Operation Augias: Die Brille

Operation Augias, meine Aufräum- und Ausmistaktion, hatte bereits die Etappen Bücher und Klamotten. Aber es gibt noch genügend andere Sachen an der Heimatfront. Meine Besuche bei Augenarzt und Optiker hatten unter anderem zur Folge, dass ich ein neues Brillengestellt bekam. Damit hat das bisherige ausgedient und bleibt nur noch als Ersatzbrille für den Notfall übrig. Aber was mit der bisherigen Notfallbrille tun, die ja nun völlig überflüssig ist?

Dafür gibt es die Aktion „Brillen ohne Grenzen„! Hier werden alte Brillen gesammelt, um sie für andere Menschen in ärmeren Ländern zu verwenden.

Brillen

Meine Brillen von ca. 1990 bis 2010.

Zuletzt habe ich diese Idee Mitte 2010 unterstützt, als ich aus meiner ersten Wohnung in Münster ausgezogen bin. Auf dem Foto, das ich dann gemacht habe, sind meine ersten fünf Brillen seit der Teenagerzeit zu sehen. (Es gab noch eine weitere in meiner Kindheit, aber zwischen dieser und der nächsten war eine Unterbrechung von mehreren Jahren.) Die älteste ist ganz unten, die damals neueste ganz oben. Die drei ältesten habe ich damals schon weggeschickt, die vierte heute.

Das ist für mich ein ganz wichtiger Punkt: Nicht einfach Sachen wegschmeißen, sondern gucken, ob sie noch für andere Leute gut sein können.

Das Sehgefühl mit den neuen Kontaktlinsen ist bisher übrigens fantastisch und ein großer Gewinn an Lebensqualität. Ich werde noch mindestens einen Termin zur Anpassung haben, aber ich bin bereits jetzt ein ganzes Stück glücklicher geworden – sowohl mit meinem Sehen als auch meinem Aussehen.

Operation Augias – die Klamotten

Eine kritische Phase von Operation Augias ist (fast) abgeschlossen. Die Bücher machten schon viel aus, aber noch entscheidender war für mich die Inventur im Kleiderschrank.

Ich habe das zuletzt noch vor vier Jahren gemacht, aber inzwischen habe ich soviel neu gekauft und meine Figur hat sich so verbessert, dass es nicht nur sinnvoll, sondern auch notwendig war. Folgende Sachen habe ich in die Altkleidersammlung gegeben (der Container steht praktischerweise nur eine Straße weiter):

3 Hemden mit langen Ärmeln
1 Hemd mit kurzen Ärmeln
1 kurze Hose
3 T-Shirts (davon sogar 2 Esperanto-T-Shirts)
1 Sportanzug
1 Pullover
1 Paar edle Schuhe (noch sehr gut, aber kniffen und drückten)
1 Paar sportliche Halbschuhe (noch sehr gut, aber taten an der Ferse weh)
1 Paar Badeschlappen (drückten zwischen den Zehen)

2 Krawatten habe ich weitergereicht. 1 Paar Schuhe, das ich bis zuletzt getragen hatte und bei dem die Sohle kaputt war, wanderte direkt in den Müll. Übrig geblieben sind noch ein paar Gürtel (von denen ich mindestens einige ebenfalls weitergeben werde) und eine Hose, die bereits geflickt ist.

Traurig war ich nur wegen meines geliebten Wintermantels (Rover & Lakes, Größe 48), den ich noch über Ostern getragen hatte und für den ich bis zuletzt Komplimente bekommen hatte. Leider hatte er inzwischen ein Loch bekommen, das sich auch nach Ansicht eines professionellen Schneiders, den ich als Ratgeber hinzugezogen hatte, nicht mehr reparieren ließ.

Wintermantel

Mein alter Wintermantel, Rover & Lakes, Größe 48

Ich hatte eigentlich fest vor, noch einen kompletten Anzug auszusortieren, den ich mir 1999 gekauft hatte und der mir inzwischen zu eng geworden war. Zu meiner großen Überraschung passte er mir wieder! Ist das ein herrliches Gefühl, wenn Sachen aus den 1990ern gut sitzen!

Operation Augias – die Bücher

Ich habe es nicht unter den Dingen erwähnt, die ich tun kann, und es ist auch kein Ziel fürs Leben, aber mir doch wichtig: Die Menge an Krempel, die ich besitze und die irgendwo herumsteht oder -liegt, dauerhaft zu reduzieren. Es muss ja nicht gleich Minimalismus sein, aber das Konzept deutet in die richtige Richtung. Für meine innere Ruhe ist das wichtig. Wenn ich den Eindruck habe, dass nicht ich die Dinge beherrsche, sondern sie mich, ist es Zeit, etwas zu ändern.

Nun könnte ich das schlicht und einfach „Aufräumen und Ausmisten“ nennen, aber ich bin ein Mann und liebe es, solche Aktionen unter einem knackigen Namen zu verpacken. Am besten noch ein wenig klassische Bildung dazu! Daher läuft das ganze unter dem Titel

Operation Augias

Nun berichte ich am liebsten über Sachen, die ich schon komplett erledigt habe, aber es liegt in der Natur der Sache, dass sich das sehr hinzieht. Ich finde immer weitere Sachen, die ich loswerden will und kann.

Ein schöner erster Erfolg ist es jedoch, die 500er Marke geknackt zu haben bei den Büchern, die ich weggegeben habe. Die meisten davon sind in Öffentliche Bücherregale gewandert. Fast alle dieser Bücher habe ich bei Bookcrossing registriert, was den angenehmen psychologischen Effekt hat, dass ich den Fortschritt leicht sehen kann.

Nun ist das nicht gleichbedeutend mit „500 Büchern weniger“ – ich habe ja auch einige neue dazubekommen. Aber es macht sich schon bemerkbar, mehrere Kisten Bücher losgeworden zu sein.