Ungarn

Und weiter geht’s mit der Erzählung vom Sommer, diesmal über Ungarn. Nach der Anreise konnte ich sehr bald die Lage genießen: Wir hatten einen eigenen „Strand“ am Ufer der Donau. Das Wetter war das schlechteste, das ich je in Ungarn erlebt habe. Normalerweise herrscht Ende Juli drückende Hitze, hier gab es das nur phasenweise, ansonsten regnete es auch häufig. Aber das war egal.

Etwa 20 Minuten zu Fuß entfernt gab es ein richtig schön altmodisches Café. Da wurde die Sahne wirklich noch aus – tja, kenne den Namen nicht! – herausgedrückt und nicht aus der Dose gesprüht. Eis, Kaffee und Kuchen waren sehr lecker!

Neben dem kleinen Supermarkt, der sich ganz in der Nähe der Unterkunft befand, war ein Imbiss. Leider bin ich nur zweimal da gewesen. Das Essen war hervorragend!

Auf einem Esperantotreffen ist das schönste sicherlich das Wiedersehen von Freunden. Natürlich ging es runter wie Öl, dass einige junge Damen bemerkten, dass ich abgenommen und Muskeln bekommen hätte. Dabei hatten sie mich zuletzt im April auf Sardinien gesehen, wo ich schon ähnliches von anderen Leuten zu hören bekam! Ist das Leben nicht schön?

Das Programm konnte sich sehen lassen, auch wenn es keine Rockkonzerte gab wie beim vorherigen Treffen in der Slowakei. Neben der traditionellen Wasserschlacht gab es eine Pyjama-Party mit Kissenschlacht. Jeder Teilnehmer durfte ein Kissen behalten, das per Hand bemalt worden war. Ähnlich aufwendig waren auch die Trikots für das Fußballspiel gegen eine lokale Mannschaft hergestellt worden. Ich habe mich bei der Gelegenheit jedoch darauf beschränkt, am Spielfeldrand aufmunternde Fangesänge mit der Ukulele anzustimmen. Ukulele spielte ich auch immer wieder in der Teestube, die allgemeiner Treffpunkt wurde. Hier wurde gezockt, vor allem meine persönliche Ausgabe des Kartenspiels Kartoj kontraŭ Esperantujo (Cards against Humanity auf Esperanto). Eine Teilnehmerin hatte ihre Ukulele mitgebracht und in das Zimmer gelegt mit dem Hinweis, ich könne das Instrument jederzeit benutzen. Tolle Sache, das! Da ich selbst ja noch zwei Ukulelen dabei hatte, konnte ich auch ein wenig unterrichten.

Eine Ukulele kam auch während eines Ausflugs nach Szentendre zum Einsatz, sowohl während der Busfahrt als auch während der Wartezeit vor dem Geldautomaten. In dem Ort Szentendre besuchte ich das Marzipan-Museum. Es gab übrigens weitere Ausflüge, das Programm war voll und intensiv!

Drei Programmpunkte möchte ich noch hervorheben: Zum einen den „fantastischen Abend“, bei dem verschiedene Gruppen gegeneinander zum Thema Fantasy / Science Fiction antraten. Es gab verschiedene Aufgaben und Rätsel. Am Ende stand ein Quiz. Wer hätte gedacht, dass ich mit der wie aus der Pistole geschossenen korrekten Bezifferung von 1.21 Gigawatt Leistung aus dem Film“ Zurück in die Zukunft“ (einem meiner Lieblingsfilme!) einmal die Leute beeindrucken würde?

1.21 Gigawatt

Eine attraktive Dame, mit der ich im Vorfeld über den Abend sprach, fand sowieso, dass dieses „Nerdtum“ toll sei. Das schloss eine alte Wunde, die ich seit vielen Jahren mit mir herumtrug!

Als zweites sei natürlich der DJ-Job erwähnt, den ich auch in Ungarn hatte. Ingesamt legte ich nur drei Nächte auf und einmal dauerte es nur eine Stunde, weil die Leute einfach zu müde waren von dem Programm und wir draußen die Musik sehr leise drehen mussten. Aber am letzten Abend gab es Party bis spät in die Nacht. Auch wenn hier schon einige Male geschrieben habe, wie gut ich beim Feiern durchhalte: Da musste ich nach fünf Stunden um 4:35 Uhr die Segel streichen. Die Organisatoren hielten länger durch. (Ich war todmüde und am nächsten Tag froh über die sechs Stunden Schlaf, die ich bekommen hatte.)

Der dritte und letzte Punkt war der Ball. Bei dem Treffen in Ungarn fand in früheren Jahren immer ein Ball statt. Diesmal hatte man 25. Jubiläum und eine Menge Veteranen aus früheren Jahren eingeladen, die extra für diesen Abend gekommen waren. Schlauerweise hatte man den ersten vollen Tag dafür gewählt, so dass die Leute sich inzwischen von der Anreise ausgeruht hatten, andererseits noch nicht so müde von der Woche waren. Außerdem waren alle schick gekleidet. Ich sackte einige Komplimente ein, wie elegant ich angezogen sei, und konnte das aber auch gut zurückgeben.

Nach dem Buffet spielte eine Band irische Tanzmusik. Dabei tanzten die Teilnehmer abwechselnd im Kreis und paarweise. Natürlich wurden die Tänze den Leuten beigebracht, so dass auch ich ohne Erfahrung mitmachen konnte. Die Tänze hatten ganz nebenbei den Vorteil, dass man mit einer Menge Leute ganz ungezwungen paarweise tanzte.

Danach war ich als DJ gefragt. Ich legte insgesamt 6,25 Stunden auf – bis 5:10 Uhr, als es draußen wieder komplett hell war. So ging eine magische Nacht zuende.

Ich werde jetzt hier nicht alles erzählen, was in dieser Woche passiert ist, aber es hat meine Reisepläne durcheinander gebracht und dafür gesorgt, dass ich öfters nach Budapest fliege. Und ich bin ein sehr glücklicher Mensch.

Da ich vorher meine Rückreise noch nicht organisiert hatte, konnte ich nach dem Treffen noch einige Tage in Göd bleiben. Das ist ein kleiner Ort nördlich von Budapest am Ufer der Donau, ganz nahe bei der Insel Szentendre und ein Nachbarort von Dunakeszi. Ich genoss so noch ein paar schöne Tage in Ungarn Am 04. August musste ich jedoch los. Ich verbrachte noch einen halben Tag in Budapest (das ich auf diese Weise zum dritten Mal innerhalb kurzer Zeit sah) und spielte viel Ukulele. Abends flog ich nach Hause. Weit nach Mitternacht kam ich in meine Wohnung, die ich seit dem 11. Juli nicht mehr betreten hatte. Was für ein Sommerurlaub! Ich war die großen Strecken mit dem Auto, der Bahn und dem Flugzeug gereist, hatte zwei große Esperantotreffen erlebt und ein neues Land besucht.

Hier noch zwei Fotosammlungen von dem Treffen in Ungarn:

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