Selbstfürsorge üben

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Sechs Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Zuletzt habe ich darüber gebloggt, dass sich niemand wegwerfen muss, wie mein Geburtstag besser war als der ein Jahr zuvor, dass ich ganz im hier und jetzt sein will, ein wunderbares Wochenende, ASMR, wie sich meine Reisepläne verschoben, Stress rechtzeitig zu erkennen, wie der Groove ausgerechnet in schlechter Zeit zurückkam sowie einen Lernerfolg am Jahresende.

Ich habe vielleicht eine Methode gefunden, um meine Selbstvernachlässigung in bestimmten Situationen zu überwinden. Das kam so: Ich war erneut in einer Situation, in der ich gerne etwas Neues für mich kaufen wollte. Ich hörte – diesmal gut vorbereitet, um darauf zu achten – innere Stimmen, die mir sagten, dass das doch sehr aufwändig sei, nur dafür einkaufen zu gehen, die Geschäfte seien doch schon voll genug, ich würde Leuten zur Last fallen, ich sollte doch vernünftig sein…

Aber diesmal wollte ich noch weniger nachgeben als zuvor. Ich stellte mir zwei einfache Fragen:

  1. Brauche ich das wirklich?
  2. Brauche ich das wirklich jetzt?

Das konnte ich beides sofort bejahen. Damit stand fest, dass alle „Argumente“ gegen einen Einkauf nur innerliche Ablenkung waren. Ich suchte mir im Internet einige Paare Schuhe heraus, überprüfte die Verfügbarkeit im Geschäft und ging los. Zu meiner großen Freude bestätigte sich ein weiteres Mal, wovon ich sowieso schon überzeugt war: Schuhe möchte ich nicht im Internet bestellen, sondern vor Ort ausprobieren, weil ich nur dann weiß, wie gut sie sitzen. Es stellte sich heraus, dass genau das eine Modell, das ich nicht selbst finden konnte, so dass ich es mir von einer Verkäuferin heraussuchen ließ, am besten passte.

Und ja, eigentlich gruselig, dass mir für eine Ausgabe von unter 100 Euro die inneren Stimmen zurufen, dass ich das doch nicht verdient hätte. Gleichzeitig gut zu wissen, dass sie dieses Mal wieder nicht gewonnen haben.

Nachdem ich im Rahmen der Operation Augias seit letztem Jahr massiv Schuhe in die Kleidersammlung gegeben hatte, war es an der Zeit, mir wieder neue für den Winter zuzulegen. Es ist ein kaffeebraunes Paar geworden – sonst gar nicht mein Stil! Aber es war Zeit, etwas auszuprobieren.

Dazu fällt mir natürlich ein Lied von den Beatles ein. Aber auch im Film Wag the Dog gab es ein Stück über einen Schuh namens „Good Old Shoe“.

The Beatles: Old Brown Shoe

Wegweiser fürs neue Jahr

Ich bin auf der Suche nach dem verlorenen Groove. Drei Blogeinträge fassen jeweils alle Blogeinträge aus einem Quartal zusammen:

Zuletzt habe ich darüber gebloggt, meine Sehnsucht zu bewahren.

Das Jahr ist noch keine zwei Wochen alt und schon habe ich es wieder geschafft, den Groove zu finden!

Ich wollte mir einen Vortrag von Amy C. Edmondson über psychologische Sicherheit ansehen. Ich habe dieses Thema vor einiger Zeit für mich entdeckt und kenne Amy Edmondson als Expertin dazu. Schon in der ersten Minute merkte ich, wie das Feuer hell in mir brannte. Ich fühlte mich „ganz wie zu Hause„, ich war „genau da, wo ich sein sollte„, ich war „im Hier und Jetzt„, „ganz bei mir selbst„. Fantastisch! Edmondson spricht eine ganz wichtige Erkenntnis an: Sich wohl zu fühlen und starke Leistung zu bringen sind keine Gegensätze. Sich sicher zu fühlen ermöglicht es erst, auf Dauer herausragende Leistungen zu vollbringen, ohne dass man ausbrennt. Was soll ich sagen? Das ist mein Thema. Ein absoluter Volltreffer.

Plötzlich hatte ich den Groove. Ich war wie der Ritter, der über dem Abgrund schwebt, den Gral vor Augen. Und so wie der Gral wundersame Heilkräfte hat, so fühlte es sich an, als würde viel Schmerz der letzten Jahre ein Stück geheilt.

Meine Vorstellung, mich sicher fühlen zu müssen, um Großes vollbringen zu können, war keine Spinnerei. Dieser Standpunkt wird durch Wissenschaft unterstützt. Ich war nicht verrückt oder gar schwach – die Leute, die mir das verweigern wollten, waren emotional unreif, bestenfalls unsicher.

Heute habe ich mir außerdem eine Zusammenfassung eines Buches von Kristen Neff namens „Selbst-Mitgefühl“ angehört („Self-compassion. The proven power of being kind to yourself“). Darin werden viele Mechanismen angesprochen, die dazu führen, dass Erwachsene unglaublich hart, ja sogar gnadenlos gegenüber sich selbst sind und sich sogar für kleinste Fehler fertigmachen. Als Ursache wird genannt, dass es schlechte Prägungen durch einzelne Personen aus der Kindheit sein können, ebenso jedoch auch die Kultur der umgebenden Gesellschaft. „Überraschung“: Stets „die Zähne zusammenbeißen“ und „durchhalten“ führt weder zu glücklichen noch zu stärkeren Menschen. Ich habe mich in den Beschreibungen sehr stark selbst wiedererkannt. Immerhin, ich habe das sofort tun können, ohne es erst abwehren zu müssen. Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Veränderung.

Schon vorher wurde mir von einem Bekannten der Film „Friedlicher Krieger“ (Peaceful Warrior) empfohlen, in dem es heißen soll: Gefühle müssen nicht beherrscht werden. Sie sind natürlich so wie vorbeiziehendes Wetter. Manchmal ist es Angst, manchmal Traurigkeit oder Zorn. Gefühle sind nicht das Problem. Entscheidend ist es, die Energie der Gefühle in konstruktive Handlungen umzusetzen. Das fasst meine eigene Vision von meinem zukünftigen Umgang mit meinen Gefühlen hervorragend zusammen.

Diese drei Dingen seien mir Wegweiser fürs neue Jahr!