Selbstliebe statt Angst

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Acht Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Zuletzt habe ich darüber gebloggt, wie der Groove nach zwei Jahren zurückkam und wie ich mich zu Hause und wieder lebendig auf dem Amsterdam Language Café fühlte. Daran anknüpfend fragte ich mich, wie ich dieses Gefühl häufiger haben könnte.

Einen ersten Fingerzeig gaben mir zwei Veranstaltungen der letzten Tage. Am Freitag war ich erneut auf dem „Agile Learning Lab Berlin“. Ich sprach mit jemandem über den Wert von emotionaler Reife und die emotionale Reise, die man als Führungskraft zurücklegen muss. Führungskraft meine ich nicht im Sinne von „Macht über andere ausüben“ sondern „andere folgen einem, weil sie es wollen“. Als ich sehr offen über meine Angst sprach, bekam ich eine interessante Fragestellung mit auf den Weg gegeben: „Was wäre möglich, wenn Du diese Angst nicht hättest?“

Meine erste spontane Antwort im Kopf war: Ich würde tun, was ich für richtig halte. Ich würde einfach unbeirrt meinen Weg gehen.

Die Frage ist so gut, dass ich sie im Hinterkopf behalten möchte. Wer weiß, was ich noch für Antworten finde!

Am Dienstag war ich erneut auf einer Veranstaltung zum Thema Befreiende Strukturen (Liberating Structures). Diesmal war erneut Troika Consulting an der Reihe, bei dem ich ja bereits lebensverändernde Einsichten gewonnen hatte.

Die Bemerkung, die mich diesmal aufhorchen ließ, war eine auf den ersten Blick ganz kleine, harmlose: Ich mache anscheinend sehr viel. Bevor ich darüber nachdenke, wie ich unbedingt noch weitere Sachen anleiere, dürfe ich zuerst auch einmal nett zu mir sein. Was für eine treffende Bemerkung – und eine gute Erinnerung daran, Selbstfürsorge zu üben. Ich hatte es kurz zuvor noch erlebt, wie schwer es mir fiel, mich einmal hinzusetzen und meine Urlaubstage einzureichen, obwohl die mir doch zustehen. Das hatte ich schon einmal!

Heute war nach mehreren kalten Tagen wieder richtiges Frühlingswetter und ich fühlte diese Stimmung, die mich so oft im Frühling überkommt: Eine innere Unruhe und Aufregung – einerseits die Hoffnung, dass Veränderung möglich ist, und gleichzeitig die Ungeduld, sie endlich zu erleben.

Irgendwie kam ich während des Tages auf das Lied „Love You Like Mad“ von U2. Das hatte mir schon damals gefallen, als ich es zum ersten Mal entdeckt hatte. Es war 2000 aufgenommen worden, aber lange Zeit nicht offiziell erscheinen. Ich hatte es auf meine alternative Version des Albums „All That You Can’t Leave Behind“ gepackt. Die Rohheit, die Unperfektion, der rockige Gitarrenriff im Refrain und gleichzeitig diese eine voller Inbrunst gesungene Zeile – das finde ich alles unglaublich attraktiv und passend für mich selbst. So möchte ich auch wieder werden: Nicht glattgeschliffen, absichtlich nicht perfekt, dafür ein wenig rockiger und voller offen ausgelebter Leidenschaft.

„Love You Like Mad“

Für einen kleineren Gang nach draußen habe ich meine alte, inzwischen sehr gebrauchte Lederjacke angezogen. Ich fühlte mich wieder so in mir selbst zu Hause. Wer weiß, was ich noch erreichen kann?

Zuviel Zeit ist vergangen

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Acht Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Ich habe es ja mit Daten und Jahrestagen. Es entbehrt daher nicht einer gewissen Ironie, dass ich ausgerechnet am 1. April – genau zwei Jahre nach Beginn meiner Suche – den Groove wiedergefunden habe.

Am Freitag abend fand zum ersten Mal seit zwei Jahren das Amsterdam Language Café statt. Ich war auch beim letzten Mal vor der Zwangspause noch dabei. Der Organisator zeigte deutlich, wie sehr ihm das gefehlt hat – und damit war er nicht alleine! Ich sprach fünf verschiedene Sprachen über den Abend verteilt (Deutsch, Englisch, Niederländisch, Italienisch, Russisch), von einzelnen Sätzen in anderen Sprachen mal abgesehen. Ich fühlte mich wie zu Hause in dieser internationalen Atmospähre, so elegant, wie ich mich mit vielen verschiedenen Leuten verständigen konnte – und lebendig, nachdem ich jahrelang wie tot gewesen war.

Die Veranstaltung fand im Café Belcampo in den Foodhallen statt. Im Obergeschoss gab es in drei Runden noch eine Probelektion Salsa von Swing latino. Ich hatte erst gar nicht vorgehabt, teilzunehmen, machte dann aber doch mit. Ich war erst nervös und ängstlich. Aber dann dachte ich an diesen Satz aus dem Lied „Everybody’s Free To Wear Scrunscreen“: Tue jeden Tag eine Sache, vor der Du Angst hast. Das ist sehr wichtig für persönliches Wachstum. Hinterher hörte ich von einer Dame, dass wie jemand mit Erfahrung gewirkt habe. Dass ich ein völliger Anfänger war, haben also nicht alle gemerkt. Eine sehr wichtige Lektion! Ob es daran lag, dass ich viel gelächelt und mich einfach gefreut habe?

So ist das also, wenn ich den Groove wieder habe. Ich brauche nicht einmal glücklich verliebt zu sein, um mich toll zu fühlen.

Jetzt will ich nur eines: Dieses Gefühl wieder haben!

Es waren zwei Lieder, die meine Lebensfreunde nach diesem Abend ausdrückten:

Eine Coverversion, dessen Original mir schon früher über den Weg gelaufen war und das ich kurioserweise auch in einer akuten persönlichen Krisensituation verwendet hatte.

Don Fardon: I’m Alive!

Das zweite ist ein Lied auf Esperanto von Martin Wiese, dessen Musik mich schon lange begleitet und für mich eine besondere Bedeutung hat. In diesem besingt er, dass zuviel Zeit vergangen ist, seit Du sozusagen auf die Piste gegangen und einmal richtig abgefeiert hast.

Martin & la talpoj: Tro longe

Du kannst nicht vor Dir selbst weglaufen

Übermorgen ist es genau zwei Jahre her, seit ich mich auf die Suche nach dem verlorenen Groove begeben habe – und acht Jahre seit dem Beginn meiner Auszeit.

Sieben Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Was habe ich in den letzten drei Monaten des zweiten Jahres meiner Suche erlebt? Das tollste Erlebnis war ohne Zweifel ein Wochenende wie früher. Das schlimmste Ereignis ist natürlich der Krieg in der Ukraine.

Abgesehen davon war es ein Quartal voll des Lernens und der Veränderung. Ich habe einen weiteren Lernerfolg erzielt. Aber noch wichtiger waren die emotionalen Lehren: Ich bin mir falscher Scham bewusst geworden und habe umgekehrt Angst als wertvollen Ratgeber anerkannt.

Das neue Jahr begann mit einem Traum. Ich erkannte den Wert darin, den Fokus auf mich selbst aufrechtzuerhalten. Ich bin bereit, einen Teil meines alten Lebens schöpferisch zu zerstören, damit ein neues beginnen kann. Ich habe begonnen, mein Leben wieder aktiv zu gestalten. Ich blieb meinen Träumen treu. Ich kam in mehreren Schritten weiter, bis es Gewissheit wurde: Ab Mai breche ich zu neuen beruflichen Ufern auf.

Ich hatte mir diese Veränderung für das erste Halbjahr vorgenommen. So oder so hätte ich bis Ende Juni eine Entscheidung treffen können. Dass ich das jetzt schon unter Dach und Fach gebracht habe, ist natürlich sehr gut.

Eines möchte ich in meiner zukünftigen Rolle als Agile Coach beherzigen: „Heile Dich selbst, bevor Du andere Menschen zu retten versuchst.Sich zuerst selbst retten ist ganz wichtig, um sich nicht selbst zu vernachlässigen.

Ein erster Schritt auf diesem richtigen Weg: Mir ist in diesen Tagen ein weiteres Prinzip bewusst geworden, nachdem ich lange Zeit unbewusst gelebt habe: „Sei immer härter zu Dir selbst als das Leben zur Dir ist, dann kann Dich nichts mehr umhauen!“ Das ist natürlich völliger Blödsinn, denn dann haut man sich in schlechten Zeiten selbst andauernd um! Die ganze Wahrheit lautet:

„Wenn Du immer härter zu Dir bist als das Leben zu Dir, dann kann Dir nichts mehr weh tun als Du Dir selbst.“

Warum es ganz im Gegenteil zu dieser Einstellung sogar sehr wichtig ist, gegenüber sich selbst gnädig zu sein: Mit niemand anderem verbringt man mehr Zeit. Ein Spruch, der mir in den letzten Monaten immer wieder eingefallen ist:

Du kannst nicht vor Dir selbst weglaufen.

Nichts, was ich tue, wird daran etwas ändern. Also sollte ich das als eine Prämisse nehmen für alles, was ich mit meinem Leben anstelle.

Abschließen möchte ich dieses Blogquartal mit einer Coverversion, die sehr gut meine gegenwärtige Stimmung wiedergibt: Etwas beschwingt und optimistisch.

Andrew and Sally Acoustic Duo (Blue Planet Entertainment): Higher Love

Auf zu neuen beruflichen Ufern

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Sieben Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Zuletzt habe ich darüber gebloggt, wie das neue Jahr mit einem Traum begann, Zuversicht im neuen Jahr, die schöpferische Kraft der Zerstörung, Platz für Veränderung, wie ich den Träumen treu blieb, ein Wochenende wie früher, wie ich zwei Schritter weiter kam, falsche Scham, den Krieg in der Ukraine, einen weiteren Lernerfolg sowie Angst als wertvoller Ratgeber.

Eine Veränderung, auf die ich seit Monaten hingearbeitet habe, wird Wirklichkeit. Ich hatte es zwischendurch schon mehrfach angedeutet. Jetzt kann ich es schreiben, denn seit gestern ist es offiziell: Ich werde mich nach 1,5 Jahren zum zweiten Mal beruflich neu orientieren und erneut intern wechseln. Es ist allerdings das erste Mal in meinem Leben, dass ich auf eine Stelle wechsele, deren Schaffung ich überhaupt erst (mit) in die Wege geleitet habe.

Kurz, bevor es ernst wurde, überkam mich ein wenig Angst vor der eigenen Courage. Das machte aber nichts, denn ich hatte das schon erwartet. Das erinnerte mich an die Unruhe vor dem Jahr Auszeit.

In mir herrscht die erwartete Mischung aus Vorfreude und Besorgnis, ob das denn gut gehen wird. Mit anderen Worten: Ein gutes Zeichen, dass sich etwas im Leben positiv verändert!

Ich hätte bereits am 1. April anfangen können, habe dann aber den 1. Mai ausgemacht, um alle bisherigen Pflichten übergeben zu können und einen sauberen Schnitt zu machen. Und wer weiß, vielleicht geht sogar noch einen Kurzurlaub Ende April…

Der Frühling ist seit zwei Tagen da, und ich fühle mich, als würde der Winter, der seit vier Jahren in meinem Leben ist, endlich zuende. Ich wage es kaum zu glauben.

Angst als wertvoller Ratgeber

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Sieben Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Zuletzt habe ich darüber gebloggt, wie das neue Jahr mit einem Traum begann, Zuversicht im neuen Jahr, die schöpferische Kraft der Zerstörung, Platz für Veränderung, wie ich den Träumen treu blieb, ein Wochenende wie früher, wie ich zwei Schritter weiter kam, falsche Scham, den Krieg in der Ukraine sowie einen weiteren Lernerfolg.

In der vergangenen Woche habe ich erneut an einer Veranstaltung über Befreiende Strukturen (Liberating Structures) teilgenommen. Das mache ich deutlich häufiger als ich darüber blogge. Nachdem ich Ratschläge fürs Leben bekommen hatte, hatte ich bei anderen Gelegenheiten meine eigene Aufgabe erkannt, verstanden, was ich bereits erreicht habe sowie neue Einsichten über Stress gewonnen.

Diesmal war sogar Henri Lipmanowicz, einer der beiden LS-Autoren, anwesend. (Den anderen, Keith McCandless, hatte ich ebenfalls bereits auf einer Veranstaltung erlebt!)

Es ging eigentlich um ein anderes Thema, das ich grob mit „Was ist notwendig für größere Veränderung in einer Gruppe von Menschen?“ umreißen würde. Interessant für diesen Blogeintrag ist jedoch die Erkenntnis, die ich als letztes mitnahm:

„Achte darauf, wo Deine Angst ist. Das ist ein guter Hinweis auf eine Gelegenheit für persönliches Wachstum!“

Ich habe die letzten Monate besonders darauf geachtet, wann es mir gut geht und was mich unnötig auslaugt. Das ist aber nicht das Ende aller Ängste. Das ist eine Bedingung dafür, mich den verbliebenen Ängsten zu stellen, sie nicht mehr wegzudrücken oder zu ignorieren.

Angst an sich ist nämlich nicht schlecht. Ich hatte schon über gesunde Angst geschrieben. Angst kann ein wertvoller Ratgeber sein, wenn man sich nicht von ihr in ihren Bann ziehen oder lähmen läßt. Angst ist, gerade wenn sie einen nicht überkommt oder nur diffus im Hintergrund wabert, ein guter Indikator dafür, wo man noch nicht aufgeräumt hat, noch nicht mit sich im reinen ist, sich vielleicht etwas nicht eingestanden hat.

Dahin zu gehen, wo die Angst ist, hatte ich als Idee auch aus verschiedenen Videos von Christo Foerster mitgenommen. (Er selbst zitiert jemand anderen; ich kann aber spontan nicht mehr einer der Stellen finden, an denen er es sagt.)

Oder wie es Miraculix bei „Asterix und die Normannen“ sinngemäß sagt: Nur wer sich seiner Angst stellt, kann mutig sein.

Ein weiterer Lernerfolg

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Sieben Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Zuletzt habe ich darüber gebloggt, wie das neue Jahr mit einem Traum begann, Zuversicht im neuen Jahr, die schöpferische Kraft der Zerstörung, Platz für Veränderung, wie ich den Träumen treu blieb, ein Wochenende wie früher, wie ich zwei Schritter weiter kam, falsche Scham sowie den Krieg in der Ukraine.

Nach dem, was ich letzte Woche geschrieben habe, muss alles andere trivial erscheinen. Also versuche ich gar nicht erst, ein großes Thema zu finden, sondern wähle absichtlich ein kleines, das mir trotzdem viel bedeutet.

Ich hatte für mich erkannt, dass persönliches Wachstum gerade in schlechten Zeiten nicht nur möglich, sondern wichtig ist. Auch wenn es sich nicht notwendigerweise darin ausdrückt, waren zwei Lernerfolge im letzten Jahr wichtige Meilensteine für meine berufliche Weiterbildung.

Vorletzten Sonntag habe ich die nächste Prüfung bestanden: Professional Scrum with Kanban (PSK I) („Professionelles Scrum mit Kanban“). Dieses Zertifikat gibt es seit Ende April 2018. (Stand 01. Februar haben es 3.710 Leute.)

Für mich ist das deswegen ein wichtiger Schritt raus aus der persönlichen Krise, weil ich mich noch darin erinnern kann, wie ich Ende 2019 von dieser Prüfung las und so gerne mehr über das Thema Scrum mit Kanban gelernt hätte, aber meine Energie und Konzentration immer weiter nachließen und durch andere Themen völlig in Beschlag genommen wurden. Dass ich diesen persönlichen Wunsch, der über zwei Jahre alt wahr, nun habe Wirklichkeit werden lassen, ist ein weiteres Zeichen, dass ich immer weiter auf dem Weg zurück in die Normalität bin.

Es tut sehr gut, das zu erfahren, auch wenn die ganze Welt manchmal verrückt zu werden scheint. Selbst wenn die Welt morgen enden würde, so würde ich immer noch versuchen, etwas neues zu lernen!

Krieg in der Ukraine

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Sieben Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Zuletzt habe ich darüber gebloggt, wie das neue Jahr mit einem Traum begann, Zuversicht im neuen Jahr, die schöpferische Kraft der Zerstörung, Platz für Veränderung, wie ich den Träumen treu blieb, ein Wochenende wie früher, wie ich zwei Schritter weiter kam sowie falsche Scham.

Seit letztem Donnerstag ist die Welt eine andere. Es gibt kein anderes Thema, dass so dringend oder wichtig wäre, um darüber zu bloggen.

Im Krieg enden alle Regeln der Zivilisation.

Es gibt mindestens drei Optionen für Länder, die nicht im Krieg sind:

  1. Luftraum schließen
  2. Flüchtlinge aufnehmen
  3. Zahlungsströme abstellen

Für Personen gibt es mindestens zwei offensichtliche Möglichkeiten:

  1. Geld spenden – eine Liste von Organisationen
  2. Klar sagen, was man von seiner Regierung will

Natürlich kostet das Geld. Dann ist das eben so.

Das klingt vielleicht dramatisch und irrational. Das ist nicht im Vergleich zu Krieg. Krieg ist das absolute Böse.

Ich habe bislang 300 Euro an verschiedene Hilfsorganisationen gespendet und die Ukrainer in meinem Freundeskreis und beruflichen Netzwerk gefragt, wie ich ihnen helfen kann. Ich kann von Glück sagen, dass ich zufällig die deutsche Staatsangehörigkeit habe und in den Niederlanden lebe. Als ukrainischer Mann in der Ukraine wäre es mir verboten, vor dem Krieg zu fliehen.

Das Foto in diesem Eintrag habe ich im Sommer 2011 gemacht, als ich Gast in der Ukraine war anlässlich des Esperanto-Jugendweltkongresses in Kiew. (Ich hatte diesen für mich ganz besonderen Sommer bisher nur mehrmals am Rande erwähnt.) Natürlich habe ich viel schönere Bilder und Erinnerungen an diesen Urlaub. Diesmal geht’s um die Farben.

Falsche Scham

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Sieben Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Zuletzt habe ich darüber gebloggt, wie das neue Jahr mit einem Traum begann, Zuversicht im neuen Jahr, die schöpferische Kraft der Zerstörung, Platz für Veränderung, wie ich den Träumen treu blieb, ein Wochenende wie früher sowie wie ich zwei Schritter weiter kam.

Nach all den Meldungen über Erfolge und schöne Erlebnisse ist es wichtig, auf Körper und Seele zu hören und nicht das Gespür für die eigene Verletzlichtkeit zu verlieren.

Ich hatte letztes Jahr geschrieben, wie mir die Videos von Sandra Quedenbaum geholfen hatten, zu erkennen, dass ich wahrscheinlich eine extrovertierte hochsensible Persönlichkeit bin und wie mir eines ihrer Seminare geholfen hat, damit zu beginnen, das Mischpult des Lebens besser auf meine Bedürfnisse einzustellen.

Vor ein paar Wochen hat sie ein neues Video veröffentlicht, das mich wieder auf besondere Weise berührt hat. Es spricht mir aus der Seele!

Sandra Quedenbaum; Hochsensibilität, Schuld und Scham. Wenn toxische Scham unser Leben prägt

Es ist fast so, als hätte sie einen Teil meines Lebens auf wenige Minuten zusammengefasst. Über viele Elemente hatte ich sogar schon gebloggt!

Ich bin ok – aber in der Vergangenheit haben mir Leute eingeredet, dass ich als Person grundsätzlich nicht in Ordnung bin. Das hat mein Selbstwertgefühl nachhaltig angekratzt.

In dem Video wird außerdem bestätigt, dass der Rat, ich müsse mich nur selber lieben und von den anderen könne ich nichts erwarten, absolut falsch ist. Ich hatte das schon geahnt.

Wenn man jedoch den Eindruck vermittelt bekommt, man sei nicht liebenswert (ja sogar nicht lebenswert), dann ist es kein Wunder, wenn man ein verzerrtes Selbstbild entwickelt und ständig in der Angst lebt, eine Last zu sein – was sogar zu Selbstvernachlässigung führt. Kein Wunder, dass so eine Person Abgrenzungsschwierigkeiten hat und mit falschen Schuldgefühlen und der verkehrten Vorstellung von „Liebe, die man sich verdienen muss“ durchs Leben geht. Auch nicht verwunderlich, dass diese Person sich dann besonders Menschen unterwirft, die nicht gut zu ihr sind.

Die Überzeugungen, „nicht gut genug sein“ und dass es nur eine „gerechte Strafe“ sei, wenn mir schlechte Dinge passieren, gehört ebenfalls dazu. Ich kann meine größte Angst heute direkt benennen: die Angst, nicht geliebt werden zu können – und dass mir erst recht schlimme Dinge passieren, wenn ich es auch nur wage, das offen auszusprechen.

Einzig das Wort „toxisch“ hat mir in dem Video nicht gefallen – weil ich es in den letzten Jahren zuvorderst in Verbindung mit Männlichkeit in Gebrauch sehe. Gerade dieser Ausdruck bewirkt aber nichts Gutes, sondern bestätigt genau die schlechten Dinge, die in dem Video angesprochen werden – dass man nämlich als Mann grundsätzlich das Gefühl haben muss, „nicht gut genug“ zu sein und „etwas leisten müsse“, weil man ansonsten „nicht ok“ sei. Das hat mich über viele Jahre klein gehalten. Es ist Zeit, auszusteigen und klar zu benennen, dass eine solche Wortwahl nicht ok ist. Schluss mit der falschen Scham!

Zwei Schritte weiter

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Sieben Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Zuletzt habe ich darüber gebloggt, wie das neue Jahr mit einem Traum begann, Zuversicht im neuen Jahr, die schöpferische Kraft der Zerstörung, Platz für Veränderung, wie ich den Träumen treu blieb sowie ein Wochenende wie früher.

Seit letzter Woche bin ich zwei Schritte weiter, was mein Vorhaben angeht, Veränderung in mein Leben zu bringen. Ich habe zwei weitere Gespräche geführt, eines sogar auf Niederländisch und sehr entspannt. Das heißt immer noch nicht, dass ich Erfolg haben werde. Aber es bedeutet, dass ich mit dem Herzen bei dem bin, was ich tue. Und das fühlt sich so unheimlich gut an.

Das Jahr ist eineinhalb Monate alt und ich habe in mancherlei Hinsicht mehr Chancen auf positive Veränderung gesehen als in den vier Jahren zuvor. Sollte dem lange Winter, der nicht mehr zu enden schien, nun doch noch Tauwetter folgen? Ich wage es kaum zu glauben. Doch es fühlt sich manchmal so an.

Aber noch viel wichtiger: Diese eine Sache muss es nicht sein. Was sein muss, ist zuallererst, dass ich wieder auf mich selbst achte. Der Rest wird sich schon finden.

Ein Wochenende wie früher

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Sieben Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Zuletzt habe ich darüber gebloggt, wie das neue Jahr mit einem Traum begann, Zuversicht im neuen Jahr, die schöpferische Kraft der Zerstörung, Platz für Veränderung sowie wie ich den Träumen treu blieb.

Letztes Wochenende habe ich mich mit Freunden getroffen. Es ging – wie zuletzt vor zwei Jahren – in die Ferienwohnung Burgblick in Jesberg in Hessen. Über die Wochenenden dort 2014 und 2015, kurz nach Beginn bzw. Ende meiner Auszeit, hatte ich seinerzeit gebloggt.

So wie das wunderbare Wochenende Ende Oktober letzten Jahres schien ein Zauber auf diesem Wochenende zu liegen. Alles wirkte so normal! Es war so angenehm und entspannend!

Was habe ich diese Gelegenheiten vermisst, in denen das Leben so einfach schien, in denen weder der Kopf noch das Herz schwer waren. Was habe ich mich wieder wohl gefühlt in meiner Haut. Was war es schön, so viele Sinneseindrücke zu sammeln und sich ganz auf den Moment und die Situation einlassen zu können.

Nebenbei haben wir eine Menge Ideen für Kreativität ausgetauscht. Das hat mich sehr beflügelt.

Den Freitag hatte ich mir für die Anreise frei genommen. Das war mein erster Urlaubstag seit Anfang Januar. Ich möchte, dass ihm bald weitere folgen können!