Ein Wochenende ganz in Münster

Am zweiten Juliwochenende war ich die ganze Zeit in Münster, unter anderem war meine Rollenspielrunde zu Besuch. Das klingt ganz trivial, aber ich habe mal nachgerechnet, wann ich zuletzt für mehr als eine Übernachtung in meiner Wohnung war: Am 24.-26. April, also vor zweieinhalb Monaten – Wahnsinn! Dass ich beim Schreiben über das damalige Wochenende sich fortsetzende Entfremdungserscheinungen angesprochen habe, kommt nicht zufällig. Vorher war ich bereits zweimal hintereinander erst nach einem Monat wieder in Münster, so dass sich eine gewisse Entfremdung bemerkbar machte – mich hielt nicht viel in der Wohnung.

Diesmal habe ich mir allerdings gedacht: Münster könnte schön sein.

If Göd will send his angels

Das erste Wochenende im Juni war vollgepackt: Am Freitag traf ich mich mit erst mit einigen Kollegen und dann mit meiner zwischenzeitlichen Mitbewohnerin in Münster. Am Samstag ging es weiter nach Kempen. Unglaublich, wie lange ich die Leute zum Teil nicht mehr gesehen hatte. Wie die Zeit vergeht… Ein Wochenende später flog ich nach Budapest, wo ich zuletzt über Pfingsten nur kurz gewesen war. Diesmal habe ich es nicht geschafft, von der Schokolade ein Foto zu machen. Es war einfach zu heiß – schon richtiger Sommer! Dafür habe ich einen schönen Sonnenuntergang an der Donau erlebt.

Göd Put A Smile Upon Your Face

Ich habe mich ehrlich gesagt schon sehr an den Luxus gewöhnt, direkt von der Arbeit in Amsterdam nach Budapest fliegen zu können. Die Wochenenden in Felsögöd sind natürlich immer zu kurz, aber ich finde es herrlich, wie einfach das trotz allem geht. Nach meinem letzten Besuch im April habe ich diesmal viel Wert auf ausruhen und entspannen gelegt. Ein Spaziergang zur Donau war natürlich trotzdem drin.

Ein Wochenende später war ich wieder bei meiner Rollenspielrunde in Nordwalde. Daher hatte ich nur einen kurzen Zwischenstopp in Münster. Die Zeit scheint zu fliegen.

Wenn Münster am schönsten ist

Der Monat Mai neigt sich dem Ende entgegen und ich habe noch einige Geschichten aus dem April zu erzählen. Das letzte Mal zuvor war es mir recht egal gewesen, wann ich wieder in Münster war. Zwei Wochen später spielte es jedoch eine Rolle: In der Schulstraße blühten endlich die Bäume (schöner noch als in Hoofddorp) und es war die eine Gelegenheit für mich, Fotos zu machen! Ein Jahr zuvor, bei meinem Rundgang im Kreuzviertel, hatte ich den aus meiner Sicht besten Moment verpasst. Die Fotos aus diesem Jahr sind ungefähr genauso gut – besser konnte ich es diesmal auch nicht erwischen.

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Die Entfremdungserscheinungen setzten sich fort: Erst als ich eine niederländische Familie auf der Straße hörte, hatte ich wieder das Gefühl, jetzt sei wieder alles normal. Ich bin auch erneut nicht ausgegangen, obwohl ich das früher gerne gemacht habe. Allerdings war ich am Freitag abend müde und fuhr am Sonntag bereits zurück nach Amsterdam. Da blieb nicht viel Zeit, zumal ich am Samstag noch zu tun hatte.

Zum einen ließ ich mir nach drei Monaten endlich wieder einen Haarschnitt verpassen. So sehr ich auch versuche, Niederländisch zu lernen – bei bestimmten Sachen fällt es mir einfach noch zu schwer, meine Anforderungen zu formulieren.

Zum anderen nutzte ich die Gelegenheit, ein paar neue Klamotten einzukaufen. Das hatte ich schon lange nicht mehr gemacht und diesmal schlug ich richtig zu. Demnächst wird es wieder Zeit, ein wenig Kleidung auszusortieren – die Operation Augias kann in die nächste Runde gehen. Der wichtigste Neukauf war ein orangefarbenes T-Shirt. Wofür ich das gebraucht habe, erzähle ich im nächsten Eintrag.

Göd Only Knows

Galerie

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Vom Italienurlaub war ich direkt wieder zur Arbeit nach Amsterdam zurückgekehrt. So kam es, dass ich zum zweiten Mal hintereinander erst nach einem Monat wieder in Münster war. Kurioserweise bin ich in meinem Jahr Auszeit mehr zu Hause gewesen! Inzwischen … Weiterlesen

Feierabendfeier

Nachdem ich einen Monat lang nicht in meiner Wohnung gewesen war und festgestellt hatte, dass ich nicht viel vermisst hatte, habe ich am Freitag darauf umgesetzt, was ich schon vier Wochen zuvor vorgehabt hatte: Nach der Arbeit gibt es ab und zu ein gemütliches Beisammensein und ich war endlich einmal dabei. Es ist sehr schön, in internationaler Runde mit Leuten zu plaudern. Sogar die paar Brocken Katalanisch, die vom Urlaub in Barcelona übrig waren, konnte ich anwenden! Und für einige Leute habe ich noch ein wenig Ukulele gespielt, was ebenfalls gut ankam. Ich war dann zwar erst nach 23 Uhr wieder in Münster, aber das war die Erfahrung auch wert. Diesmal habe ich mich wieder mit Freunden getroffen, die ich seitdem ich in Amsterdam arbeite nicht mehr gesehen hatte, was ein guter Grund war, nach Hause zu kommen.

Nach einem Monat wieder in Münster

Ein Rekord folgt dem nächsten: Nachdem ich zuletzt drei Wochen nicht in Deutschland gewesen war, betrat ich am Wochenende darauf zum ersten Mal seit einem Monat meine Wohnung in Münster. So sehr ich meine Heimat mag und sehr ich mich in Münster zu Hause fühle, musste ich doch feststellen: Allzu viel habe ich nicht vermisst. Es war schön, nach all der Zeit endlich wieder eine andere Ukulele zu spielen (und für eine Woche eine größere mitzunehmen) und andere Klamotten einzupacken. Ansonsten fand ich es erstaunlich… langweilig! Offensichtlich fühle ich mich in Amsterdam sehr wohl, fast schon ein Stück heimisch.

Allerdings war das Wochenende hervorragend geeignet, um einige Freunde wiederzusehen. Wir gingen zusammen bowlen. Bei dieser Gelegenheit konnte ich endlich all die Postkarten übergeben, die ich in dem Jahr Auszeit gesammelt hatte. Ich hatte einer Freundin nämlich versprochen, aus jedem neuen Land eine Postkarte mitzubringen. Zum Teil waren es sogar zwei, um auf Nummer sicher zu gehen, oder weil ich mich nicht entscheiden konnte, welches die schönste war.

So überreichte ich Postkarten aus Luxemburg, Vatikan, Schweden, Spanien, Andorra, Slowenien, Monaco und Liechtenstein – sowie aus Sardinien, sozusagen als Bonus.

Keine Lust

Ein übliches Problem, wenn man von einer Esperanto-Veranstaltung nach Hause kommt, ist das „Post-Esperanto-Treffen-Syndrom“ (Post-Esperanto-renkontiĝo-sindromo, P.E.R.S.): Nach so viel Feiern und Fröhlichkeit kommt der Alltag zurück und der erscheint einem grau und öde. Ich habe schon vor Jahren (auf Esperanto) fünf Rezepte gegen dieses Syndrom formuliert und auch ein Lied darüber geschrieben.

Es liegt auf der Hand: Wenn ich in einer Woche als DJ gearbeitet, tolle Konzerte erlebt, zünftig Silvester gefeiert und schließlich selbst Musik gemacht habe, was soll da noch Besseres kommen?

Allerdings stand ich diesmal nicht unter dem Zwang, direkt danach oder wenige Tage später wieder arbeiten zu müssen. Außerdem bin ich nicht, wie sonst oft, krank geworden (mein Metabolismus fährt üblicherweise herunter, sobald ich es wieder etwas ruhiger angehen lasse).

Dennoch hielt sich bei mir erstaunlich lange die Stimmung, dass ich nichts Besonderes machen wollte. Ein paar Tage hatte ich sowieso in Münster eingeplant, es wurden dann aber zwei Wochen. Die nutzte ich immerhin, um Arzttermine hinter mich zu bringen. Außerdem setzte ich meine Idee um, Themes bei WordPress.com auf Esperanto zu übersetzen.

In der Operation Augias erledigte ich die nächsten Schritte: Mit einer Autofahrt kamen die Reste aus dem Zimmer von Nordwalde nach Münster, wobei ich schon mehrere Kisten Altpapier daraus entsorgt habe (es waren sogar alte Schulhefte von mir dabei!) sowie eine weitere Reihe Bücher in die Öffentlichen Bücherregale gebracht habe. Auch sonst räumte ich meine Wohnung weiter auf und sortierte einige Sachen. Zuletzt kam der Rasierapparat in den Elektromüll.

Das Wetter war mies (es regnete ständig), so dass ich nicht einmal auf Ausgehen Lust hatte. Daher nahm ich mir die Zeit, um den Stapel Dutzender ungehörter CDs ein wenig zu verkleinern. Dazu muss man wissen, dass ich jede CD, die ich bekomme, mindestens einmal konzentriert anhöre. Währenddessen mache ich normalerweise nichts anderes, weil mich das ablenken könnte. Das bedeutet natürlich auch, dass ich zum Hören oft nicht komme, weil ich immer irgendetwas zu tun habe.

So schlecht ist das nicht: Es spricht eher für mein Leben, dass sich inzwischen so viele CDs, DVDs, Bücher und sogar einige Computerspiele angesammelt haben, die noch auf ihren Konsum warten.

Unter anderem hörte ich mir die CD von Khaled an, die ich – wie berichtet – im Sommer in Schweden gekauft hatte. Bis auf das erste Lied, wegen dessen ich das Album gekauft hatte, kannte ich noch nichts davon. Mehrere Stücke weckten mein Interesse, unter anderem eines, das die spanische oder andalusische Kadenz zu enthalten schien und mich daher an Südeuropa erinnerte:

Khaled: Wahrane

Als ich das obige Video dazu sah mit den Bildern, da erwachte wieder die Reiselust, die erstaunlicherweise mehr als eine Woche in mir geschlafen hatte. Ich bereitete mich im Kopf bereits auf ein Ziel im Süden vor, doch es sollte dann ganz anders kommen. Darüber schreibe ich ein anderes Mal.

Operation Augias – der Rest aus dem Zimmer

Die Operation Augias geht auch im neuen Jahr weiter. Letztes Jahr waren es 500 Bücher, Kleidung, eine Brille, alte Papiere von der Arbeit, die erste Ladung Computerspiele, Audiokassetten sowie Sachen aus dem Zimmer zu Hause.

Heute kam eine weitere Autoladung hinzu. Es war aber nicht so viel wie beim letzten Mal. Dafür war ein sperriges Weihnachtsgeschenk dabei. Damit sind praktisch alle Sachen aus Nordwalde jetzt in Münster. Verblieben sind nur ein paar Kleidungsstücke, aber die machen das Kraut nicht fett und können alle zusammen in einem Koffer transportiert werden.

Damit ist die Operation Augias gut fortgeschritten. Jetzt kann es weitergehen mit dem Durchsehen und Aussortieren.

Operation Augias: Das Zimmer zu Hause

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen – da schließt sich gewissermaßen ein Zeitfenster, um noch etwas zu machen. Ich wollte unbedingt noch einmal verreisen (was mir gelungen ist). Nach dem Winterfest musste ich jedoch erst einmal wieder ein paar Tage in Münster sein, um endlich einige Sachen zu erledigen, zum Beispiel einen Teil der Post, die sich während der ganzen Reisen angestaut hatte.

Ein wichtiger Meilenstein der Operation Augias wartete noch darauf, getan zu werden, denn er konnte nicht gut aufgeschoben werden. Bisher hatte ich es als Schritt zum Erfolg gewertet, wenn ich etwas losgeworden war: 500 Bücher, Kleidung, eine Brille, alte Papiere von der Arbeit, die erste Ladung Computerspiele sowie Audiokassetten. Inzwischen hatte ich zwar noch ein paar Kleinigkeiten zur Wiederverwendung weggegeben (ein paar Kleidungsstücke, einen Satz Brillengläser), aber noch keinen weiteren Durchbruch erzielt. Diesmal ging es stattdessen darum, was sozusagen fertig war vom dem, was blieb. Nachdem ich die neuen Regale bekommen hatte, war ein Großteil der Sachen, die ich noch in meinem alten Zimmer bei meinen Eltern hatte, nach Münster gekommen. Jetzt sortierte ich die Regale in Nordwalde ein mit Comics und Büchern, die dort bleiben sollten, so dass einige Kisten leer wurden. Es gäbe sicherlich noch die eine oder andere Kleinigkeit von den anderen Sachen, die ich in meine Wohnung schaffen könnte, aber es ist nichts Weltbewegendes und man kann mein ehemaliges Zimmer jetzt endlich als Gästezimmer einsetzen. Das war das Ziel!