Ein leichtbeschwingter Jahreswechsel

„Vi algluiĝis al mi, danĝera gluo, danĝera gluo
Kontrolas vivon de mi, danĝera gluo, danĝera gluo“
(ĴeLe: Danĝera gluo)

„La vivon ĝuas mi,
Kaj eĉ ridegas mi,
Liberas mi“
(ĴeLe: Liberas mi)

„Kredu al amo, kredu al amo, ĝia brakumo kaj ĝia flamo“
(ĴeLe: Kredu al amo)

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Elf Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Was für eine Woche! Zum ersten Mal seit drei Jahren war ich Silvester wieder auf einen physischen Esperantotreffen. Als Jugendlicher und junger Erwachsener war diese Woche der Höhepunkt des Jahres. Dieses Mal war es sicherlich die beste Woche der letzten fünf Jahre. Und das will etwas heißen im Vergleich zum Sommer, der schon so herrlich war. Selbst im Vergleich zu vor ein paar Monaten war ich vorangekommen im Leben, einige Kilos leichter – und viel entspannter. Ich habe die Zeit seitdem nicht vergeudet, sondern genutzt. Und das spürte ich so deutlich…

Es gab einige Konzerte, bei denen ich abtanzen konnte, eine kulinarische Nacht, in der ich in orangefarbenem Pulli die Niederlande repräsentierte und niederländische Süßigkeiten verteilte – und eine mobile Sauna, die einer der Teilnehmer organisiert hatte. Was für eine großartige Idee!

Ich selbst gab ein Konzert meiner „Die Ärzte“-Esperanto-Coverband „La Kuracistoj“ inklusive einiger Lieder, die zum ersten Mal aufgeführt wurden. Außerdem gab es ein Lied, das nicht auf Esperanto war, nämlich „The Dawn Will Come“ in der ukrainischen Version von Eileen. Am Ende wurden sogar so viele Zugaben verlangt, dass wir ein Lied spielten, das ich erst frisch zuende geschrieben hatte. Jede Menge anderer Musiker waren im Publikum und gratulierten uns nachher. Gleichzeitig waren wir uns durchaus bewusst, dass wir noch besser werden können. Was für gute Aussichten!

Ich arbeitete in vier Nächten als DJ, darunter Silvester und in der letzten Nacht. Als ich „Het is een nacht“ von Guus Meeuwis auflegte und mitten unter den begeisterten bis tief bewegten Niederländern und Flamen tanzte, da fühlte ich noch mehr wie zu Hause. Und ein paar Italienerinnen wunderten sich, wie gut ich „L’ombelico del mondo“ von Jovanotti mitsingen kann…

Abseits meiner Aktivitäten fiel mir auf, mit wie vielen Menschen das Gespräch auf Themen kam, die in meinem Leben derzeit eine große Rolle spielen – anstatt etwa, dass es nur ums Feiern geht oder Ausbruch aus dem Alltag durch Ablenkung vom Rest des Lebens. Ich sah viele alte Freunde wieder, durchlebte viele vertraute Dinge, und dennoch schien viel besser als sonst. Ein frappierendes Beispiel war das Konzert der Band ĴeLe: Ich kannte viele ihrer Lieder, aber ich entdeckte eine neue Wahrheit in ihnen, die ich vorher noch nie wahrgenommen hatte. Es erinnerte mich an den Spruch, den ich aus dem Lied „Rich“ von Marillion kenne: „Wir sehen die Dinge nicht, wie sie sind, sondern so, wie wir sind.“ Es ist gut möglich, dass ich vieles anders sehe, weil ich mich selbst verändert habe.

Alles fühlte sich leicht an – wie seit 1999/2000 nicht mehr – der besten Zeit meines Lebens. Dabei war ich mir die ganze Zeit meiner Grenzen bewusst und dessen, dass ich noch viel lernen kann. Aber das tat nicht weh, sondern entspannte mich sogar noch mehr: Es ist eine gute Zeit für mich, und ich kann noch wachsen als Person. Es muss nicht perfekt sein, damit ich mich gut fühle.

Ich bin jetzt noch in Berlin, um eine Freundin zu treffen und nicht heute eine lange Strecke reisen zu müssen. Was könnte es für ein interessantes Jahr werden!

Ein wunderbares Wochenende

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Sechs Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Zuletzt habe ich darüber gebloggt, dass sich niemand wegwerfen muss, wie mein Geburtstag besser war als der ein Jahr zuvor sowie dass ich ganz im hier und jetzt sein will.

Ich habe ein unglaublich tolles langes Wochenende hinter mir. Ich war auf einer Fantasy-Veranstaltung im Feriendorf Wildflecken. Was früher ganz normal gewesen wäre, ist seit Februar 2020 – seit ich mich das letzte Mal in einem anderen Kreis von Leuten getroffen habe – ein schöner Traum gewesen.

Zuletzt hatte ich diese Gruppe von Menschen auf dem Beltaine 2019 gesehen – vor zweieinhalb Jahren. Wahnsinn, wie lange das her ist! Was hat mir das gefehlt, unter freundlichen, kreativen und angenehm verrückten Leuten zu sein!

Alles schien so angenehm, so leicht… Wann habe ich das letzte Mal so unbeschwert so eine Reise machen können, ganz ohne irgendwelche wichtigen oder schlechten Sachen im Hinterkopf? Ende 2017 – vor fast vier Jahren. Kein Wunder, dass ich immer so müde war!

Ich habe schon lange nicht mehr soviel Musik gemacht und mit anderen gesungen. Mir ist außerdem gelungen, ein Vorhaben abzuschließen, dass ich schon länger vorhatte: Ich habe einen Liedertext fertig bekommen. Es ist zwar „nur“ die deutsche Version eines bestehenden Liedes, aber auch eine Übersetzung will gekonnt sein!

Seit ich vor über einem Jahr „The Dawn Will Come“ kennengelernt habe, spukte die Idee im Hinterkopf herum. Am Wochenende kamen mir die letzten noch fehlenden Ideen. Ich notierte Akkorde und präsentierte es am Samstag abend.

Damit endete das Projekt allerdings noch nicht: Wieder zu Hause suchte ich andere Versionen der Akkorde. Ich gab mir danach einen Tag, um die für mich passendste Variante selbst herauszuhören, einen weiteren Tag, um es aufzunehmen, und einen dritten, um ein einfaches Video dazu zu erstellen. Und so habe ich endlich einmal wieder meinen inneren Kritiker und Perfektionisten besiegt und etwas fertig bekommen!

Der Morgen kommt

Diese Version ist natürlich nicht so gut wie all jene von semiprofessionellen Musikern, die schon seit Jahren auf Youtube unterwegs sind. Aber darum geht es ja gerade nicht, sondern darum, dass ich nicht mehr nur konsumiere, sondern selbst etwas mache. Das ist für mich eine der wichtigsten Sachen überhaupt und ein Hinweis, dass die lange Zeit der Dunkelheit endlich vorbeizugehen scheint.

Ich hatte seinerzeit eine zweite Auswahl an Versionen zusammengestellt. Inzwischen mag ich außerdem diese Übersetzung ins Ukrainische:

Eileen: