Falsche Vorbilder

Das Abenteuer, auf das ich mich begeben habe, ist die Suche nach dem verlorenen Groove. Meine Heldenreise führt mich dabei zu mir selbst, zu meinen Stärken und inneren Dämonen. Dabei haben mir unerwartete Verbündete geholfen. Anders als früher habe ich diesmal erkannt, dass Selbstachtung die Quelle meiner Energie ist und der Zugang zu meinen Gefühlen sich anfühlt, als hätte ich Superkräfte.

Heute möchte ich ein wenig über falsche Moral schreiben. Ich habe schon vorher Märchen und Filme als gute Beispiele zitiert. Leider gibt es auch das Gegenteil.

„Gefühle sind schlecht“

Jahrzehntelang haben mich Musik, Bücher und Filme berührt und inspiriert. Umso kurioser, dass mir die Popkultur so manches Mal überhaupt kein gutes Vorbild dafür gegeben hat, wie man mit Emotionen umgeht, sondern mir stattdessen Botschaften vermittelt wie diese:

Gefühle
– machen einen schwach
– stören oder stehen einem im Weg
– sind für andere eine Last, eine Zumutung

Beispiele aus der Popkultur:
– Yoda, der über die dunkle Seite der Macht philosophiert und Angst und Zorn als Schritte zu ihr nennt
– die leidenschaftlichen, verschlagenen Romulaner als krasser Gegensatz zu den rationalen, aufgeklärten Vulkaniern

Mit anderen Worten: „Gute Leute sind vernünftig. Böse Leute haben Emotionen.“ Einen schlechteren Rat kann man kaum jemandem auf den Weg geben.

Da die Gefühle an sich ein Problem sind, geht es immer ums Gegenhalten und Unterdrücken. Das ist aber keine gesunde Einstellung gegenüber Emotionen – ebenso wenig, dass nur bestimmte Gefühle in Ordnung und akzeptabel sind.

Stimmt, die Überwindung des reinen Gefühls war historisch ein Grundpfeiler der modernen Zivilisation. Was dabei unter anderem herausgekommen ist: Der Rechtsstaat oder was unser Leben lebenswert macht.

Dennoch bleibt, dass wir im Grunde hochgradig irrationale Wesen sind. Das ist ein Widerspruch, mit dem es sich auszusöhnen lohnt.

Bestes positives Beispiel: Miraculix in „Asterix und die Normannen“: Mut zu haben bedeutet nicht, keine Angst zu kennen, im Gegenteil: Nur wer sich seiner Angst stellt, kann wirklich mutig sein.

„das eigene Glück ist egoistisch“

Im Film „Star Trek: Generations“ spielt das Nexus, eine Art Energiefeld, in dem man sich vollkommen glücklich fühlt, eine zentrale Rolle. Es klingt zunächst ein wenig wie der Groove, und es gibt auch jemanden, der es sucht – das ist aber der Schurke, der verzweifelt und verbittert sein Ziel verfolgt. Die Lektion lautet: Das zu suchen ist böse; man muss stattdessen versuchen, den Verzicht auf die große Freude zu lernen…

Ich finde das unglaublich kleingeistig. Ganz anders mutet dagegen der ursprüngliche, grenzenüberwindende Geist von Star Trek an, wie er etwa im nächsten Film First Contact zu erleben ist: Positive Veränderung ist möglich und man muss kein Heiliger sein, um sie zu erreichen; man kann über sich hinauswachsen.

„seinen eigenen Weg gehen muss immer weh tun“

Ich hatte schon beschrieben, wie mühelos es sich anfühlt, wenn ich in Übereinstimmung mit meinen Gefühlen handele. Es geht also darum, mit der Energie zu strömen, nicht gegen sie.

„Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom“ ist eine Schulung in die falsche Richtung. Richtig ist: Schlaue Fische tun es, wenn es ihnen nützt. Und wie eine Bekannte noch hinzufügte: Fortschrittliche Fische krabbeln aus dem Wasser…

4 Gedanken zu „Falsche Vorbilder

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