Ein Held braucht Verbündete

Der Zugang zu meinen Gefühlen ist die Quelle meiner Kraft, die mir den Weg zum verlorenen Groove weisen wird. Den Groove finde ich in mir selbst, so dass die Heldenreise zuallererst eine Reise ins Ich wird. Ich habe mich bereits den Dämonen gestellt und erkannt, dass ich mich zuerst selbst wertschätzen muss und zwar aus mir selbst heraus, nicht von anderen befohlen, bevor ich wieder nach außen strahlen kann.

Das ist kein „entweder-oder“: Ich habe die Energie, die ich letztes Jahr durch externe Validierung bekommen habe, dafür genutzt, um etwas zu tun, das mir gut tut. Ich habe habe etwas Neues ausprobiert und neue Kontakte geknüpft. Dabei habe ich völlig unerwartet Unterstützung bekommen. Und das kam so:

Ich habe an einer Internet-Veranstaltung über Liberating Structures teilgenommen. Diese „befreienden Strukturen“ sind verschiedene Techniken, um die übliche Gruppendynamik beim Finden neuer Ideen zu durchbrechen und dadurch bessere Ergebnisse beim gemeinsamen Suchen von Lösungen zu bekommen.

Das Thema des Abends war: Was sind Deine Ängste? Was hält Dich persönlich davon ab, mehr zu experimentieren?

Als erstes haben alle für sich ihre Ängste aufgeschrieben und danach als Monster gezeichnet. Danach haben wir uns zuerst zu zweit, dann zu viert und schließlich alle zusammen über unsere Ängste ausgetauscht.

Was sich dabei herausstellte: Die meisten Leute teilen dieselben Ängste – auch diejenigen, die besonders offen und experimentierfreudig sind und überhaupt an so einem Abend teilnehmen!

Ich etwa fürchte, dass andere folgendes zu mir sagen, wenn ich etwas ausprobiere:

  1. „Du vergeudest Deine Zeit!“
  2. „Andere erreichen mehr in derselben Zeit!“
  3. „Du bist nicht fokussiert!“
  4. „So eine Mischung aus verschiedenen Dingen, die nicht zusammenpassen, ist schlecht für Deine Karriere!

Letzten Endes sind diese Ängste bei vielen Leuten ganz ähnlich: Es geht um Ablehnung und Abwertung aufgrund dessen, was man sich traut. Vor dem sozialen Tod herrscht eine allgegenwärtige Angst.

Im nächsten Schritt ging es darum, sich gegenseitig Rat zu geben. Dabei kam eine Technik zum Einsatz, die sich Troika Consulting nennt. Ich hatte davon schon gelesen, konnte mir aber vorher nicht vorstellen, wie das funktionieren sollte. Denn die anderen Teilnehmer haben ja in der Regel keine therapeutische Ausbildung und keinen beruflichen Hintergrund als Berater.

Doch dann kam die praktische Erfahrung: Schon beim ersten Satz, den jemand von den anderen zu meinem Problem sagte, merkte ich, wie er absolut ins Schwarze traf. Drei Ratschläge nahm ich mit, was meine oben beschriebenen Ängste anging:

  1. Suche eine andere Umgebung, wenn man Dich dort, wo Du bist, nicht wertschätzt, wie Du bist.
  2. Was Dein „anders sein“ angeht: Verstecke es nicht, verstärke es!
  3. Suche Dir Gleichgesinnte, mit denen Du Dich austauschen kannst.

Wer hätte das gedacht? Ich konnte gegenüber wildfremden Menschen meine tiefliegenden Ängste äußern, fand heraus, wie normal sie sind, und bekam auch drei sehr konkrete Antworten darauf, was ich machen kann.

Ich bin mit all meinen Ängsten und Eigenheiten viel weniger verrückt, viel normaler, stärker und sozialer, als ich bisher gedacht habe. Eine wichtige Erfahrung, die mir die Augen geöffnet hat!

Allein im Sprung vom Kopf des Löwen wird er sich als würdig erweisen

„Die Suche nach dem Gral ist die Suche nach dem Göttlichen in uns allen.“ – Dr. Marcus Brody, Indiana Jones und der letzte Kreuzzug

Auf der Suche nach dem verlorenen Groove habe ich herausgefunden, dass der Zugang zu meinen Gefühlen mir den Weg weisen wird. Wie ein Held begebe ich mich auf eine Reise und stelle mich dabei einigen dunklen Wahrheiten. Was ich früher nicht erkannt hatte, ist mir jetzt deutlich geworden: Die Reise ins Ich ist entscheidend. Wenn mir diese innere Reinigung gelingt, werde ich stärker als zuvor aus meiner persönlichen Krise hervorgehen.

Es liegt eigentlich auf der Hand: Sein eigenes Selbstwertgefühl von externer Validierung durch Erfolg, durch andere abhängig zu machen, macht einen nicht souverän, sondern anfällig für alle möglichen Störungen von außen. Echter Selbstwert ist das Ergebnis interner Validierung durch sich selbst und muss erfolgen, bevor überhaupt ein äußerer Erfolg kommen und bleiben kann.

Tja, aber wenn das mal wieder so einfach ist, warum wollte ich das so lange nicht wahrhaben und mir stattdessen Liebe und Wertschätzung „erarbeiten“ (was nicht geht)?

Weil diese Wahrheit – wie ich inzwischen begriffen habe – bei mir nur als vergiftetes Geschenk ankam in der Form: „Deine Umgebung lehnt Dich ab und das ist auch nicht zu ändern – aber das darf Dich nicht kümmern; Du musst nur gucken, dass Du Dich selbst trotz allem magst!“ Denn das beinhaltet folgende Zumutung: „Es ist eben nicht möglich, Dich anständig und gleichwertig zu behandeln – da musst Du schon drauf verzichten!“ Das ist eine weitere Variante des falschen „Du oder die anderen“-Denkens.

Auf einen ganz normalen Anspruch auf Respekt und Wertschätzung zu verzichten, hat nichts mit gesundem Selbstvertrauen zu tun, sondern ist ein Zeichen für das genaue Gegenteil davon. Nicht ein Wegducken oder Märtyrertum wird zum Groove führen, sondern ein Einstehen für das, was ich brauche und auch verdient habe.

Mich erinnert das an die Szene aus einem Märchen meiner Kindheit, in der der richtige Prinz dadurch erkannt werden kann, dass er es wagt, schnurstracks auf einem prächtigen Teppich zu seinem Ziel zu reiten und sein Pferd eben nicht darum herumlenkt. Demonstrieren von Selbstbewusstsein ist in vielen Lebenssituationen notwendig und zeigt, dass man zuallererst für sich erkannt hat, der richtige zu sein. Was nach außen strahlt und letzten Endes erfolgreich macht, ist dieser innere Glaube, der seinen Ursprung in einem selbst hat.

Ein Satz, der mir in diesem Zusammenhang im Gedächtnis geblieben ist, lautet: „Allein im Sprung vom Kopf des Löwen wird er sich als würdig erweisen.“ Er stammt aus dem Film Indiana Jones und der letzte Kreuzzug. Ich habe das immer so interpretiert, dass man manchmal einen mutigen Schritt wagen muss, auch ohne klare Zeichen dafür zu sehen, dass man Erfolg haben wird, und dass man nur dadurch zeigen kann, was wirklich in einem steckt.

Im Handbuch zum dazugehörigen Computerspiel gibt es eine Zeichnung, die im Film als Bild an der Wand hängt und die mich immer seltsam berührt hat. Einige Ritter stürzen bei einem Abgrund in den Tod, doch einer scheint fest und sicher in der Luft zu schweben, den Blick auf den Gral gerichtet, der vor ihm schwebt, die Hand nach ihm ausgestreckt. Dieses Bild hing als vergrößerte Kopie einige Jahre an der Wand in meinem Zimmer im Haus meiner Eltern. Heute weiß, was mich daran so ergriffen hat: Dieser Ritter verliert sein Ziel nicht aus den Augen; sein innerer Glaube lenkt ihn und läßt ihn da bestehen, wo alle anderen fallen. Der Gral des Ritters, das ist mein Groove.

Die Suche nach dem Gral als ein Weg zur Heilung ist ein zentrales Motiv in dem Film „König der Fischer„. Der eine Protagonist ist beherrscht von Trauer, der andere zerfressen von Schuld. Der Sieg besteht am Ende nicht darin, dass der zentrale Widersacher, der rote Ritter, gar in echt erschlagen würde – denn dieser ist nur ein Symbol für die inneren Dämonen der Vergangenheit. Die Wende kommt mit der Erkenntnis, was einem wirklich wichtig ist und dem Mut, dafür zu kämpfen.

Die titelgebende Geschichte in der Geschichte handelt davon, dass ein König in jungen Jahren den Auftrag bekommt, den heiligen Gral zu finde, aber durch eine Verletzung schwer krank wird. Seine Mission erreicht er schließlich nicht durch all seine Anstrengungen, sondern dadurch, das zu bekommen, was er braucht – was ihn schließlich heilt und erkennen läßt, dass er dem Gral die ganze Zeit ganz nahe war.

Die Reise ins Ich

Während ich auf der Suche nach dem verlorenen Groove bin, weiß ich bereits, dass ich ihn durch den Zugang zu meinen Gefühlen finden werde. Wenn sie mich leiten, scheine ich Superkräfte zu haben. Dabei habe ich erforscht, warum ich das nicht öfters tue, und mich den dunklen Wahrheiten gestellt.

Ich weiß nun, dass die Ursache für das Schwinden meiner Kräfte ebenfalls in mir selbst liegt: Der Grund ist mein geringes Selbstwertgefühl, das mir von anderen vor vielen Jahren eingetrichtert worden ist und das ich irgendwann übernommen habe.

Damit ist auch klar, warum der bekannte Schwachpunkt die Superkräfte ausschaltet. Wenn mein geringes Selbstbewusstsein „aktiviert wird“:

  1. unterdrücke ich meine Gefühle
  2. vernachlässige ich mich selbst
  3. glaube ich, erst etwas leisten zu müssen, bevor es mir gut gehen kann

Durch Fleiß läßt sich zwar einiges erreichen – aber gewöhnlich nicht alles oder die Spitze (und wenn doch, fühlt es sich leer an). => Das gibt mir keine Energie. => Irgendwann bin ich ausgebrannt. => Energie ist aber für Krisen und schwierige Zeiten notwendig.

Ursache und Wirkung waren anders, genau umgekehrt, als ich es jahrelang gedacht habe: Ich fühlte mich nicht gut, weil mir tolle Dinge passierten – mir passierten tolle Dinge, weil ich mich gut fühlte. Ich konnte mich auf den Moment einlassen und strahlte dadurch etwas aus. Ich wusste, dass ich vorher „in meinem Leben aufgeräumt“ hatte – aber ich dachte, das habe mit harter Arbeit zu tun, ich hätte vorher eben „etwas geleistet“.

Darum war der Weg auch schwer zu erkennen: Ich stürzte mich in Arbeit, dabei ging es mir damit oft gerade nicht sehr gut – und das führte mich noch weiter von dem Groove weg. Die Arbeit (gesteuert durch andere) war ein Zeichen der Selbstvernachlässigung. Dabei ist „sich Liebe erarbeiten“ Quatsch; „nur dann geduldet zu werden“ bedeutet, überhaupt nicht respektiert zu werden. Dieser falsche Glaube, von anderen aufgepropft und schließlich von mir übernommen, hat mir viele Jahre im Weg gestanden. Es tut sehr gut, das endlich zu erkennen.

Das eigene Selbst erkennen ist notwendig, um authentisch zu sein, sich selbst vollständig einzubringen. Der Groove, diese legendäre Kraftquelle, er scheint zum ersten Mal seit langer Zeit zum Greifen nahe. Für diese Suche muss ich nicht an andere Orte, andere Länder reisen, denn diese Reise führt ins Ich.

Die Reise ins Ich“ ist dabei nicht nur ein besserer Filmtitel als das Original „Innerspace“; sie gibt auch eine wichtige Idee des Films wieder, die sehr erwachsen ist: Die zwei Protagonisten sind sehr unterschiedlich, aber sie haben beide ihr Leben nicht im Griff. Durch ihre nicht überwundenen Schwächen stehen sie sich selbst beim Erreichen ihrer Ziele im Weg. Die Lösung besteht darin, dass sie als Person wachsen und Teile ihrer Persönlichkeit zulassen, die sie vorher verdrängt oder nie gewagt hatten. Das halte ich für eine unglaublich attraktive Idee für mich selbst.

Ein Held braucht würdige Gegner

Meine Mission lautet, den verlorenen Groove wiederzufinden. Ich weiß, dass der Zugang zu meinen Gefühlen der Schlüssel dazu ist. Wenn ich in Übereinstimmung mit ihnen handele, fühlt es sich wie Superkräfte an. Dabei habe ich – wie auf dem Weg eines Superhelden – festgestellt, dass sich diese Kräfte bewusst herbeiführen lassen.

Was hat bisher verhindert, dass ich das öfters habe? Zur Entwicklung eines Helden gehört auch, sich den Dämonen zu stellen; auf die Reise zu gehen zu den Orten, „wo die Schatten drohen“.

Zuletzt hatte ich über einige traurige Einsichten auf dem Weg geschrieben:

  • Ich habe Angst vor schlechten Dingen, die mir „einfach so“ ohne weiteren Grund passieren.
  • Ich vernachlässige mich selbst.
  • Ich nehme es als gegeben hin, dass ich so wie ich bin nicht akzeptabel bin.

Doch das war nur der Anfang. Ich stieß in meinem Innern auf einige begrenzende Ansichten („limiting beliefs“), etwa:

  • Dass ich etwas für andere leisten muss, damit es auch mir gutgehen „darf“
  • Dass meine eigenen Wünsche und Bedürfnisse so erst einmal „nicht ok“ sind, sondern begrenzt werden und nur unter Bedingungen stattfinden dürfen
  • Dass es „gefährlich“ wäre, wenn ich an mich selbst denke

Es ging noch lange weiter… bis ich auf meine eigene innere Stimme kam, die zum Beispiel sagte:

  • „Ich sollte mich nicht grämen, wenn es mir schlecht geht. Ich habe das ja verdient!“
  • „Ich tue mir lieber selber weh – dann müssen es andere nicht mehr machen.“
  • „Ihr müsst mich nicht wegwerfen. Ich mache das schon selbst!“

Alle diese Überzeugungen laufen auf eines hinaus: ein geringes Selbstwertgefühl. Natürlich weiß ich, unter welchen Umständen mir die Idee „Du bist nichts“ so eingehämmert wurde, dass ich sie schließlich verinnerlicht habe. Es ist Jahrzehnte her – und mir war nicht bewusst gewesen, wie sehr mich das noch im Griff gehabt hatte.

All das war schon erschreckend festzustellen. Gleichzeitig war es notwendig, mir das einmal deutlich vor Augen zu führen, um endlich davon loszukommen.

Diese hinderlichen Überzeugungen habe ich mir irgendwann angeeignet, als sie einen Sinn hatten. Es ist schlimm genug, dass es eimal so war. Heute stehen sie mir dabei im Weg, ein selbstbestimmtes, angstfreies Leben zu führen – das Verprechen der individuellen Freiheit einzufordern, das eine moderne westliche Gesellschaft bietet.

Das ist es also, was meine Kräfte zum Schwinden brachte und mich stets verzweifeln ließ. Das ist die alte Schwachstelle des Helden.

Denn wenn ich mich selbst nicht in Ordnung finde, wie soll ich dann anderen gegenüber authentisch sein? Der verspürte Zwang, etwas leisten zu müssen, ist das perfekte Rezept, um mich selbst zu vernachlässigen.

„Guten Tag, ich will mein Leben zurück (…) Euer Leben zwickt und drückt nur dann nicht, wenn man sich bückt“ – Wir Sind Helden: „Guten Tag“

Jeder braucht Anerkennung – aber wenn es die nur gibt, wenn man sich verstellt oder Teile seiner Persönlichkeit nicht einbringen kann, kann das nicht gesund sein.

„Du musst etwas leisten, damit die anderen Dich akzeptieren“ ist eine völlig falsche Idee. Denn das beinhaltet nie ein Akzeptieren, von Anfang an nicht. Im Gegenteil, da sind Minderwertigkeit und fehlender Selbstwert eingebaut.

Ohnehin ist „die anderen oder Du“ eine falsche Dichotomie. Richtig ist, dass es oft gerade kein Nullsummenspiel ist; die anderen profitieren davon, wenn es mir selbst gut geht. Das war ein Teil meiner Überraschung beim Feststellen des Offensichtlichen, als ich so positive Rückmeldungen über meine Ausstrahlung bekam: Natürlich ist das auch für andere gut!

Ich kann meine Gegner im Geiste klar benennen. Das ist die beste Voraussetzung, um auch aus dieser Krise stärker als zuvor hervorzugehen.

Fehlt nur noch ein wenig Helden-Begleitmusik. Da kommt Power Metal von Freedom Call ganz recht!

Der Held geht auf die Reise

„Der Groove ist so etwas wie eine inhärente Energiequelle, ein natürlicher Flow, oder?“ – eine Freundin

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Dabei habe ich bereits klar benennen können, wie es sich anfühlt, wenn ich ihn habe, und – anders als früher – die entscheidende Bedingung erkannt, um wieder dorthin zu gelangen: Der Weg wird durch einen Zugang zu meinen Gefühlen führen. Ist also das Problem gelöst, die Geschichte zuende? Ganz im Gegenteil: Jetzt geht es erst richtig los.

Ich habe das Gefühl, den Groove zu haben, mit Superkräften verglichen. Was jetzt notwendig ist, ist tatsächlich Bestandteil vieler Geschichten: Der Held entdeckt in sich Superkräfte, muss aber erst lernen, mit ihnen umzugehen.

Wie lassen sie sich auslösen? Wodurch schwinden sie? Was sind ihre Grenzen? Wie kann man sie sinnvoll einsetzen? Was ist die neue oder nach wie vor bestehende Schwachstelle des Helden?

Der Groove ist eine innere Kraft, die mit Selbstachtung und Selbstvertrauen zu tun hat.

Der Groove stellt sich ein, wenn Menschen lieben, was sie tun (auch wenn es Arbeit ist). Ich erinnere mich etwa an die Mitarbeiter eines Cafés, die gut gelaunt und scheinbar mühelos ihren Job machten, selbst wenn viel zu tun war. Erst kürzlich las ich einen ganz ähnlich klingenden Bericht über ein erfolgreiches Restaurant-Team.

Den Groove habe ich immer dann, wenn ich mit mir selbst im reinen bin. Ich spüre ihn dadurch, dass ich mir über das große Ganze keine Sorgen mache, sondern den Moment genieße und in ihm lebe. Das ist eine wichtige Erkenntnis, denn das bedeutet, dass das keine vereinzelten Glücksfälle auf dem Höhepunkt meiner Kraft waren, wenn ich gerade alles in meinem Leben sortiert hatte, sondern dass sich dieser Zustand bewusst herstellen läßt!

Tja, dann kommen wir mal zu den bisherigen Grenzen. Wenn Authentizität so toll ist – warum habe ich die nicht immer? Warum geht der „Flow“ nicht automatisch dahin? Was hält mich davon zurück, das öfters zu haben? Und als Bonus: Warum habe ich mir solche Fragen nicht früher gestellt? Ich kann doch spüren, was mir gut tut und die Fragen liegen auf der Hand! Was hat mich also dahingehend blockiert?

Diese Metafragen deuteten tatsächlich schon in die richtige Richtung: Ich hatte anscheinend ausgeblendet oder vermieden, in diese Richtung zu denken. Plötzlich sah ich mich mit alten Schatten konfrontiert, die tief in mir geschlummert hatten.

Als ich mir endlich die richtigen Fragen stellte (und mich ihnen), kamen einige erschütternde Erkenntnisse und traurige Antworten. Doch diesmal wollte ich bewusst durch all das gehen, um mich zu befreien. Darum ist es mir auch wichtig, die Gedanken herunterzuschreiben: Damit ich weiterdenken und -fühlen kann.

Ganz konkret:

Wenn ich den Groove verlor, fand ich es offenbar weniger schmerzhaft, zu glauben, ich hätte das schon irgendwie verdient und wäre nicht gut genug gewesen, als einzusehen, dass einem manchmal einfach schlechte Dinge passieren. Ich hatte also Angst vor schlechten Dingen, die unvorhersehbar passierten. Woher kam sie?

Selbstachtung, Respekt für sich selbst und Verständnis für die eigenen Bedürfnisse sind natürlich. Wieso habe ich mich dann mehrfach selbst so vernachlässigt? Dass mein Alltag mir keinen Kick mehr geben konnte, war seinerzeit auch Grund für die Auszeit.

Die Erkenntnis, für das gemocht zu werden, was ich wirklich bin, hat mich völlig umgehauen. Warum eigentlich? Da steckt ja drin, dass es eigentlich nicht normal ist. Da kamen viele tief verwurzelte Überzeugungen ans Tageslicht: Dass ich „an und für sich nicht gut genug“ bin, dass ich „störende Teile“ habe, die ich verstecken muss, dass ich „mehr leisten muss“, um das auszugleichen… dabei bin ich im Berufsleben ein Mensch mit guter Ausbildung und Erfahrung. Wieso sollte ich da insgesamt nicht gut genug sein oder gar eine Last? Warum sollte es eine Zumutung sein, mich überhaupt ertragen zu müssen?

Mehr über diese hinderlichen Überzeugungen schreibe ich beim nächsten Mal. Den Namen des Dämonen zu kennen heißt, ihn bannen zu können…

Wo der Groove zu finden ist

Den Groove wiederfinden ist mein Ziel. Ich weiß bereits, dass ich den verlorenen Groove nicht durch Arbeit oder irgendwelche äußeren Einflüsse finden werde, sondern in mir selbst. Wie habe ich das herausgefunden?

Eine erhellende Erfahrung

Es geschah letztes Jahr im Rahmen meiner Arbeit, als ich ein einschneidendes Erlebnis machte. Ich engagierte mich in einer Initiative für eine Sache, die mir am Herzen lag und deren vorgeschlagene Lösung ich ansprechend fand. Ich war einer von mehreren Pionieren aus verschiedenen Abteilungen, die größtenteils zum ersten Mal zusammenarbeiteten. Innerhalb kurzer Zeit lernte ich ein neues Konzept und verbreitete das Wissen, kam mit Leuten ins Gespräch, gab interne Schulungen. Im Oktober präsentierte ich schließlich zusammen mit einer Kollegin auf einer Veranstaltung in Amsterdam, was wir gemacht und bisher gelernt hatten.

Mir machte es großen Spaß, mich außerhalb der gewohnten Bahnen zu bewegen. Einige Aufgaben erinnerten mich an meine Zeit als Aktiver bei der Deutschen Esperanto-Jugend, in der ich unter anderem internationale Veranstaltungen mitorganisiert habe und gelernt habe, alle möglichen Arten von Problem vorauszusehen oder auch spontan zu lösen.

Die Reaktionen, die ich bekam, waren hochinteressant. Einige Kollegen, mit denen ich zusammenarbeitete, sagten mir, ich hätte eine besondere Ausstrahlung und man merke mir an, dass ich für die Sache brenne. Von der Veranstaltung in Amsterdam bekam ich begeistertes Echo von Teilnehmern der Präsentation.

Ich war natürlich sehr angetan; nur konnte ich mir diesen durchschlagenden Erfolg zunächst gar nicht erklären. An dem Aufwand konnte es wohl kaum gelegen haben. Auch wenn es viel Arbeit gewesen war, hatte es sich so leicht angefühlt.

Wie konnte ich diese Wirkung auf die Leute gehabt haben? Ich hatte doch gar nichts Besonderes gemacht! Ich war einfach nur ich selbst gewesen.

Ich bekam allerdings noch eine Rückmeldung: Ich sei authentisch und das merke man mir an. Authentizität im Sinne von „mit sich selbst im Reinen sein“ ist unglaublich attraktiv. Ich wusste um diese Wirkung.

Schließlich dämmerte es mir: Ich war bei diesen Gelegenheiten im Einklang mit mir selbst gewesen. Deswegen fühlte ich mich fast unbesiegbar. Rückschläge und Schwierigkeiten schmerzten nicht. Die Bestie des Selbstzweifels, sie hatte keine Zähne!

Mir wurde klar, dass dies die erste Situation bei der Arbeit gewesen war, in der ich entlang meiner Gefühle gearbeitet hatte – und nicht etwa gegen oder ohne sie. Das war eine lebensverändernde Erkenntnis für mich.

Eine tiefgreifende Erkenntnis

Mir dämmerte, dass ich eine falsche Dichotomie gesehen hatte: Entweder Herz oder Hirn – und fürs Hirn wurde ich schließlich bezahlt. Da lag es auf der Hand, dass ich die Gefühle soweit wie möglich ausblenden oder im Zweifelsfall unterdrücken musste, wenn sie scheinbar im Weg standen. Aber wen störten sie eigentlich? Früher hatten viele Leute Probleme mit meinen Gefühlen, und ich nahm es als gegeben hin, dass ich ihnen meine Emotionen nicht zumuten konnte. Warum das so war, das ist eine eigene Erzählung.

Inzwischen habe ich gelernt, dass auch für einen „rationalen“ Job bestimmte Dinge zählen: Psychologische Sicherheit und allgemein sich wohl fühlen. Klar muss man sich immer wieder herausfordern und sich ändern – aber das muss eben aus sich selbst heraus kommen und nicht forciert von außen.

Nachdem ich erlebt habe, dass es das gibt, weiß ich: Dahin will ich wieder zurück.

Die Umstände

Interessant sind dabei die Umstände, unter denen das passiert ist. Ich habe nicht etwa mehrere Jahre nach einer Krise gebraucht. Im Gegenteil, ich war zu dem Zeitpunkt bereits schwer angeschlagen – und dennoch ist es gelungen.

Es waren auch nicht außergewöhnlich günstige Bedingungen im Berufsleben: Diese Art von abteilungsübergreifender Zusammenarbeit bedeutete, unbekanntes Terrain zu betreten.

Da die Initiative so hoch aufgehängt war, spielte immer große Firmenpolitik im Hintergrund mit. Da ist normalerweise kein Platz für Rücksicht auf Gefühle.

Auf der Veranstaltung waren Experten und Leute mit langjähriger Erfahrung. Ich war ein Neuling, der das im ersten Jahr machte.

Was ich jedoch gemerkt habe: Gerade die emotionale Komponente und das Ansprechen von Unsicherheit im Rahmen von Schulungen funktionierten. Die Wirkung auf andere ließ sich bei späteren Gelegenheiten auf anderen externen Veranstaltungen zu anderen Themen und unter anderen Rahmenbedingungen reproduzieren. Sie bestand also nicht aus der Magie eines Momentes oder dem Zauber des Neuen.

Wie treffend heißt es doch in Andreas Bouranis Lied „Auf uns“, das ich schon früher zitiert habe:

Hier geht jeder für jeden durchs Feuer
Im Regen stehen wir niemals allein
Und solange unsre Herzen uns steuern
Wird das auch immer so sein

Dass ich über eine unglaubliche Kraft verfüge, wenn auf mein Herz achte, habe ich endlich erkannt. Das wird der Weg sein!

Auf Tuchfühlung mit dem eigenen Groove

Das Ziel ist bekannt: Den Groove wiederzufinden. Das ist sicherlich besser als irgendwelche festen Ziele im Leben, die gar nicht mein Ding sind. Umso wichtiger ist es, mir das eigentliche Ziel vor Augen zu führen.

Was ist dieser Groove? Wo kommt er her? Woran erkenne ich ihn?

Schwer, das auf einen Schlag zu beantworten. Ich versuche es daher zunächst mit einem kleineren Schritt: Wann habe ich den Groove in der Vergangenheit mit Sicherheit gehabt?

Das kann ich sogar recht klar festmachen. Mit 20, 23, 30 und 37 Jahren habe ich ihn am deutlichsten gespürt. Natürlich gab es auch andere gute Zeiten, aber diese Zeitpunkte markieren Höhepunkte meines Lebens. Die letzte Hochphase begann mit der magischen Nacht.

Wie habe ich den Groove früher gesehen?

Immer, wenn ich den Groove wieder verloren hatte, war ich am Boden zerstört. Ich dachte manchmal, ich hätte etwas falsch gemacht und würde nun zurecht dafür vom Schicksal bestraft. Ich hätte mich eben dieses tollen Lebens nicht als würdig erwiesen.

Die Glücksmomente schienen mir im Nachhinein unerklärlich, auch in den guten Zeiten selbst: Wie hatte ich denn das geschafft? Und damit hatte ich auch nie einen Plan, wie ich wieder dorthin gelangen könnte. Darum waren Rückschläge so niederschmetternd: Einmal aus dem Paradies vertrieben, war der Weg zurück lang und steinig.

Noch bis vor kurzem habe ich befürchtet, es müsse zwangsweise so sein – so wie in den Jahren vor der Auszeit. Heute weiß ich, dass ich schneller wieder wie ein Phönix aus der Asche steigen kann.

Den Groove verdiene ich mir nicht durch harte Arbeit. Den Groove finde ich in mir selbst.

Was mich zu dieser Erkenntnis gebracht hat, ist eine Geschichte für sich. Die schreibe ich ein anderes Mal auf.

Wie ein Phönix aus der Asche

Wenn man sich in einer persönlichen Krise befindet, scheint plötzlich alles in Frage gestellt zu sein. Daher ist es wichtig, etwas Positives festzustellen, das sich gerade nicht verändert hat und das nach wie vor einen Wert besitzt.

Dazu fällt mir eine grundsätzliche Erkenntnis ein, die ich über die Jahre entwickelt habe. Sie hat sich in all der Zeit bewahrheitet:

Aus jeder Krise bin ich stärker als zuvor zurückgekommen. Jedesmal habe ich etwas über mich selbst gelernt und tiefere Schichten beackert.

Diese Zuversicht auch in schweren Zeiten ist wie ein leuchtender Stern in dunkler Nacht. Sie gibt mir Halt und Hoffnung.

Passend zu dieser Stimmung habe ich ein Lied herausgesucht, auf das ich Ende Februar / Anfang März durch einen meiner besten Freunde aufmerksam gemacht wurde. Dazu kommt noch, dass es eine Coverversion ist, die das Original bei weitem übertrifft. Das bedeutet nichts anderes als: Manchmal gibt es eine Chance im Leben, es besser als beim ersten Mal zu machen.

Astræa: You’re Not Alone

Auf der Suche nach dem verlorenen Groove

Genau sechs Jahre ist der Beginn meiner Auszeit heute her. Dass ich noch einmal in dieses Blog schreiben würde, hätte ich nicht gedacht. Die magische Nacht, die mein Leben verändert hat, sie hat ihren Glanz nie verloren. Doch ich habe zugelassen, dass ich mich selbst verliere.

Wie konnte das passieren? Ich hatte tolle Aussichten! Allerdings war das Unvermögen, bei all der Hektik im Leben hier noch etwas zu schreiben, im Rückblick ein frühes Vorzeichen, dass mein Leben wieder außer Balance geraten könnte.

Lange Zeit habe ich nicht gesehen, was falsch lief. Am Ende brauchte es einige unangenehme, einschneidende Ereignisse, um mir darüber klar zu werden, was der Kern des Problems war: Ich habe anderen gestattet, mich schlecht zu behandeln. Es sind also nicht „irgendwelche anderen Menschen“ oder „unvermeidbare Umstände“ daran schuld, sondern vor allem die Angst, beim konsequenten Einstehen für mich von anderen abgelehnt zu werden – als wenn das ein Todesurteil wäre! Zugegeben, evolutionsbiologisch scheint es da tatsächlich einen Zusammenhang zu geben (Ausschluss aus der Gruppe bedeutete nicht nur den sozialen Tod, sondern meistens auch den Tod an sich), aber biologische Hintergründe können allenfalls eine Erklärung, niemals eine Rechtfertigung für Verhalten im modernen Leben sein.

Was derzeit bleibt, ist die Erkenntnis, dass diese Krise nicht so schlimm ist wie die letzte. Ich habe mir früher Hilfe gesucht und Freunde in meine Situation eingeweiht. Letzteres hat mich Überwindung gekostet (die Angst, als „Versager“ zu gelten), aber die Rückmeldung war so unglaublich positiv, dass ich davon fürs erste geheilt sein sollte. Ich erinnere mich an den zähen Weg zurück, der einige Jahre gedauert hat. Das muss sich nicht wiederholen – es ist keine Wiederholung, denn so langweilig ist das Leben nicht.

Dieses Mal habe ich mich selbst mit alten Wunden konfrontiert, von denen ich nie gedacht hätte, dass sie noch eine Rolle spielen würden. Aber damit das, was einen so lange in Acht und Bann gehalten hat, endlich ruhen kann, braucht es den Mut, sich ihm zu stellen. Das ist die zweite Sache, durch die es anders als beim letzten Mal ist.

Und der dritte Punkt: Ich habe einen Zugang zu meinen Gefühlen gefunden, den ich vorher noch nie bewusst und systematisch hatte. In meinen besten Zeiten schien es, als hätte ich eine Art Superkräfte. Heute weiß ich, dass dies mit Selbstachtung und Selbstvertrauen zu tun hat. Diese innere Kraft, die ich „den Groove“ nenne, habe ich wieder verloren. Ich habe mich selbst so vernachlässigt, dass ich durch Alltag, Pflichten und unangenehme Dinge aufgerieben wurde.

Aber das ist nicht das Ende, sondern nur der Anfang – der Anfang einer Suche. Die Suche nach dem verlorenen Groove! Sie kann das spannendste Abenteuer meines Lebens werden. Und am Ende, wenn ich gegen all die Dämonen gekämpft habe, die mir so lange übermächtig drohten, steht nicht etwa die Rettung einer Prinzessin – sondern die Rettung meiner selbst. Das ist ein Ziel, für das es sich zu kämpfen lohnt. „We shall see the Shire again!“

Zukunftslust

Entspannt, glücklich – und immer noch neugierig auf das Leben. So fühlt sich das Leben mit 40 an.

Geburtstage mit einer „5“ oder „0“ hinten bergen immer das Risiko, dass ich melancholisch werde. Das ist diesmal ausgefallen. Es kann daran liegen, dass ich dieses Jahr bereits verschiedene Gelegenheiten hatte, zurückzublicken.

Erstens wurde am 02. Juli das 50-jährige Jubiläum meiner Schule gefeiert. Bei der Gelegenheit traf ich eine ehemalige Mitschülerin wieder, mit der ich vor 20 Jahren Abi gemacht habe. Als ich ihr erzählte, wie es mir seit dem Sommer 2014 ergangen ist, fiel mir auf: Ich bin zwar seinerzeit viel gereist, aber glücklich war ich nicht – vor der „magischen Nacht“.

Zweitens habe ich jemandem im Sommer (auf ausdrücklichen Wunsch!) mein ganzes Leben erzählt. Dabei ist mir klar geworden, wie unglaublich zäh sich mein Leben nach der Uni entwickelt hat, wie lange sich schlechte Phasen hinzogen und wie unsicher meine Lebenssituation war.

Drittens habe ich vor einigen Wochen angefangen, alte Papiere durchzusehen, die großzügig verteilt aus der Zeit meiner Jugend bis jetzt stammen. Von wenigen Unterbrechungen wie Urlaub und Partys abgesehen, war das Studium eine sehr dröge Zeit. Wie fern viele Länder, die heute in der EU sind, damals noch schienen. Wieviel schwieriger der Kontakt zum Rest der Welt fiel, als es noch kein WiFi, Google Maps, Skype, Flugtickets und Bahnfahrkarten via Internet gab. Da war eine internationale Reise tatsächlich noch umständlich statt alltäglich. Lieder musste man aufwändig suchen, statt mal eben bei Youtube zu klicken und dann die CD zu bestellen. Überhaupt war es längst nicht so leicht, etwas zu erleben.

  1. Wie mir schon mal jemand anderes sagte: Wenn man nüchtern aufs Leben zurückblickt, dann ist die meiste Zeit ist nicht besonders toll.
  2. Dazu kommt ergänzend von mir: Es ist ein ganz anderes Leben als vor einer Generation – weder die Aussichten noch die Sorgen sind auch nur ansatzweise dieselben.
  3. Die Auszeit war das Meisterstück meines Lebens. Da habe aus mir selbst heraus gehandelt und gezeigt, was in mir steckt.

„Die beste Zeit“, das waren lange Zeit einige Monate mit 23 und einige Jahre Anfang 30. „Die besten Momente“, das waren die Konzerte, in denen ich als Sänger auf der Bühne stand oder in denen ich eine Frau in meinen Armen hielt. „Die beste körperliche Verfassung“ hatte ich in dem Jahr, in dem ich zwei Ju-Jutsu-Prüfungen bestanden habe.

Aber auch in den schlechten oder entwicklungsarmen Zeiten konnte ich immer noch etwas Gutes tun: kreativ sein, etwas Neues lernen, etwas ausprobieren und aus mir rausgehen.

Früher war ich immer nostalgisch, habe vor allem auf die Kindheit die 1980er zurückgeblickt, in den Erinnerungen an die seltenen glanzvollen Momente geschwelgt. Heute bin ich mehr auf das Hier und Jetzt gerichtet: Es gibt so vieles, was ich machen kann. Genau das ist die wichtige Veränderung in meiner Einstellung.

Michael Spreng hat dafür das Wort Zukunftslust entdeckt. Auch wenn es nicht von ihm stammt, hat er dafür eine sehr gute Beschreibung gefunden:

Zukunftslust – was für ein wunderbares Wort. Es schmeckt nach Abenteuer und Lebenslust, nach Spaß und Freude, nach Risikobereitschaft und Mut. Ein Wort, das die Phantasie beflügelt.

Genau das ist es. Er hat auch eine prima Erklärung parat, warum der Begriff attraktiver ist als eine rebellische „Sturm und Drang“-Phase, die sich üblicherweise auf die Jugend beschränkt und danach unzeitgemäß wirkt:

Zukunftslust ist altersunabhängig. Noch was wissen zu wollen, noch etwas zu unternehmen, das Abenteuer, die Herausforderung zu suchen – das kann jeder. Bewusst leben und sich nicht zum Sklaven seiner Ängste zu machen.

Ein Lied, das meine eigene Stimmung wiedergibt, auch wenn ich nie auf den Text geachtet habe:

Imaad Wasif: Her Sorcery

Es stammt von einer die CD, die ich auf Imaad Wasifs Konzert am 20. April 2011 gekauft habe – eine von den guten Aktionen in einer schlechten Zeit. Der mich so packende Hauptriff besteht einfach nur aus drei Dur-Akkorden – B, F und C. Um das nachzuspielen, muss ich nur kurz nach einer Ukulele in meiner Nähe greifen – ein positives Ergebnis von dem Blogeintrag, der mein Leben veränderte.