Zwei Lernerfolge an einem Tag

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Neun Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Zuletzt habe ich über einen Lernerfolg „zwischen den Quartalen“ gebloggt, eine Hochzeit wie früher, eine Woche Urlaub in Nordwalde, die zweite Hochzeit in zwei Wochen sowie zwei Flaschen Alkohol weniger.

Die Zahl zwei spielte zuletzt eine größere Rolle. Passend dazu habe ich am Montag gleich zwei Prüfungen auf einmal bestanden: Professional Kanban I („Professionelles Kanban I“) sowie Professional Applied Metrics („Professionelle Angewandte Metriken“).

Ich hatte nach der letzten Prüfung noch geschrieben, dass es so nicht weitergehen würde, weil ich alles von scrum.org geschafft hatte, was es in absehbarer Zeit zu schaffen gibt (die beiden Prüfungen auf Experten-Niveau also ausgenommen). Diese beiden neuen Prüfungen stammen von prokanban.org, das sich ganz auf Kanban spezialisiert hat. Die erste Prüfung in diesem Jahr diente als Motivation, um noch weiter in diese Richtung zu lernen. Die Beschäftigung mit Metriken ist außerdem eine hervorragende Ergänzung zu evidenbasiertem Management (EBM), mit dem ich mich seit Anfang 2021 beschäftige.

Zusammen mit der letzten Prüfung vor der neuen Stelle waren es allein dieses Jahr fünf Prüfungen. Dafür habe ich über sechs Monate jeden Tag gelernt. Und jedes Mal war es ein Treffer. Die erste Prüfung am Montag habe ich sogar mit 100% der Punkte bestanden – wie es mir in meinem Leben erst zweimal überhaupt gelang, zuletzt Ende letzten Jahres.

Warum ist mir das so wichtig? Zum einen bin ich nicht mehr notgedrungen auf Scrum angewiesen – wichtig für einen Agile Coach. Zum anderen lag mein alter Rekord, was Prüfungen für meine berufliche Weiterbildung angeht, im Jahr 2020. Da waren es derer vier. Es waren tolle Erfolge in einer ansonsten für mich sehr schlechten Zeit. Und darum ist es mir so wichtig, außerhalb der schlechten Zeiten besser zu sein. Ich möchte nicht, dass es eine Korrelation zwischen „es geht mir schlecht“ und „ich leiste etwas“ gibt. Es soll gerade nicht so sein, dass ich unter Angst, Zwang und Druck besonders viel zu leisten scheine. Es ist genau umgekehrt: Wenn ich frei bestimmen kann, was ich lerne, schaffe ich viel mehr!

Die Frage ist nun: Was jetzt? Mir sind tatsächlich die Prüfungen ausgegangen, die ich in den nächsten Monaten angehen kann. Ich habe allerdings noch mehrere Bücher zur beruflichen Weiterbildung, die ich nach und nach lesen möchte, und andere Themen, die ich lernen möchte. Ich freue mich darauf.

Doch halt: Gibt es nicht wichtigere Dinge? Na klar – nur: All das abgehakt zu haben gibt mir sehr viel innere Ruhe. Ich habe den Eindruck, einen Teil meines Lebens aufgeräumt zu haben. Ab jetzt kann ich mir Urlaub gönnen und wer weiß, vielleicht muss ich nicht einmal alleine bleiben im Leben. Diese intensive Lernphase werde ich wahrscheinlich nicht so schnell wiederholen können. Darum bedeutet es mir viel, sie durchlebt zu haben.

Ein weiterer Lernerfolg

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Sieben Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Zuletzt habe ich darüber gebloggt, wie das neue Jahr mit einem Traum begann, Zuversicht im neuen Jahr, die schöpferische Kraft der Zerstörung, Platz für Veränderung, wie ich den Träumen treu blieb, ein Wochenende wie früher, wie ich zwei Schritter weiter kam, falsche Scham sowie den Krieg in der Ukraine.

Nach dem, was ich letzte Woche geschrieben habe, muss alles andere trivial erscheinen. Also versuche ich gar nicht erst, ein großes Thema zu finden, sondern wähle absichtlich ein kleines, das mir trotzdem viel bedeutet.

Ich hatte für mich erkannt, dass persönliches Wachstum gerade in schlechten Zeiten nicht nur möglich, sondern wichtig ist. Auch wenn es sich nicht notwendigerweise darin ausdrückt, waren zwei Lernerfolge im letzten Jahr wichtige Meilensteine für meine berufliche Weiterbildung.

Vorletzten Sonntag habe ich die nächste Prüfung bestanden: Professional Scrum with Kanban (PSK I) („Professionelles Scrum mit Kanban“). Dieses Zertifikat gibt es seit Ende April 2018. (Stand 01. Februar haben es 3.710 Leute.)

Für mich ist das deswegen ein wichtiger Schritt raus aus der persönlichen Krise, weil ich mich noch darin erinnern kann, wie ich Ende 2019 von dieser Prüfung las und so gerne mehr über das Thema Scrum mit Kanban gelernt hätte, aber meine Energie und Konzentration immer weiter nachließen und durch andere Themen völlig in Beschlag genommen wurden. Dass ich diesen persönlichen Wunsch, der über zwei Jahre alt wahr, nun habe Wirklichkeit werden lassen, ist ein weiteres Zeichen, dass ich immer weiter auf dem Weg zurück in die Normalität bin.

Es tut sehr gut, das zu erfahren, auch wenn die ganze Welt manchmal verrückt zu werden scheint. Selbst wenn die Welt morgen enden würde, so würde ich immer noch versuchen, etwas neues zu lernen!