlimmste Ereignis ist natürlich der Krieg in der Ukraine.

Abgesehen davon war es ein Quartal voll des Lernens und der Veränderung. Ich habe einen weiteren Lernerfolg erzielt. Aber noch wichtiger waren die emotionalen Lehren: Ich bin mir falscher Scham bewusst geworden und habe umgekehrt Angst als wertvollen Ratgeber anerkannt.

Das neue Jahr begann mit einem Traum. Ich erkannte den Wert darin, den Fokus auf mich selbst aufrechtzuerhalten. Ich bin bereit, einen Teil meines alten Lebens schöpferisch zu zerstören, damit ein neues beginnen kann. Ich habe begonnen, mein Leben wieder aktiv zu gestalten. Ich blieb meinen Träumen treu. Ich kam in mehreren Schritten weiter, bis es Gewissheit wurde: Ab Mai breche ich zu neuen beruflichen Ufern auf.

Ich hatte mir diese Veränderung für das erste Halbjahr vorgenommen. So oder so hätte ich bis Ende Juni eine Entscheidung treffen können. Dass ich das jetzt schon unter Dach und Fach gebracht habe, ist natürlich sehr gut.

Eines möchte ich in meiner zukünftigen Rolle als Agile Coach beherzigen: „Heile Dich selbst, bevor Du andere Menschen zu retten versuchst.Sich zuerst selbst retten ist ganz wichtig, um sich nicht selbst zu vernachlässigen.

Ein erster Schritt auf diesem richtigen Weg: Mir ist in diesen Tagen ein weiteres Prinzip bewusst geworden, nachdem ich lange Zeit unbewusst gelebt habe: „Sei immer härter zu Dir selbst als das Leben zur Dir ist, dann kann Dich nichts mehr umhauen!“ Das ist natürlich völliger Blödsinn, denn dann haut man sich in schlechten Zeiten selbst andauernd um! Die ganze Wahrheit lautet:

„Wenn Du immer härter zu Dir bist als das Leben zu Dir, dann kann Dir nichts mehr weh tun als Du Dir selbst.“

Warum es ganz im Gegenteil zu dieser Einstellung sogar sehr wichtig ist, gegenüber sich selbst gnädig zu sein: Mit niemand anderem verbringt man mehr Zeit. Ein Spruch, der mir in den letzten Monaten immer wieder eingefallen ist:

Du kannst nicht vor Dir selbst weglaufen.

Nichts, was ich tue, wird daran etwas ändern. Also sollte ich das als eine Prämisse nehmen für alles, was ich mit meinem Leben anstelle.

Abschließen möchte ich dieses Blogquartal mit einer Coverversion, die sehr gut meine gegenwärtige Stimmung wiedergibt: Etwas beschwingt und optimistisch.

Andrew and Sally Acoustic Duo (Blue Planet Entertainment): Higher Love

Der Traum fürs neue Jahr

„Und ich weiß, Du kommst natürlich nicht
Und ja, das heißt, wir sind nicht aus der Pflicht
– Dota Kehr: Wir rufen Dich Galaktika“

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Sieben Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Letzte Nacht hatte ich einen interessanten Traum. Ich war irgendwo unterwegs, wo ich noch nie zuvor gewesen war, in einem fremden Land. Es war recht kühl, aber es hieß, zu dieser Jahreszeit sei es erträglich. Ich sah unberührte Natur, einen See von den Bergen aus.

Plötzlich liefen mir drei junge Frauen über den Weg, alle drei hellblond und herzlich lachend. Sie hielten mich für einen Einheimischen und sprachen mich in einer skandinavischen Sprache an, so dass ich ihnen erst einmal erzählen musste, dass ich Tourist war (was scheinbar nicht offensichtlich war). In dem Versuch, nicht alles auf Englisch sagen zu müssen und guten Willen zu zeigen, kramte ich verschiedene Kauderwelsch-Bücher aus meinem Rucksack.

Dann kam noch ein russischer Tourist hinzu, der mich fragte, was ich so im Leben machte. Ich antwortete ihm, dass ich in der Softwarentwicklung arbeite und Scrum Master sei, dass mir das grundsätzlich gefalle, aber dass mir ein höherer Zweck fehle und dass ich mich nach einem Sinn sehnte.

Wie ich das so ganz ruhig sage, überkommt mich eine große Zufriedenheit, die auch nach dem Aufwachen nicht mehr weggeht. Eigentlich hatte ich vor, heute über etwas anderes zu bloggen, aber dieser Traum bekommt Vorrang, weil er mich so fasziniert.

Warum war ich so zufrieden? Weil ich mich das Richtige getan habe! Weil ich kurz und knapp sagen konnte, was ich mache und was mir fehlt, und das in aller Ruhe, ohne traurig oder wütend zu werden. Weil ich mir selbst gegenüber aufrichtig gewesen bin. Und weil ich das, was ich im Traum gesagt habe, auch so im echten Leben sagen kann. Darum war dieser Teil des Traums so real, und das inmitten einer Szene, die mit meiner derzeitigen Realität nichts zu tun hat. Ich nehme das als sehr starken Hinweis darauf, was wirklich wichtig ist, gerade weil die Umstände nichts damit zu tun hatten, sondern es aus mir selbst heraus kam.

Die Situation hätte auf einer Reise stattfinden können, etwa „der Auszeit zweiter Teil“, diesmal z.B. in Island unterwegs. In dieser Hinsicht gibt es einen Bezug zu meiner Sehnsucht nach Reisen.

Die Aussage des Traums ist jedoch gerade nicht „Du solltest wieder verreisen, um glücklich zu werden“. Die Botschaft lautet eher „Du kannst verreisen, wie Du willst, aber Du kannst vor Deinen eigenen verborgenen Bedürfnissen nicht weglaufen und es ist besser, wenn Du zu ihnen stehst“. Die Reisesituation war mehr ein Katalysator, um das deutlich zu machen:

  • Es kommt nicht darauf an, in gewohnter Umgebung und in ein soziales Netz eingebettet zu sein (neues Land, fremde Leute).
  • Es kommt nicht darauf an, etwas zu leisten (Sprachkenntnisse) oder nützlich zu sein (Tourist!).
  • Es kommt nicht darauf an, Frauen zu beeindrucken (die interessierten sich auch ohne eine besondere Leistung für mich).

Es kommt darauf an, sich selbst gegenüber aufrichtig zu sein. Alles andere ist zweitrangig und wird sich schon finden.

Aufrichtigkeit ist eine Voraussetzung dafür, den Groove wiederzufinden! Das ist doch ein prima Leitbild fürs neue Jahr.

Ein Lied ging mir nach dem Aufwachen nicht mehr aus dem Kopf – und darüber hätte ich so oder so heute gebloggt. Es stammt von Dota Kehr, auf die ich auf Empfehlung einer Freundin erstmals bei ihrem Wohnzimmerkonzert aufmerksam wurde. Der Titel bezieht sich natürlich auf die gute Fee aus der Fernsehserie „Hallo Spencer“, mit der ich viele Kindheitserinnerungen verbinde. Egal, in welcher Klemme die Dorfbewohner saßen: Mit einem Vier-Zeilen-Reim wurde Galaktika herbeigerufen und brachte alles wieder in Ordnung.

Ich finde das Lied hochspannend, weil der Text einerseits Sehnsucht nach Erlösung ausdrückt, andererseits auch klar benennt, dass wir unsere Probleme schon selbst lösen müssen, und das ohne traurig oder bitter zu klingen. Eine Perle deutschsprachiger Liedkunst!

Dota Kehr: Wir rufen Dich Galaktika

Die Sehnsucht bleibt frisch

In drei Tagen sind es ein Jahr und neun Monate, seit ich mich aufgemacht habe, um den verlorenen Groove zu suchen. Sechs Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Wie habe ich die letzten drei Monate dieses Jahres erlebt? Was habe ich gelernt?

Das wichtigste zuerst: Niemand muss sich wegwerfen.

Meine Hoffnung, dass mit dem zweiten Halbjahr die bessere Jahreshälfte angebrochen sei, hat sich auch im vierten Quartal erfüllt.

Dabei ist nicht alles wahr geworden, was ich mir erträumt hatte: Meine Reisepläne verschoben sich. Meine Länderliste ist noch auf demselben Stand wie Ende 2014. Dieses Jahr bin ich sogar noch weniger gereist als letztes Jahr – nur zwischen Deutschland und den Niederlanden. Ich glaube, das letzte Mal habe ich 2001 so wenige Länder gesehen, als ich studienbedingt im Sommer keine große Reise machen konnte.

Dennoch hatte ich eine besondere Reise im Oktober. Es war ein wunderbares Wochenende oder „der Helden-Con“, wie ich es nach wie vor nenne.

Weil Reisen nicht ging, habe ich mich darauf konzentriert, als Person zu wachsen. Herausgekommen ist dabei ein Lernerfolg am Jahresende. Das, was ich dabei gelernt habe, kann ich nicht nur für den Beruf verwenden, sondern auch für mich privat. Die eigentlich wichtige Frage lautet nicht „Kann ich so leben, wie ich es derzeit tue?“, sondern „Sollte ich so leben, wie ich es derzeit tue?“. Das „sollte“ wird dabei ganz von mir bestimmt. Es geht also nicht darum, ob es überhaupt irgendwie möglich ist, sondern ob es eine gute Wahl ist. Eine gute Denkanregung, die mich gerne ins neue Jahr begleiten darf!

Was mich in der Zukunft ebenfalls beschäftigen wird, ist Selbstvorsorge zu üben, und zwar im Denken, Fühlen und Handeln. Das zeigte sich zuletzt bei so weltlichen Dingem wie dem neuen Schreibtischstuhl. Damit verbunden ist, Stress rechtzeitig zu erkennen und Techniken zur Entspannung wie ASMR zu verwenden.

Eine Sache ist mir klar geworden: Ich will ganz im hier und jetzt sein. Oder wie ich es an meinem Geburtstag formuliert habe: Die Zeit ist jetzt.

Meine große Suche hat dabei beachtliche Erfolge erbracht: Ausgerechnet in schlechter Zeit kam der Groove zurück. Zuletzt habe ich viele Eindrücke in kurzer Zeit gesammelt, wobei ich Leute begeistern konnte, lange aufgeschobene organisatorische Aufgaben erledigt habe, mich wieder konzentrieren konnte und vor allem wieder kreativ war.

Es ist kein Traum. Und es muss kein Traum bleiben.

Dass ich noch eine ordentliche Wegstrecke vor mir habe, kann ich ganz einfach messen: Wann war ich zum letzten Mal glücklich und zufrieden in meinem Leben, sowohl auf der Arbeit als auch privat? Vor vier Jahren. Eines ist mir gleichzeitig klar: Die letzten zwei Jahre waren besser als die zwei davor.

Der nächste Schritt besteht für mich darin, die sehr komplizierte Organisation meines Lebens zu vereinfachen. Altes loslassen ist nur ein Teil davon. Ich glaube nicht, dass ich irgendjemandem beweisen muss, dass ich das Spiel des Lebens auch in einem künstlich hochgesetzten Schwierigkeitsgrad meistere.

Neben den Leitideen, die ich oben schon ausgeführt habe, bleibt „Reisen, wenn es irgendwie geht“ mein Wunsch für 2022. Denn die Sehnsucht, aus dem Alltag auszubrechen und etwas ganz anderes zu sehen, die bleibt.

Wenn es um Reisen und Sehnsucht geht, fallen mir aus irgendeinem Grund immer elektronische Lieder ein – vielleicht weil sie mit Bildern von schönen Orten oder dem Blick zu den Sternen verbunden sind. Dieses hier ist auch nach Monaten in meinem Kopf geblieben:

Kryder – Come Home Soon