Absage mit Ansage

„Through our entire existence we seek purpose. (…) It’s ok to feel lonely in the moments when nobody is around and it’s ok to be sad and frustrated when the path to the dreams seems to be lost. (…) Never give up on yourself and your dreams.“ – ALPHA 9: The Purpose Is You

„There is always a purpose: the person that you see in the mirror.” – ARTY aka ALPHA 9.

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Sechs Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Zuletzt habe ich darüber gebloggt, dass sich niemand wegwerfen muss, wie mein Geburtstag besser war als der ein Jahr zuvor, dass ich ganz im hier und jetzt sein will, ein wunderbares Wochenende sowie ASMR.

Es sieht ganz danach aus, als würde sich meine Sehnsucht, in diesem Jahr endlich ein neues Land zu sehen, nicht erfüllen. Ich habe für nächste Woche einen Urlaub abgesagt (zum Glück war noch nichts gebucht!), weil ich dann die Grippeschutzimpfung bekomme. Die möchte ich auf keinen Fall verpassen, denn die nächsten Monate werden hart. Auch eine für letztes Wochenende geplante Fahrt nach Nordwalde musste ich in letzter Minute absagen – Störung durch eine Baustelle auf der Strecke, Ende unbekannt. Umso wichtiger, im Oktober das tolle Wochenende mit Freunden erlebt zu haben! Davon zehre ich noch immer.

Ich brauche nicht streng mit mir selbst sein, dass ich nicht um jeden Preis genau jetzt eine Woche Urlaub mache, nur um auf Biegen und Brechen mein Ziel zu erreichen. Es war nicht abzusehen, wie turbulent und kompliziert dieses Jahr auch in der zweiten Jahreshälfte noch werden würde. Ich habe ein gutes Gewissen, weil ich weiß, dass ich die richtigen Prioritäten gesetzt habe.

Ich habe mir stattdessen Ende Oktober auf einer Feier bei der Arbeit – die erste seit fast zwei Jahren und wahrscheinlich die letzte für einige Monate – einige Ideen für eine zukünftige Reise geholt. Das zeigt mir, dass ich meine Ziele nicht mehr aus den Augen verliere, egal, was gerade passiert.

Mir kommt es in dieser Zeit sehr gelegen, einen weiteren musikalischen Lichtstrahl zu erfahren: Nach dem Lied „Du kannst es spüren“ und dem Debütalbum von Leaving Laurel ist mir ein weiteres elektronisches Lied aufgefallen – diesmal als Teil von Above & Beyond – Group Therapy 457 (ABGT).

Der russische Künstler Artem Stolyarov alis Arty sagt selbst über dieses neue Stück, dass es sehr persönlich ist, dass er es in einer sehr schweren Zeit konzipiert hat, dass er unter anderem mit Depressionen kämpfte. Ein weiteres Mal wird elektronische Musik mit geistiger Gesundheit verknüpft – beeindruckend!

Was für eine großartige Ansage am Ende. Das hilft mir sehr, über meine eigenen Absagen hinwegzukommen.

ALPHA 9: The Purpose Is You

„Man sieht es ihnen nicht an“

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Sechs Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Heute möchte ich etwas außerhalb der Reihe über ein Thema schreiben, das mich schon länger bewegt. Da gerade der Herbst begonnen hat und die Tage wieder deutlicher kürzer werden, ist jetzt ein besonders guter Zeitpunkt.

Ich hörte vor einigen Wochen mal wieder elektronische Musik, genauer gesagt Above & Beyond – Group Therapy 447 (ABGT). Das ist oft sehr sphärisch, ruhig, entspannend und lädt mich persönlich zum Träumen ein. Natürlich ist elektronische Musik dieser Art auch kommerziell und hat ein durchaus hedonistisches Publikum. Umso erstaunter war ich, als der Gast-Mix dieser Ausgabe eingeleitet wurde mit einer Erklärung, dass nun Musik von dem Duo „Leaving Laurel“ komme, deren eine Hälfte, Pierce Fulton, sich Anfang diesen Jahres nach einem langen Kampf mit psychischen Problemen das Leben genommen habe. Das Debütalbum (!) sei eine Erinnerung an ihn. Nun laufe eine Spendenaktion, um das Yellow Tulip Project zu unterstützen, das sich zum Ziel gesetzt habe, das Stigma psychischer Krankheiten zu durchbrechen.

Wow. In einer Sendung, in der es um Spaß, Abfeiern und das leichte Leben genießen geht, wird wie selbstverständlich und mit der richtigen Ruhe und Ernsthaftigkeit so ein schweres Thema angesprochen.

Leaving Laurel: Take Your Time

Vor über einem halben Jahr gab es schon einmal so einen „Wow“-Moment. Die von mir sehr geschätzte Nadja Hermann (erzählmirnix, viele witzige Comics und das Buch „Fettlogik überwinden“) veröffentlichte ein Foto von sich auf Twitter, auf dem sie unglaublich sympathisch lächelt, zusammen mit dem Hinweis, dieses Bild sei in der schwersten Phase ihrer Depression entstanden. Unter dem Hashtag #FaceTheDepression gab es eine Riesensammlung von Leuten, die ähnliches taten.

Es tat mir sehr gut, diese Fotos zu sehen und die Texte zu lesen. Ich habe lange gedacht, alle anderen seien glücklick, und dann lese ich, wie fertig viele Menschen sind, die ganz fröhlich scheinen.

Dies ist eine gute Sache der heutigen Zeit: Die Hürde, über psychische Krankheiten zu sprechen, ist deutlich gesunken!

Niemand muss sich wegwerfen. Es gibt immer eine bessere Lösung!

Du kannst es spüren

„Du kannst es spüren /
Du kannst es fühlen“
– Kyau & Albert: Spüren

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Fünf Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Zuletzt habe ich hoffnungsvoll über die bessere Jahreshälfte gebloggt sowie darüber, endlich wieder unterwegs zu sein, meine besten Freunde wiederzusehen, Jahrestage und Phantomschmerzen sowie was ich bin und was nicht.

Die letzten Tage waren nicht immer einfach. Es gab Phasen, da war ich sehr traurig oder einfach nur erschöpft. Das allein klingt erst einmal altbekannt.

Es gab aber auch eine neuere Entwicklung: Ich schien jeden Tag ein wenig Energie übrig zu behalten. Ich halte das für ein deutliches Zeichen, dass die Talsohle längst durchschritten ist, denn das war ein Kennzeichen in der späten Phase der letzten Krise.

Außerdem gab es mehrere aufeinanderfolgende Tage, in denen sich einzelne Puzzlestücke endlich zusammenzufügen schienen. Mein Wunsch, dass mein Leben einen Zweck haben soll, ist kein leerer Traum. Auch mein Verlangen nach Lebensumständen, die mich nicht völlig auslaugen, ist keine unrealistische Phantasie. Es kann durchaus sein, dass ich mich sehr verändern muss dafür – und das ist völlig in Ordnung.

Beim Hören von Above & Beyond – Group Therapy 445 (ABGT) stieß ich auf ein Lied, das irgendwie zu meiner Situation zu passen schien. Es klingt hoffnungsvoll, träumend, staunend… es drückt sogar ein wenig die Idee vom Groove aus und dass sich manche Dinge nicht rational erfassen lassen.

Kyau & Albert: Spüren

Heute abend habe ich einen weiteren wichtigen Schritt in der Operation Augias unternommen:
Ich habe meinen ersten Laptop, einen zwölf Jahre alten Toshiba Satellite Pro P300 – 1F1 (17 Zoll), entsorgt.

Er hat mich auf manchen Hochs und Tiefs meines Lebens begleitet. Im Sommer 2009 in Liberec während eines Unwetters hätte es ihn fast erwischt – glücklicherweise stand er weit genug vom Fenster weg, um nicht eine volle Dusche während eines heftigen Unwetters abzubekommen. Im Sommer 2011 haben ihn zwei Jungs auf einem selbstgebauten Floß über den Dnjepr in Kiew gerudert.

Die Aufkleber von Jonny M und The Heroine Whores stammen noch aus seinen ersten Jahren. Oft haben mich die Leute ein wenig belächelt dafür, so einen „Fernseher“ unterwegs dabei zu haben. Allerdings fand ich den großen Bildschirm immer sehr angenehm und durch das Metallgehäuse war er auch robust.

Im Dezember 2015 macht er das erste Mal Mucken, gab dann mehr und mehr den Geist auf, so dass ich ihn vor dem Sommer 2016 ersetzt habe. Zwischendurch benutzte ich ihn noch zum Drucken, aber später ging auch das nicht mehr, da er sich beim Einschließen eines USB-Gerätes aufhing. Heute habe ich einige letzte Fotos via Bluetooth herunterkopiert (einige schmerzvolle Erinnerungen über eine bessere Zeit in meinem Leben kamen dabei hoch), dann wurde die Platte einmal komplett übergebügelt und das alte Windows XP noch einmal frisch installiert. Mach’s gut, alter Laptop!