Aus einem Spiel das Beste machen

Ich habe die Fußball-WM bewusst soweit es geht ausgeklammert aus diesem Blog, aber darüber muss ich dann doch schreiben. Selbst bei meinen Reiseplänen habe ich keine allzu große Rücksicht auf Spiele mit deutscher Beteiligung genommen und erst ab dem Viertelfinale entschieden, nicht in der Woche mit dem Halbfinale wegzufahren.

„Deutschland gewinnt gegen Brasilien in Brasilien – und zwar 7:1.“ Hätte mir das jemand vor gestern abend gesagt, meine Reaktion hätte in etwa so gelautet: „Ich weiß ja nicht, was Du für Drogen nimmst, aber Du solltest damit aufhören.“

Von all den Rekorden und Bestleistungen, die in diesem einzigen Spiel aufgestellt wurden, wage ich aus Platzgründen nur drei zu nennen: Der höchste Sieg gegen Brasilien und erst der fünfte überhaupt, der altgediente Stürmer Miroslav Klose wird alleiniger WM-Torschützenkönig… da wird ein alternder Mann wie ich doch ganz sentimental. Inzwischen ist die Nachricht bereits einen Tag alt und der Alltag kehrt wieder ein. Wie übrigens Trainer und Spieler selbst als allererste mit bestem Beispiel vorangingen und erstaunlich nüchtern das Spiel analysierten. Es war eben noch nicht das Endspiel. Kein Grund, überschwenglich zu werden, aber einen Tag (bzw. eine Nacht) darf man als Normalsterblicher deswegen feiern.

Nun kann man sich als Nicht-Fußball-Fan fragen, wie man sich so sehr für ein Spiel begeistern kann. Klar, das muss man nicht! Aber wenn man es kann, ist das eine Möglichkeit für den Zauber des Alltags. Sich einfach mal freuen – das ist eine schöne Fähigkeit.

Ein weiteres Mal hat mir das Jahr Auszeit in die Hände gespielt. Denn so musste ich nicht am nächsten Tag arbeiten, sondern konnte spontan noch feiern gehen (in Form von abtanzen) – mitten in der Woche, bis spät in die Nacht. Ein solches Ergebnis gegen einen so großen Namen werde ich wohl in diesem Leben nicht mehr sehen – umso besser, dass ich Zeit hatte, es richtig zu genießen!

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5 Gedanken zu „Aus einem Spiel das Beste machen

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