Vor fünf Jahren: Am Boden

Ich schreibe aus gutem Grund nicht allzu viel darüber, wie es eigentlich kam, dass es mit meinem Leben zwischenzeitlich so bergab gegangen ist. In diesen Tagen, jetzt wo es mir wieder gut geht, werde ich jedoch öfters daran erinnert und da der Blick zurück nicht mehr weh tut, macht es auch nichts aus. Heute vor fünf Jahren war ich am Boden – es sollte jedoch noch weiter abwärts gehen.

Beachtlich, wie lange es gedauert hat, um wieder hochzukommen. Und auch wenn ich in all der Zeit viele gute Dinge gemacht habe, etwa eine andere Wohnung gesucht, neue Hobbys angefangen habe, mehr ausgegangen und im Jahr Auszeit viel verreist bin: Richtig glücklich bin ich durch all das nicht geworden. Den großen Unterschied konnte ich damit nicht machen. Dafür musste sich schon noch mehr in meinem Leben verändern.

Wieviel haben meine jetzigen Lebensumstände mit dem zu tun, wie mein Leben vor fünf Jahren aussah? Fast nichts. Das ist schon ein beachtliches Ergebnis. Es zeigt aber auch, dass nichts planen oder vorhersehen läßt. Auf kaum etwas hätte ich gezielt hinarbeiten können.

Mein Leben sieht gut aus, aber der Einfluss, den ich darauf hatte, war nur begrenzt. Vielfach waren es äußere Umstände, die ich zur rechten Zeit genutzt habe.

Wenn ich an meine drei Motive denke – einen Unterschied machen, etwas in den Herzen der Menschen bewegen, gut genug für etwas sein – dann konnte ich das erste und das dritte bezogen auf mein Leben insgesamt nur sehr selten erleben. Vielleicht erklärt das auch, warum ich nicht mehr an das große Ganze glaube und stattdessen versuche, die paar kurzen Zwischenphasen zu genießen.

Ich weiß noch genau, wie verloren ich mich vor fünf Jahren in Kazan in Tatarstan gefühlt habe. Ich war ein Fremder ohne irgendeine Bindung oder Funktion. Ich hoffe, diese Zeiten kommen nicht wieder.

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2 Gedanken zu „Vor fünf Jahren: Am Boden

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