In ein Album gegossene Erinnerungen

Als jemand, der sich in vielerlei Hinsicht für Musik interessiert, juckte es mich von Anfang an in den Fingern, für das Jahr Auszeit eine Art Soundtrack zusammenzustellen: Lieder, die von Reisen und Freiheit handeln (oder mich daran erinnern); Musikstücke, mit denen ich besondere Momente verbinde. Ich habe das zum Glück dann doch gelassen, denn zum einen wäre das schnell ausgeartet (in meinem Kopf kam immer mehr zusammen), zum anderen ist das ja auch megaoriginell und überhaupt nicht anmaßend, irgendwelche rebellischen Lieder, die von einem „Ausbruch aus allem“ erzählen, für eine persönliche freie Zeit zu verwenden, die alles in allem luxuriös und gut abgesichert stattfindet. Mir ist klar, dass Musik oft Gebrauchsmusik ist. Man kann sie runterdudeln, muss es aber nicht.

Es ist schon oft vorgekommen, dass ich in einer bestimmten Situation im Leben auf ein Album oder Lied gestoßen bin und das seitdem mit dieser Zeit verbinde. Ende vergangenen Jahres hat es sich ergeben, dass ein neu erschienenes Album kurioserweise die Jahre vor der Auszeit festhält und mich daran erinnert. Das liegt daran, dass ich einige der Lieder bereits damals kannte.

Die Musik von Martin Wiese hat mich seit meiner Kindheit begleitet und ihn als Gastsänger in seiner alten Band Amplifiki zu vertreten, war einer der schönsten Tage in meinem Leben.

Wir hatten uns im Juni in Stockholm getroffen. Einen Monat später gab er mitsamt Band ein Konzert in der Slowakei. Ich hatte schon erwähnt, dass – nachdem er viele Jahre in der Esperanto-Rockband Persone aktiv war – sein zweites Solo-Album erschienen ist. Anfang des Jahres habe ich mir das endlich einmal ganz und in Ruhe angehört. Es ist doch erstaunlich, wie viele Stücke mich an Kilometersteine auf meinem Lebensweg erinnern:
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