Beltaine

Das Wochenende um den ersten Mai herum habe ich so verbracht wie vor einem Jahr. Allerdings habe ich es damals nur kurz erwähnt. Ich war auf dem Pützerhof in Neunkirchen-Seelscheid auf einem Fantasy-Wochenende. Mit den Leuten von Follow hatte ich zuletzt das Winterfest gefeiert.

Im Vergleich zum letzten Mal hatte ich diesmal nur eine Ukulele statt fünf dabei. Schließlich kam ich direkt von der Arbeit in Amsterdam. Dafür habe ich abends mehr Musik gemacht, so wie im Dezember. Es ergab sich eine richtig schöne Runde mit verschiedenen Instrumenten. Da jemand eine Liedersammlung vorbereitet hatte (ein Exemplar habe ich mir sofort gekrallt), ist auch der Weg bereitet, um in Zukunft mehr followspezifische Lieder und Texte zu kennen.

Follow, das ist für mich vor allem: Man trifft jede Menge interessanter Leute, hat viel Spaß und gutes Essen. Dieses Jahr schien alles noch entspannter abzulaufen. Das große Abendessen am Samstag war pünktlich fertig und die Gäste mussten sogar zum Tisch gebeten werden, anstatt dass sie bereits warteten!

Richtig schön fand ich auch die Kartenspielrunden. „Marrying Mister Darcy“ (einmal mit Zombie-Erweiterung) ergab viele Lacher.

Ein Freund schenkte mir eine selbstgebaute Dulcimer (oder Bordunzither). Ich habe keine Ahnung, wie man sie spielt. Ist auf jeden Fall das erste neue Instrument in meiner Sammlung seit dem Besuch im Leleland in Berlin Ende April vor einem Jahr. Nur drei Saiten, sorgt aber für noch mehr Aufmerksamkeit als eine Ukulele! Ich wurde auf der Rückreise im Kölner Hauptbahnhof direkt von einigen freundlichen Passanten darauf angesprochen.

Burgblick

Das Wochenende um den Monatswechsel von Februar auf März habe ich mit Freunden in der Ferienwohnung Burgblick in Jesberg verbracht. Dort war ich aus dem gleichen Anlass schon vor fast einem Jahr, ganz am Anfang meiner Auszeit. Die anderen hatte ich zuletzt auf dem Allaventurischen Konvent, einen von ihnen etwas später in Zürich.

Es war ein gemütliches Wochenende mit leckerem Essen, einem schönen Spaziergang und vielen guten Gesprächen. Der Höhepunkt war die atmosphärische Rollenspielrunde.

Übrigens war das das erste Mal seit drei Wochen, dass ich wieder in Deutschland war. Ungefähr so lange weg war ich während meiner Auszeit nur zweimal!

Das Winterfest

Den halben November und Anfang Dezember war ich unterwegs gewesen und war schließlich aus Ungarn zurückgekehrt. Denn am ersten Dezemberwochenende würde Das Winterfest für FoLLoW stattfinden. FoLLoW ist trotz des englischen Namens der älteste Fantasyverein im deutschsprachigen Raum (gegründet 1966).

Ich war, auch wenn ich es nur erwähnt hatte, Anfang Mai bereits auf einem solchen Wochenende gewesen. Mit Kostümierung, aber in anderen Welten, war ich dieses Jahr Tagesgast bei Mythodea und erneut Teilnehmer beim Allaventurischen Konvent gewesen.

Am Winterfest hatte ich auch in den letzten zwei Jahren teilgenommen. Es fand wieder in der Jugendherberge Helmarshausen bei Bad Karlshafen am Dreiländereck Nordrhein-Westfalen/Hessen/Niedersachsen statt. Dennoch war dieses Mal für mich anders. So wie bei vielen Dingen, die ich schon früher gemacht habe, merkte ich jetzt den Unterschied, wie ich alles mit anderen Augen sehen konnte, weil ich wieder gesund war.

Fantasyleute sind echte Charakterköpfe, mit denen es nie langweilig wird. Sie haben eine profunde Kenntnis von Popkultur und schrecken auch nicht vor exotischen Sachen zurück, sie haben ungewöhnliche Hobbys in den Bereichen Kunst/Sport/Musik/Basteln/Kochen, in denen sie mit den Jahren zu Meistern werden können, und sie haben oft ungewöhnliche Lebenswege. Kein Wunder, dass ich mich da wohl fühle und mit einem Staunen höre, was die Leute alles zu erzählen haben!

Am Samstag machte ein Teil der Teilnehmer einen Ausflug zum Schloss Corvey. Ein Teil des ehemaligen Kloster ist dieses Jahr Weltkulturerbe geworden! Diesmal machte ich keine Fotos, weil ich ein wenig müde vom ständigen Knipsen geworden war. Ich fand es recht spannend, Bauten noch aus karolingischer Zeit zu sehen. Schloss Corvey war außerdem der spätere Aufenthaltsort von Hoffmann von Fallersleben – man bekam also deutsche Geschichte bis in 19. Jahrhundert geliefert.

Was mich besonders am Fest freute: Ich war wieder zusammen mit einigen anderen Leuten kreativ. Am Zeremonienabend präsentierten wir ein Lied, das wir frisch umgedichtet hatten. Das kam sehr gut an!

Später gab es noch eine allgemeine Musikrunde, bei der zwei Gitarren und eine Laute zum Einsatz kamen. Ich gesellte mich mit meiner Ukulele einfach dazu. Es war erstaunlich, wieviel ich mitspielen konnte, obwohl ich einen Großteil der Lieder nicht kannte. So wie einen Monat zuvor auf dem Allaventurischen Konvent konnte ich andere Leute begleiten. Es reichte ein Blick auf die Akkorde. Als mir von der Tenurukulele langsam die Finger weh taten, wechselte ich auf die Sopranukulele und spielte mühelos weiter. Irgendwann gab es dann die erste Pause. Wie ich feststellte, war es drei Uhr morgens! Tatsächlich löste sich die Runde langsam auf, aber ich war überglücklich. So kann es gerne weitergehen!

Der Allaventurische Konvent

Ich war gerade erst aus Ungarn zurück zu Hause, da ging es schon direkt wieder los: Auf Burg Rieneck im Spessart fand der Allaventurische Konvent statt. Das ist ein Treffen der Briefspieler des Rollenspiels „Das schwarze Auge“.

In Sachen Fantasy war ich ja bereits mehrfach in diesem Jahr unterwegs gewesen: Zum einen hatte ich ein Wochenende Anfang Mai erwähnt, zum anderen über den Tagesausflug nach Mythodea genauer geschrieben. Mit einigen DSA-Briefspielern hatte ich mich – völlig ohne Kostümierung – im April in Jesberg getroffen. Ein anderes Treffen musste ich leider wegen Terminkollision verpassen, weil ich in der Zeit in der Slowakei war.

An dem Wochenende Ende Oktober / Anfang November sollte ich den Charakter eines anderen Spielers verkörpern, der leider verhindert war. Das würde nämlich im Spiel der Gastgeber sein! Entsprechend machte ich mir mehr Gedanken um meine kleine Rolle als sonst, so dass ich aufgrund meiner Nervosität weniger als vier Stunden schlief. Nervös war ich auch deswegen, weil ich nicht wusste, ob ich ein wichtiges Utensil rechtzeitig würde in Empfang nehmen können.

Geplant war für den ersten Abend ein Maskenball und ich hatte mir – noch aus Ungarn – eine venezianisches Ledermaske bestellt. Das Modell „Colombina Gladiatore“ hatte mir am besten gefallen. Nun hatte ein Nachbar die Sendung entgegengenommen und ich hoffte, dass wir uns noch vor meiner Abfahrt sehen würden. Schließlich kam ich erst in der Nacht vor dem Konvent wieder.

Alle Sorgen erwiesen sich als unberechtigt: Ich bekam das Paket, die Anreise verlief mühelos und ich war rechtzeitig da. Ich genieße ja sowieso kleinere Auftritte vor Leuten, auch dieser ging ohne größere Mühen vonstatten und ich hatte weniger zu tun, als ich gedacht hatte. Es war zwar nur eine kleinere Rolle im großen Geflecht, aber sie hat mir Riesenspaß gemacht!

Ukulele habe ich abends in der Kneipe auch noch gespielt. Es waren ein paar tolle Musiker da. Das ganze Wochenende war für mich ein einziges Stimmungstanken. Was will man mehr?

Mythodea

Dieses Jahr war ich schon in einigen Ländern. Aber zwischendurch war ich auch in anderen Welten unterwegs!

Das Fantasy-Wochenende Anfang Mai hatte ich nur kurz erwähnt, aber Anfang August war ich Tagesgast auf dem Fantasy-Konvent „ConQuest of Mythodea“ mit ca. 8.000 Teilnehmern. Der Con fand bei Brokeloh in der Nähe von Hannover statt.

Die Idee zum Besuch hatte einer meiner besten Freunde. Wir hatten noch etwas anderes vor (was der Grund war, warum ich am 04. August aus Ungarn zurückkehren musste), aber da die Vorbereitungen dafür gut voranschritten, konnten wir uns tatsächlich einen Tagen Mythodea gönnen.

Ein Kostüm hatte ich parat. Schließlich nehme ich seit Jahren am DSA-Briefspiel teil (mit einigen Leuten davon war ich im April in Jesberg) und besuche manches Treffen, auf denen man sich dann auch entsprechend verkleidet.

Leider hatte ich keine Zeit gehabt, mich in den Hintergrund von Mythodea einzulesen. Aber ich war schon mehrmals in eine LARP-Taverne in Welders verfluchten Landen (irdisch auf einem Hof in Ostbevern) eingekehrt und hatte ebenfalls eine kleine Hintergrundgeschichte rund um meinen Charakter improvisieren müssen. Diesmal entschloss ich mich, mich als Ukulele spielender Barde namens Thymion (wie Thymian, nur mit „o“!) vorzustellen.

Das Gelände war beeindruckend: Mehrere Zeltplätze voll, dazu Wiesen, die für Schlachten genutzt wurden. Als wir zu zweit ankamen, waren nur wenige Leute wach, das Aufstehen zog sich bis zum Mittag hin. Immerhin fiel ich gleich mit meinem Instrument auf und wurde angesprochen. In einem Zelt gab es Kaffee, ein paar gelangweilte, aber lustige Wachen gaben sogar Schnaps aus (nicht mir – ich trinke ja nach wie vor keinen Alkohol). Spätestens als die Fantasy-Stadt aus ihrem Schlaf erwacht war, kam es zu häufigeren Kontakten. Ich spielte traurige Musik auf zwei inszenierten Beerdigungen, wurde von Musikerkollegen eingeladen und nahm – wenn auch recht erfolglos, aber es ging ja ums Mitmachen – an einem Bardenwettbewerb teil. An einem Crêpestand wies ich mit meiner Musik nicht nur einen ziemlich großen und durchtrainierten Typen in die Schranken (alles nur gespielt natürlich!), sondern gab mehreren Frauen einen Ohrwurm und ergatterte sogar ein Gratis-Crêpe! Die Musikerrolle war wunderbar geeignet, um mit ganz verschiedenen Leuten ins Gespräch zu kommen. Ich hätte allerdings noch mehr fantasytaugliches Repertoire drauf haben sollen – mein Begleiter bekam ständig dieselben Sachen zu hören.

Mit mehr Vorbereitung hätte ich sicherlich noch besser in die Welt eintauchen können, aber selbst so war es schon beeindruckend, welchen Aufwand die Leute bezüglichen Kostümen und Ausrüstung betrieben hatten. Außerdem tummelten sich extrem lustige und kreative Menschen dort.

Wie groß die Vernstaltung war, das zeigen drei Videos beim NDR. Und auch sonst gibt es einige Aufnahmen, ich nenne nur eine weitere:

Mythodea 2014